| Die Botschaft der Alpsennenkurse | |||
| Noch ist der Alpsommer in weiter Ferne.
Die arbeitsstillere Zeit bietet Gelegenheit zur Weiterbildung. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuten sich am guten Klima des Alpsennenkurses vom Februar an der Landwirtschaftlichen Schule in Seedorf UR. Bilder und Text von Josef Niederberger |
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Höchst
erfreulich ist das Interesse für die Teilnahme an den drei Alpsennenkursen
und an den beiden Milchverarbeitungskursen, die von der Kantonalen Bauernschule
Uri in Seedorf angeboten werden. Nicht nur aus den Urkantonen, aus der
Zentralschweiz und vielen anderen Kantonen rekrutieren sich die Teilnehmerscharen.
Auch aus dem Allgäu, vom südbadischen Raum und aus dem östlichen
Nachbarland strömen sie herbei. «Sie sind eine echte Bereicherung
des Kurses, die Leute, die aus andern Gebieten und Verhältnissen kommen»,
bestätigt Kursleiter Albert Häberli und sinniert weiter: «Die
Bergbevölkerung ist an keine Grenzen gebunden. Weltweit stellen sich
dieselben oder ähnliche Probleme.» Qualität durch Wissen Frauen und Männer sind es, die ihr Wissen aktualisieren oder neu in die Geheimnisse des Käsens eingeweiht werden wollen. Dann sind es die vielen Vorschriften und Auflagen, die es einzuhalten gilt. Begründung und Motivation für den Kurs sind ganz unterschiedlich. Im Vordergrund steht das Qualitätsprinzip und die Umsetzung des Kursstoffes in der eigenen Alpkäserei. Einzelne holen sich am Kurs Kenntnisse und Rüstzeug aus alternativen Überlegungen, als Ausgleich zum angestammten Beruf oder gar zur Vermittlung des Gelernten auf anderen Kontinenten, wo Nischenprodukte und Direktvermarktung erst im Aufbau begriffen sind. Hilfe zur Selbsthilfe ist somit auch eine Botschaft der Seedorfer Alpsennenkurse. Hinzu kommt, dass sich Milchproduzenten in Berggebieten mit geringem Milchkontingent fragen müssen, ob ihre Milch künftig einen Abnehmer finden wird und zu welchem Preis sie geliefert werden kann. Nicht nur als Alternative bietet sich die Produktion von Spezialitäten an Ort an. |
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| Rühren und
filmen |
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| Stimmen der Teilnehmer und
Teilnehmerinnen am Kurs |
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| Hermann Sickler,
Unterägeri: Obschon ich beruflich als EDV-Spezialist tätig bin, interessiert mich die Land- und Alpwirtschaft sehr. Unterägeri ist eine Gemeinde mit stark bäuerlichem Einschlag. Viele meiner Kollegen und Bekannten sind Landwirte. Der Kurs bietet mir eine willkommene Abwechslung und viele Informationen. Das weitreichende Kursangebot verschafft mir Verständnis für einige wichtige Bereiche des bäuerlichen Lebens. Meine Kurserwartungen haben sich erfüllt. |
Hanspeter Jenny,
Winterthur: Als Lastwagenmechaniker habe ich mich vor allem mit toter Materie zu befassen. Motiviert für den Kurs hat mich das Lebensmittel Käse deshalb, weil es etwas Anspruchsvolles ist und man deshalb genau arbeiten muss. Geht beim Käsen etwas fehl, kann man dies nicht mehr flicken. Ich backe selber Brot und Zöpfe. Werden diese überhitzt, ist die Arbeit umsonst. Befasst man sich mit etwas Anderem, wächst alsdann die Freude am Angestammten. |
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| Hans Gmür,
Benken: Ich bin beruflicher Allrounder, gelegentlicher Koch, Buchhalter und Landwirt. Letzten Sommer war ich auf der Alp Hinterfeld im Maiental tätig. Hintergrundinformationen sind mir wichtig bei Käsen. Dies beginnt bei der Tiergesundheit. Bei Freunden in den USA will ich das Wissen einsetzen: helfen, einrichten, beraten. Es geht dort um Direktvermarktung, Agro-Tourismus und diverse Managementseminare. Ich war als Student auf dieser Farm. |
Josef Brun, Finsterwald:
Bereits bin ich 40 Sommer auf der Eigenalp Erigsmoos auf Bramboden und käse seit 1987 selber. Man kann immer wieder dazu lernen. Schulkindern, Touristen und den Gästen vom Hotel Bramboden bietet unsere «Schauchäsi» Abwechslung und Information. Ausserdem ist dies Werbung für die Direktvermarktung. Mit dem Angebot an Raclette- und Alpkäse liegen wir richtig. Unsere Familie ist mit der Alpwirtschaft vertraut und verbunden. |
Martin Furrer,
Schattdorf: Auf unserer Alp Waldnacht wird seit Generationen gekäst. Der Alpsennenkurs bietet eine Auffrischung des fachlichen Stoffes, wie er damals an der Fachschule vermittelt wurde. Ich besuche den Kurs gemeinsam mit meiner Frau. Somit profitieren wir beide vom sehr weitreichenden thematischen Angebot. Bessere Qualität bedeutet bessere Chancen im Verkauf. Der Zusammenschluss in der Genossenschaft Urner Alpkäseproduzenten wirkt sich vorteilhaft aus. |
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| Josef
Niederberger [geb. 1938] entstammt einem Nidwaldner Bauernbetrieb mit Land- und Alpwirtschaft. Er war Landwirtschaftssekretär des Kantons Nidwalden (1963-2000) und Vorstandsmitglied (Kassier) des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes SAV (1975-1994). Als CVP-Politiker gehörte er dem Landrat Nidwalden an, bis er ins Obergericht Nidwalden wechselte. |
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| Dieser Text folgt
zwei Artikeln, die in der Ausgabe vom Samstag, dem 1. März 2003 des «Schweizer Bauer» publiziert wurden. www.schweizerbauer.ch |
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