| Schweizerische Schafhirtenausbildung |
Februar
2009
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| Warum eine Schafhirtenausbildung Der Erhalt der Sömmerungsweiden in den Alpen und Voralpen ist für die Schweiz sehr wichtig und soll auch in Zukunft gewährleistet werden. Dazu braucht es eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Gebiete. Ein gut ausgebildeter Schafhirt kann einen wesentlichen Beitrag zu einer korrekten und nachhaltigen Bewirtschaftung der Schafalpen leisten. Die Anforderungen auf den Alpen sind auch für die Kleinwiederkäuer angestiegen. Die Einführung der differenzierten Sömmerungsbeiträge für Schafe je nach Weidesystem im Jahr 2003 und die Präsenz der Grossraubtiere haben zudem die Nachfrage nach kompetenten Hirten deutlich ansteigen lassen. Als bisheriges Angebot zur Schafhirtenausbildung können ein 5-tägiger Kurs am Landwirtschaftszentrum in Visp und ein 2-tägiger Kurs am Plantahof in Landquart aufgeführt werden. Diese Kurstage sind aber als Einstieg oder Starthilfe anzusehen und genügen den Ansprüchen einer weit gefächerten Ausbildung nicht. Mit der neu angebotenen Schafhirtenausbildung soll das Angebot ausgeweitet und verbessert werden. Zudem erhofft man sich, den Beruf des Hirten mit einer fundierten Ausbildung aufwerten zu können. |
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| Was beinhaltet die Tätigkeit eines Schafhirten? Die Aufgaben eines Schafhirten sind vielfältig und betreffen sowohl die Schafe als auch die Vegetation auf den Alpen. Seine Hauptaufgabe liegt in der geordneten Weideführung der Schafherde. Dabei ist den Anforderungen einer nachhaltigen Bewirtschaftung, den Vorgaben der Sömmerungsbeitragsverordnung an eine ständige Behirtung und an eine sachgerechte wie umweltschonende Bewirtschaftung sowie den örtlichen und regionalen Besonderheiten Rechnung zu tragen. Gute Kenntnisse der Verhaltensmuster und der Eigenheiten der Schafe und ein korrekter und fachmännischer Umgang mit den Tieren sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine korrekte Weideführung. Der Schafhirt behält den Gesundheitszustand seiner Herde dauernd im Auge und kann in einem gewissen Umfang auch kranke Tiere behandeln. Damit allfällige Gesundheitsprobleme und Krankheiten erkannt werden können sind einige Grundkenntnisse der wichtigsten Krankheiten sowie ein geschultes Auge wichtig. Es ist auch die Pflicht des Hirten, kranke und schwache Tiere beim Alpauftrieb zurückzuweisen. Die Arbeit mit Hütehunden ist ein weiteres interessantes Tätigkeitsfeld des Schafhirten. In Gebieten mit Präsenz von Grossraubtieren (Wolf, Luchs, Bär) ist der Herdenschutz mit Hilfe von Schutzhunden und Zäunen eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe des Hirten. |
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| Ziele und Vorteile der ständigen Behirtung von Schafherden. Eine unsachgemässe und damit nicht nachhaltige Bewirtschaftung kann grosse Schäden an der Vegetation der Alpweiden verursachen. Besonders bei einer relativ hohen Besatzdichte verhindert die ständige Behirtung der Schafherde eine zu frühe Beweidung und eine Übernutzung der höher gelegenen Weidegebiete einer Alpe. Zudem werden die oft unternutzten Weiden in den tieferen Lagen mit einer geführten Schafherde besser genutzt und damit der Ertrag an Weidefutter verbessert, indem der Zweitaufwuchs im Herbst genutzt werden kann. Auch wird die botanische Zusammensetzung und damit die Qualität des Futters in diesen Zonen verbessert. Der Schafhirte wählt die Weidegebiete so aus, dass das Angebot und die Nachfrage nach Futter möglichst übereinstimmen und damit die Gefahr einer Über- oder Unternutzung vermieden werden kann. Mit der Verbesserung der Qualität und des Angebots des Futters kann auch die Qualität der gealpten Tiere verbessert werden. Mit der korrekten Weideführung haben die Schafe regelmässig genügend und qualitativ gutes Futter zur Verfügung. Mit der Beweidung der tiefer gelegenen Gebiete werden jene Zonen einer Alpe besser genutzt, die normalerweise auch am produktivsten sind. Durch die ständige Behirtung kann der Schafhirte zudem den Gesundheitszustand der Herde ständig überwachen und bei Bedarf sofort handeln. Der Schutz von Schafherden vor Grossraubtieren kann durch die Anwesenheit eines Hirten und die Weideführung der Schafe einfacher und effizienter umgesetzt werden. Dies bedingt allerdings in den meisten Fällen die Integration von Herdenschutzhunden und das Einpferchen der Schafe während der Nacht. Beim Entscheid, einen Schafhirten anzustellen, darf natürlich der wirtschaftliche Aspekt nicht vernachlässigt werden. Dem Gewinn auf der einen Seite durch eine bessere Qualität der Schafe, eine nachhaltige Bewirtschaftung der Alpe und den geringeren Verlusten bei der Präsenz von Grossraubtieren stehen die zusätzlichen Ausgaben wie Hirtenlohn, Zaunkosten, Unterkunft und Hundefutter gegenüber. Für Alpen mit mittleren oder kleinen Herdengrössen ist die Anstellung eines Hirten demzufolge wirtschaftlich meistens nicht tragbar. |
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| Konzept der Ausbildung Die Ausbildung zum Schafhirten umfasst 4 Module an den zwei Standorten Visp und Plantahof sowie ein Praktikum. Der Inhalt der einzelnen Module ist spezifisch auf die Sömmerung im Berggebiet ausgerichtet. Die Arbeit mit Hütehunden ist ebenfalls Teil der Ausbildung. Der Lehrgang wird mit einem Zertifikat der landwirtschaftlichen Beratung abgeschlossen. Die einzelnen Theoriemodule wie auch das Praktikum und die Hütehundeausbildung können einzeln oder als Gesamtausbildung absolviert werden. Die Absolventen der Ausbildung sollten praktisches Geschick, Geduld und Ausdauer, Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Beobachtungsvermögen mitbringen. Freude an Tier und Natur, Wind und Wetter sowie an einer selbständigen Tätigkeit kommen einer zukünftigen Tätigkeit als Schafhirt sehr entgegen. Die Ausbildung vermittelt nicht nur einem Schafhirten wertvolle und unabdingbare Inhalte, sondern bietet auch den Schafhaltern eine gute Gelegenheit, seine Kenntnisse aufzufrischen und auszuweiten. Untenstehende Tabelle zeigt den Inhalt sowie Ort und Zeit der Durchführung der einzelnen Module. Das Praktikum auf einer Schafalpe mit einem anerkannten Hirten dauert 3 bis 4 Monate. Ein Teil des Praktikums kann aber auch auf einem Schafhaltungsbetrieb absolviert werden. Die Koordinationsstelle für Herdenschutz bei AGRIDEA Lausanne kann bei der Vermittlung von Praktikumsstellen behilflich sein. |
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| Moritz Schwery ist Ingenieur Agronom ETH und leitet seit drei Jahren das Landwirtschaftszentrum in Visp. In dieser Funktion ist er auch verantwortlich für den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Kleinwiederkäuer. Im Rahmen dieser Neuausrichtung wurde der Gutsbetrieb des Landwirtschaftszentrums von Milchviehhaltung auf Schaf- und Ziegenhaltung umgestellt. Dieser Text erschien im Magazin «Kleinwiederkäuer forum 1/2 2009» www.caprovis.ch |
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Schafhirte mit Zertifikat – Interview mit Daniel Mettler zalp: Warum braucht es eine Ausbildung für Schafhirten? Warum gerade jetzt? Wollt ihr mit der Ausbildung erfahrene Schafhirten ansprechen oder Neulinge? |
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Was braucht es für Vorraussetzungen ein Schafhirt, eine Schafhirtin zu werden? Schafhirten sind die Älpler ganz am Rande der Alpkultur. Wird die Ausbildung (oder das Diplom) daran etwas ändern? Wird mein Lohn steigen, wenn ich zertifizierter Schafhirte bin? Was bringt die Ausbildung längerfristig für ÄlperInnen und Alpmeister? Wird die Zahl der SchafhirtInnen steigen? Werden die Kurse subventioniert oder müssen sie sich aus den Beiträgen der Kursteilnehmer bezahlt machen? Habt ihr bereits Anmeldungen für dieses Jahr? Sind die Module für alle Interessierten zugänglich? Wieviele Praktikumsplätze auf Schafalpen gibt es in der Schweiz? Arbeitet ihr mit den Nachbarländern zusammen, wo es schon lange den Berufstand des Schäfers gibt? Schafalpen machen einen kleinen Teil der gesamten bewirtschafteten Alpfläche aus. Wird es auch eine Ausbildung für Rinder- oder Ziegenhirten geben? Sind die Schafhirten-Clichés vom Philosophen über den Säufer bis zum Abenteurer heute noch gültig und wenn ja vereinbar mit einer soliden, professionellen Ausbildung? |
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Dann fehlt ja nur noch die Hirtengewerkschaft!
Bei Interesse Hirtengruppe kontaktieren