Schwarzarbeit auf der Alp ist keine graue Zone mehr
Februar 2008
 

 
Ab 1. Januar 2008 ist ein neues Gesetz zur Schwarzarbeit in Kraft. Es geht vor allem um die bessere Bestrafungsmöglichkeit von Schwarzarbeit auf Baustellen und in dreckigen Wohnungen (Stichwort Putzfrauen). Auf der Alp arbeitet schwarz eher aus Versehen.
 

Text: Barbara Sulzer

 

 

 

Schwarzarbeit ist:
Jede Person, welche auf einer Alp arbeitet, egal ob gegen Lohn oder nur gegen Kost und Logis, ist grundsätzlich dem Arbeitsgesetz unterstellt. Das heisst, der Arbeitgeber muss sie gegen Unfall usw. versichern und er hat auf den Lohn und den Naturallohn die Sozialabgaben (AHV etc.) zu entrichten.
Keine Sozialabgaben fallen an, wenn der/die ArbeitnehmerIn weniger als CHF 2200.– brutto verdient, ausser er/sie wünscht dies ausdrücklich.

Nicht als ArbeiterIn gilt, wer als Familienmitglied (z.B. Göttibub) für ein paar Wochen z'Alp geht und mithilft.

   
 
Mithilfe auf der Alp
    Hilfe auf der Alp ist hochwillkommen, längere Hilfe wird schnell als Schwarzarbeit angesehen.
   
 

Ausländer aus alten EU-Staaten:
Sobald eine Person auf der Alp nicht Ferien macht, sondern mitarbeitet, gilt sie als ArbeitnehmerIn und muss auf dem Arbeitsamt gemeldet werden. Dafür verantwortlich ist der Alpmeister oder der Senn und die Sennerin.
Beispiel: Ein deutscher Hirt, rechtmässig Angestellter auf der Alp Hinterberg, erhält Besuch von seinem Kollegen. Als dieser sieht, wie streng es sein Freund hat, beschliesst er spontan, eine Woche lang oben zu bleiben. Natürlich packt er an, wo er kann. Von diesem Moment an gilt er als Arbeitnehmer. Um nicht einer zufälligen Kontrolle in den Hammer zu laufen, sollte er sich beim Arbeitsamt melden, und angeben, wo und wie lange er auf der Alp arbeitet. Das kostet nichts, ist eigentlich nur eine Formsache. Der Alpchef muss dafür sorgen, dass der Kollege seines Älplers sich anmeldet.

   
 

Jugendliche Arbeitnehmer:
Die Alp ist ein guter Tummelplatz für Kinder und Jugendliche. Schon früh können sie bei verschiedenen Arbeiten lernen und mithelfen: Kühe von der Weide holen, Euter putzen, Schweine füttern, Holz rüsten, Stall ausmisten, Vorplatz wischen, Blacken mähen, mit dem Feldstecher Rindli zählen, in der Schotte baden, usw. Früher hatte man sowieso die Hütebuben mit auf der Alp – und noch viele alte Leute berichten stolz, wie sie damals hart gearbeitet haben. Heutzutags, wo alles gesetzlich geregelt und Kinderarbeit verboten ist, fragt sich, ab wann und unter welchen Umständen Jugendliche überhaupt auf der Alp mitarbeiten dürfen.

   
 

Grundsätzlich dürfen Jugendliche ab 16 Jahren arbeiten und verdienen. Sie unterstehen somit dem Arbeitsgesetz, sind AHV-pflichtig und ab 17 Jahren pensionkassepflichtig. Ausländische Jugendliche benötigen zudem eine Arbeitsbewilligung, bzw. Meldepflicht, je nach Staatzugehörigkeit.

Die Lohnempfehlungen (Bruttolohn) vom Schweizerischen Bauernverband SBV lauten:

  • Gehilfen in der Landwirtschaft ohne Ausbildung unter 18-jährig: CHF 1355.– bis 2280.– pro Monat
  • Gehilfen unter 18-jährig gemäss Alppersonalrichtlöhnen: CHF 75.– bis 85.– pro Tag oder
    CHF 2250.– bis 2550.– pro Monat
  • Landw. Praktikanten (mind. 18-Jährig) über AGROIMPULS oder Bauernverband: CHF 2440.– pro Monat
   
  Der Landdienst vermittelt Einsätze auf Bauernbetriebe zwischen einer Woche und 2 Monaten für Jugendliche von 14 – 25 Jahren.
Er gibt genauere Regelungen bezüglich Arbeitszeit, Entlöhnung usw. heraus.
14- und 15-Jährige: max. 40 Std. pro Woche, Taschengeld CHF 12.– pro Arbeitstag
16- und 17-Jährige: max. 44 Std. pro Woche, Taschengeld CHF 16.– pro Arbeitstag
18-Jährige und Ältere: max. 48 Std. pro Woche, Taschengeld CHF 20.– pro Arbeitstag
Genauere Informationen über www.landdienst.ch.
Ausländische Jugendliche vermittelt der Landdienst ab 16-jährig. Die Organisation übernimmt die Anmeldung bei der Fremdenpolizei.
   
 
 

Links
Bundesamt für Migration: www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/arbeit/schwarzarbeit.html
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO: www.seco.admin.ch/themen/00385/01905/index.html?lang=de
Kampagne Keine Schwarzarbeit: www.keine-schwarzarbeit.ch/

   
 
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hugo :
Kommentar geschrieben vor 791 Tage
Gott zum Grusse, Alan!
Wie war das, wann hast du das letzte Mal 90 Tage lang morgens und abends gemolken - und bist dann um Lohn oder Sozialbeiträge betrogen worden? Oder - hast vielleicht eine Verletzung nicht richtig behandeln lassen können, weil du "schwarz" beschäftigt warst?! --- Siehste! DARUM geht es.
berti :
Kommentar geschrieben vor 846 Tage
Alan-und genau das kommt wider nicht, weil die Mächtigen schon wider bestimmt haben,wer denn zu bauern hat.Kann ja bald schon nur noch bauern,wer beweisen kann, dass er a: schon lange bauert, b:x-welche Ausbildung und vieles dazu gemacht hat, oder c: mit dem lieben Geld kannst dueinen länger dauernden Intensivkurs machen,der eine horrende Summe verschlingt.
Vreneli :
Kommentar geschrieben vor 861 Tage
Alan - nur zustimmen kann ich dir!!!!
Virgils Landleben :
Kommentar geschrieben vor 881 Tage
Du hast ja recht und wie!
ABER: Sind es nicht in erster Linie die Bauern, die ihre Häuser, Ställe und Land an Städter und andere (du nennst sie Kapitalisten) verkaufen oder verhöckern und ganze Landschaften sich verändern in Ferienhäuser-Siedlungen? Ich bin auf einem kleinen Bergbauernhof aufgewachsen und habe seit Ende der Fünfziger-Jahre genau erlebt und mitverfolgt, wie sich die Landwirtschaft verändert, sprich, wie die Politik ausgerichtet war und ist und die kleinsten Höfe - meinst waren es Selbstversorger - richtig gehend ausgemerzt wurden und immer noch ist diese Politik in vollem Gange. Es können sich heute meist nur noch junge Leute einen Hof kaufen, die von Eltern abstammen, die eben diese möglichen Kapitalisten darstellen, Leute deren Eltern Anwälte, Aerzte, Politiker und andere Abzogger sind, die das Kapital haben, um einen Hof zu kaufen, darum sind so viele eben aus dieser Kaste in den Landwirtschaftlichen Schulen anzutreffen, die gar keine Bauern sind, sondern eine Art Selbstfindung und Selbstverwirklichung anstreben, die dann, wenn sie die Arbeit selbst nicht packen, einfach andere suchen, die ihnen die Arbeit, die sie nicht machen wollen, abnehmen und erwarten, dass sie das noch gratis tun sollten. Natürlich erhalten sie dann auch die Direktzahlungen, sonst würden sie die Schule eher nicht machen. Die Direktzahlungen und andere Unterstützungen erhalten sie natürlich auch dann, wenn ihre Eltern Milionäre sind. Das wird auch diesen nichts nutzen, denn wir sind weiterhin auf dem Weg zum totalen Crasch. Da nützen auch die hochgestylten Kuh-Shows und Events nichts, denn die Ueberzüchtung bringt bekanntlich nur einen weiteren Tod eines anderen Bauern mit sich. Es ist zum kotzen, wenn man sieht, dass einer Kuh Wimperndusche und andere degenerierte Dummheiten aufgetragen und verpasst wird, damit sie eine Kuh sein darf, aber bitte nur dann und solange, wie sie in den ersten Rängen der Macht-System-orientierten Landwirten und deren kapital-verträglichen Systemen und Organisationen dient. Sonst wird sie eben ausgemerzt, nach ihnen folgen die Bauern und danach ALLE. Und eine Revolution ist nicht mehr nötig! Frei ist nur der, wer sich frei macht!
hetera helix :
Kommentar geschrieben vor 884 Tage
;-)
Alan :
Kommentar geschrieben vor 885 Tage
Und immer mehr will der Staat(angepeitscht von den Kapitalisten, den Hörigen Satans) den Einzelnen beherrschen. Alp ist nicht mehr was es war. War noch eine Niche, ein letztes Stück Freiheit in der Schweiz. Jetzt ist dann ganz Schluss. Es ist bald nur noch Hochleistung, für die Gewinnmaximierung der Grossverteiler. Die Älpler werden zu Maschinen. Man rechnet mit ihnen wie mit der Anschaffung einer Maschine. Am Herbst sollten sie dann möglichst wieder verduften. Zurück in die Stadt, einem stinkreichen Kapitalisten viel Miete zahlen. Damit dieser noch mehr stinkt. Und den Winter lang für einen anderen stinkreichen Kapitalisten temporär schuften, um gerade noch zu überleben.........in der Betonwüste.
Es braucht eine Revolution! Eine Revolution der LANDLOSEN, die aufsteht, loszieht und sich das (über Generationen verlorene Land) von den Multimillionairen NICHT zurückkauft, NICHT mietet, NICHT pachtet, sondern einfach ZURÜCK-NIMMT, ohne wenn und aber! Golfplätze, Wellness-Centers, und überhaupt alles was die Stinkreichen so viel zu viel haben, sollte man einfach beschlagnahmen. Hütten bauen und das Land wieder bewirtschaften. Selbständig. Ganz genau das ist bald gefragt. Ein Aufmarsch der Landlosen. Die bedingungslose Rückforderung des verlorenen Landes. Und die Rückeroberung von Eigenverantwortung & mehr Selbstversorgung. Die Revolution wird kommen! Ich bin bereit dafür. Amen.
ah@98765@gmail ...
 

 

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