Flaumbälle im Schnee
Dann kam alles anders als geplant. Anfang Mai, als das Gras bereits hoch und die ersten Gänse geliefert waren, spielte Petrus verrückt: Statt Sonne und Wärme schickt er Regen, Schnee und Kälte. Die jungen Gänse, die Gössel, steckten noch im Flaum, sie hatten weder richtige Federn noch ein Daunenkleid. Der Wind war zu stark, der Regen zu kalt, das Gras zu hoch. Der Versuch wurde abgebrochen und die Gänsekücken in wärmere Gefilde verfrachtet. Anfang Juni startete der zweite Versuch: Wieder waren die Gössel nur vier Wochen alt, wieder trugen sie nur Flaum auf dem Leib. Doch dieses Mal setzte sich die Sonne durch, lagen die Temperaturen im angenehmen Bereich. Lediglich am 21.Juni musste Jenny die Tiere wegen Schneefall einmal im Stall lassen. An allen anderen Tagen konnten sie ihrer Lust am Weidegang fröhnen.
Kleine Tiere – grosser Hunger
Gänse sind klein, doch ihr Magen ist gross. Jenny: «Die fressen sogar noch im Liegen weiter.» Dabei sind sie wählerisch: Nur das beste, zarteste und jüngste Gras ist ihnen gut genug. Jenny hat beobachtet, dass sie teilweise sehr selektiv fressen: «Vom Kerbel nehmen sie nur die Blüten, die Stengel lassen sie stehen. Blacken und Wegerich mögen sie gar nicht. Leider.» Höher als 15 Zentimeter sollte der Aufwuchs nicht sein, weshalb Jenny alle vier Tage eine neue Parzelle einzäunt. Gleichzeitig putzt er die alte Weide nach und zügelt die Schwimmertränken. «Sie saufen auch extrem viel.» Am Abend, kurz vor dem Eindunkeln werden die Gänse in den Stall getrieben wo sie eine Mineralstoffmischung zur Ergänzung erhalten. Frühmorgens geht es dann wieder im Gänsemarsch auf die Weide. Gänse sind zwar Herdentiere, doch sie kommen ohne Rangkämpfe aus. Ihre Hierarchie funktioniert nach dem simplen Prinzip: «Die Gans, die ganz vorne ist, ist der Chef.» Nach der Alpzeit werden die Gänse im Tal ausgemästet und bekommen so das Rüstzeug für den knusprigen Gänsebraten, der an Martini (11. November) oder an Weihnachten auf den Tisch kommt.
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Vielleicht eine alternative für kleiner Alps zur traditionellen Kuh oder Rinderalp.