| Kommt ein Hüttli geflogen |
März
2007
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| Die spinnen die Sufner! Dies ist wohl der erste Gedanke von Augenzeugen, die am 15. Juni 2006 am Dorfrand von Sufers ein Haus abheben und in eleganter Kurve durch die Luft ins Val Suretta verschwinden sehen. Dort oben aber macht sich Augenblicke später auf einer Hangterrasse Hektik breit, als am Horizont zwei Punkte auftauchten und schnell grösser werden: Oben ein dröhnendes Ungeheuer, unten schwebend eine fixfertige Holzhütte, und dazwischen 30 Meter stählerne Nabelschnur. Mit höchster Präzision manövriert der Pilot seinen Super Puma heran und setzt die sperrige, 3.1 Tonnen* schwere Fracht millimetergenau auf sechs Pfeiler. Der Flughelfer löst das Seil und Reto Heinz, Alpmeister von Alp Suretta, atmet auf. «Passt haargenau», meint er erleichtert. «Nach zwei Jahren Schwangerschaft ist das Kind endlich geboren...» |
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Freier Weidegang: Risiko und aufwändige Nachsuchen |
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| Ständige Behirtung in anspruchsvollem Gelände Im Sommer 2003 wagte eine neue Hirtschaft allen Unkenrufen zum Trotz den Versuch einer ständigen Schafbehirtung. Unterstützt vom Alpmeister arbeiteten sie mit stromgeladenen, wildfreundlichen Stoppzäunen, natürlichen Grenzen und Hütehunden. So konnte die Herde in kontrollierten Räumen zusammengehalten und täglich eng betreut werden. Das verlangte dem Personal sehr lange Tage und ein enormes Laufpensum ab. Aber das Experiment gelang. Seit Einführung des neuen Systems fehlen auf Suretta Ende Alp nur noch 2 – 3 Schafe, der Lämmersegen ist mehr als doppelt so gross als vorher, die Weiden sind viel ausgeglichener genutzt, und die herbstlichen Suchaktionen entfallen komplett. Doch für die Alpmeister, Anna Christina und Reto Heinz, war unbefriedigend, dass eine ständige Schafbehirtung auf Suretta nur mit überdurchschnittlichem Einsatz der Hirtschaft gewährleistet werden konnte: «Es geht nicht an, von den Hirtinnen und Hirten Höchstleistungen zu erwarten, als Alpgenossenschaft aber wenig beitragen zu können», meinten sie und suchten nach Lösungen. Die Idee kam von Valentin Luzi, Chef des Bündner Landwirtschaftsamts. «Warum werden Hirtenhütten nicht serienmässig und somit kostengünstig vorfabriziert und fixfertig in abgelegenen Alpen geflogen?» fragte er in einen Saal voller Alpmeister anlässlich einer Schafalpen-Tagung. Einer der Zuhörer fing den Ball: Reto Heinz. Zusammen mit der Alpgenossenschaft und den Hirten initiierte er das Pilotprojekt «Mobile Schäferhütte in Fertigbauweise» mit folgenden Vorgaben: Die Hütte soll den Hirten Schutz und ausreichend Komfort bieten, sie muss auf eine Lastwagenbrücke passen (2.5 m x 5.0 m) und ein Maximalgewicht von 2,4 Tonnen* haben, sie muss von einem Heli transportiert werden können und erheblich billiger sein als der Bau einer herkömmlichen Hütte. Dann wurden Pläne gezeichnet und Geldgeber gesucht. Mit Erfolg. Das Modellprojekt erhielt finanzielle Starthilfe des Kantons Graubünden, und die Schweizer Berghilfe übernahm die verbleibenden Kosten für den Bau, den Transport und die Montage des Prototyps. |
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Erfolgreiches Pilotprojekt * Die Gewichtslimite von 2.4 Tonnen wurden im Fall des Prototyps stark überschritten, weil die Hütte vor dem Transport einen nassen Winter lang draussen gestanden hatte. Vermutlich nahm das Holz sehr viel Wasser auf und legte massiv an Gewicht zu. |
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Weitere Auskünfte Reto Heinz, Stückli, 7434 Sufers Tel. 081 664 16 02, Natel 079 336 33 53 reto.heinz@bluewin.ch www.lanamontana.ch |
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Peter Lüthi hütete während sieben Sommern grosse Galtviehherden auf der Alp Preda-Sovrana (Val Madris) und auf Alp Funtauna und wird dieses Jahr seinen fünften Sommer auf Alp Suretta hirten. Ansonsten engagiert er sich als freier Mitarbeiter bei der Stiftung BioVision für Entwicklungsprojekte in Ostafrika www.biovision.ch. |
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