| Von der Alp auf den Teller: Tagung Alpschwein am 19. März 2005 | April
2005 |
||||
Es kann vorkommen, dass auf einer Alp gleich viele Schweine wie Kühe gesömmert werden. Trotzdem nennt sie niemand „Schweinealp“. Das Schwein steht auf der Alp im Schatten der Milchtiere. Um diesen Schatten etwas auszuleuchten, hat die IG-Alp am 19. März in Sargans die Tagung Alpschwein organisiert. Die IG-Alp, die gern über Alpthemen spricht, über die andere schweigen – von den Löhnen bis zu den Beziehungsproblemen – hat offenbar auch hier einen Nerv getroffen. Mehr als vierzig Personen besuchten die Tagung, dem Aussehen nach ebenso viele „alte“ wie „neue“ Alpleute. Nach der Begrüssung erzählte Barbara Früh vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FibL) über die Ethologie und Haltung des Schweins. Das Hausschwein lebt wie ein Wildschwein, wenn es darf. Die tiergerechteste Haltung ist deshalb in stabilen Familiengruppen mit genug Platz, das hilft Rangordnungskämpfe vermeiden. Das Schwein als neugieriges, aktives Tier braucht Wühl- und Kaumaterial, dazu Möglichkeiten, sich abzukühlen und zu kratzen. Auf der Alp ebenfalls wichtig sind Sonnenschutz, genug Wasser und Raufutter neben der Schotte. Im Durchschnitt ist die Schweinehaltung auf Alpen sicher tierfreundlicher als im Tal, auch wenn nicht alle Alpschweine wühlen können. |
|||||
![]() |
|||||
Schotte kompostieren? |
|||||
|
|||||
Der Doktor kommt |
|||||
| Doch noch ein Label? Vielleicht gibt es doch eine Label-Zukunft für das Alpschwein. Die Fleischhandelsfirma Linus Silvestri AG plant, Alpschweine zu vermarkten. Jakob Spring von Linus Silvestri berichtete davon. Hauptthema seines Referats war aber die Schlachtkörperqualität von Alpschweinen. Wie ein Schwein bei der Schlachtung beschaffen sein soll – vom Gewicht über den Magerfleischanteil und die Rückenspeckdichte bis zum Intramuskulärfett -, ist heute genau festgelegt. Laut Jakob Spring schneiden Alpschweine bei der Beurteilung meistens hervorragend ab. Tot, zerlegt und verarbeitet, muss das Alpschwein schliesslich KäuferInnen finden. Jürg Sommer von der Metzgereienkette Kauffmann AG erzählte zum Abschluss der Tagung von der Vermarktung des Alpschweinefleisches. Fachgeschäfte wie jene der Kauffmann AG müssen sich gegenüber den Grossverteilern mit Spezialitäten abgrenzen, und das Alpschwein ist eine solche Spezialität: etwas Seltenes, Natürliches, das es nicht das ganze Jahr gibt. Jürg Sommer ist überzeugt vom Produkt Alpschwein, auch wenn es einige Vermarktungsprobleme gibt: Die Saison liegt nahe bei der Wildsaison, die teuren Fleischstücke sind viel begehrter als die billigen, und wie hoch der Fettanteil sein soll, darüber sind sich die KonsumentInnen uneinig. |
|||||
![]() |
|||||
|
|
|||||
| Die IG-Alp ist eine unabhängige Interessenvertretung der Alpleute. Wer mehr wissen will, wer mitmachen will, wer den Infoverteiler will, wer spenden will schaut hier weiter. | |||||
|
|||||