Zu den Käsesticks wird mir noch ein kleiner aufklärerischer Prospekt mitgeliefert, wo die Käsestengel näher erklärt werden:
„Die würzige Käsespezialität aus der Schweizer Alpenkräuterwelt”
Na logo, genau das, was wir halt den ganzen Sommer lang produzieren!!
„Reinste Schweizer Milch und eine Auslese feinster Alpenkräuter - daraus macht unser Maître Fromager diese einzigartige Käsespezialität.”
Also immer schön der Reihe nach, Käsermeister Emmi, zuerst kauen die Kühe die Alpenkräuter, verarbeiten sie zu Milch und dann kommt der Käsermeister, damit wir uns richtig verstehen, oder!
„SwissAlp wird nach traditioneller Schweizer Methode hergestellt. Der Laib wird über Monate sorgsam gepflegt und in einem Mantel von erlesenen Kräutern zur Reife gebracht.”
Nach welcher Tradition wird Schweizer Hartkäse in Kräuter gelegt? Ich hirne, aber kein solcher Käse ist mir bekannt.
„Die Kräuter sind nur auf dem essbaren Kräutermantel sichtbar, aber ihr ganzes, genussvolles Aroma steckt im Käse drin.”
Ach so, Emmis Version von: Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin…? Da will uns Emmi wohl einen Kräuterbären aufbinden!
Ich kann es kaum mehr erwarten, nestle hastig am „einzigartigen, impaktstarken, kulinarischen Verpackungskonzept” um an den Inhalt zu gelangen. Welche Wonnen duftender Alpenkräuterwiesen und frischer Bergmilch werden mich die winterliche Alpsehnsucht bald vergessen machen? Da steigt mir ein Gemisch von getrocknetem Gras und Glutamat in die Nase. Schon etwas verunsichert schiebe ich den Stengel waghalsig zwischen die Zähne. Zum Glutamatgeschmack kommt noch etwas Salzgeschmack dazu.
Vielmehr ist nicht zu sagen; jung, kurz, salzig, grasig, langweilig. Keine Spur von Alp ist nirgends zu erschmecken.
Wieso wohl heisst der Käse „SwissAlp”?
Diese Frage wird Emmi noch zu beantworten haben.
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