Es war einmal ein Älpler, der fand über zalp.ch eine Stelle als Schafhirte im schönen Berner Oberland. Sein Chef wohnte ausser Sichtweite bei Biel. Die Alp hatte natürliche Grenzen und benötigte deshalb keine Zäune und war inoffiziell als Standweide ohne tägliche Weideführung geplant, solange keine Kontrolle durch das Bundesamt für Landwirtschaft angekündigt war. Denn offiziell hat der Bauer beim Bundesamt die Alp als eine Schafalp mit ständiger Behirtung und täglicher Weideführung angemeldet. Der versprochene Lohn war gering angesetzt, aber leicht verdient dank der lokalen topografischen Vorteile und einer gewohnt geeinten Herde eines einzigen Herdenbesitzers.
Anfänglich war das allerdings noch nicht klar ersichtlich, da die Alp riesig, steil, unübersichtlich und das Verhalten der Tiere nicht vorhersehbar war. Der Hirte war vorsichtig und versprach dem Schafbesitzer, dem Schein nach die Tiere zu hüten, sie jedoch nicht täglich auf die vorbestimmten Weideplätze zu führen. So sollte dieser seine Bedürfnisse nach den Bundesgeldern trotzdem stillen können.
Herrliche Aussichten für den Hirten auf einen schönen Sommer. Er sollte oben den Hirten spielen, brauchte aber nicht dauernd den Schafen hinterher zu rennen. Von einer Behirtung nach Bewirtschaftungsplan wurde damit abgesprochenermassen abgesehen, da der versprochene Lohn für einen solchen Aufwand niemals ausreichend entschädigen würde: Ein Drittel der Subventionsgelder sollte für den Hirten aufgewendet werden. Den Rest von Fr. 16’000.– (insgesamt Subvention von Fr. 24’000.–) wollte der Schafbauer selber einstecken. Man einigte sich trotzdem wie beschrieben und die Schafe wurden aufgetrieben. Der Hirte übernahm die Aufsicht und der Chef kam ab und zu zur Kontrolle. Reklamationen gab’s keine. Anfänglich wollte man sich noch auf Jobsharing für den Hirten einigen, da der Ersatz aber derart unqualifiziert war, kam dies nicht zu Stande.
Der Hirte hütete den ganzen Sommer die Schafe und stellte im Herbst Rechnung für seine Leistung. Plötzlich wollte der Bauer nichts mehr wissen von seinen Zusagen und überwies nur ein Teil des Lohns. Obwohl er hauptberuflich als gutverdienender Angestellter in einer Strafanstalt arbeitet, konnte der Schafbauer den Teilohn erst im Dezember überweisen, nachdem er vom Bund die Fr. 24’000.– ergaunert hatte.
Der betrogene Hirte mahnte schriftlich, aber alle Post kam zurück: keine Annahme der eingeschriebenen Mahnungen durch den Schuldner. Der Hirte eröffnete ein Betreibungsverfahren, aber der Bauer erhob Rechtsvorschlag und man landete schlussendlich vor der kantonalen Schlichtungsstelle des Betreibungsgerichtes. Der Bauer kam trotz Notlügen und Ausreden unter Druck und musste widerwillig Zugeständnisse machen, diese jeweils nur auf richterliche Intervention.
Die Gerechtigkeit strafte den Lügner, denn ehrlich währt am längsten und Lügen haben kurze Beine. Er musste nachzahlen. Aber er war geizig genug, nur das Minimalste zuzugestehen und kam billig davon. Doch zukünftige Beitragsgelder für die Behirtung wurde ihm verwehrt, weil der Hirte dem Bundesamt für Landwirtschaft den widerrechtlichen Bezug von Beitragsgelder steckte, sodass der Bauer die Subventionen für ständige Behirtung nicht mehr erhält. Er kann nur noch Gelder für die Nutzung als Standweide beziehen, was einem Drittel der vorherigen Beiträge entspricht.
Der Hirt geniesst seine späte Rache und toppt das Rachegfühl, indem er die Betreibung im Register des Bauern nicht löschen lässt, obwohl er sein Geld schlussendlich mehrheitlich bekommen hat. Amen.
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Ich denke, ich war ebenfalls Hirt auf dieser Alp (2005). Ich war der erste Hirt, der dort hütete... - besser, der zweite. Der erste hat schon nach einer Woche mit einer Psychose das Weite gesucht. Was kann ich schreiben? Meine Erfahrungen sind zweigeteilt. Es war eines von den typischen Projekten, wo man im Nachhinein denkt: Wäre doch alles ein wenig besser organisiert!!! Der Heli, der die Lebensmittel bringen sollte - die Alp liegt ca. 3,5 Stunden vom letzten Parkplatz - kam zwei Wochen später... Es gab zu wenig Zaun und keine Strategie, einen sinnvollen Umtrieb unter den lokalen Bedingungen zu realisieren. Die Hündin vom Bauern - herzallerliebst, aber halt kein instinktsicherer Border. Und da er ohne jeglichem Grundgehorsam bei mir ankam, war meine Herausforderung, ihr den Sommer das Hetzen der Schafe abzugewöhnen. Treiben ja, hüten nein. Zwar musste ich zweimal den vereinbarten Monatslohn anmahnen, habe aber keinen weitergehenden Probleme mit Geld oder Streit mit dem Bauern gehabt. Er schien mir ein wenig unterorganisiert, aber sonst ok. Meine Meinung zu der Geschichte: Immer Monatslohn vereinbaren und die Bauern auch ruhig für die Lebensmittel in Vorleistung treten lassen. Wenn es da schon knarzt, hat man schon eine Ahnung und kann deutliche Signale setzen.
bevor man auf alp geht auch als hirte so sollte man in der winterziet bei einem bauern der eine alp hat und auf alp geht eine wochlang auf seinem hof mitarbeiten und alles vorher baklaeren und dies auch schriftlich vile muendliche gespraeche fuehren dazu das einige alpbauern hirte suchen und meinen es brauechte kein kennlernen bevor man auf die alp geht die alp sollte man zuvor sehn auch ist es wichtig so zuarbeiten wie s erwünscht ist es gibt auch hirten die meinen sie kennen 15okuehe ja schoen nur der haken dabei ist es gibt einige euterentzuendungen was gut und schoen ist absprache treffen was man auch kann und nicht kann auch vorher den lohn besprech wo man zu dritt ist alles nicht zu einfach es braucht ziet und geduld bis sich das veraendert wo der alphirte als mensch gesehn wird und nicht nur als macher hirten und alphirten arbeiten mit herz und seele nicht alle aber einige es gibt auch alpbauern die es nicht wertschaetzen was ein helfer leistet und werden unter bezahlt selbst die die nur fuer kost und logist arbeiten schoene weihnacht gute ziet und gesundes nuee jahre gruss an zalp die es ermoeglichen noch alpen zu finden wo es noch geschatzt wird lg gnitze7
leider sind diese beiträge viel zu selbstbeschribend und ich kann ihre inhaltlichen angaben nur bestätigen,mit"nur 5 sommer alperfahrung"
Warum richtet mann/frau nicht mal eine Seite ein, (eventuell hier auf zalp.ch?) die Bewertungen der Alpstellen ermöglicht? Natürlich gewährleistet dies keine 100prozentige Sicherheit und auch Verleumdungen sind so möglich. Ich sehe dennoch unterm Strich mehr Vorteile. Die Seite könnte ja so gestaltet sein, dass es mehr um kurze Erfahrungsberichte geht (und weniger um starre Benotung) . Wenn die Seite gut betreut würde, könnten viele viele Älpler davon profitieren!
Ein Kompliment dem Hirten C.M. der sich nicht bodigen liess. Leider sind es immer wieder die gleichen Alpen, die mikrige Löhne und oftmals auch schlechte Rahmenbedingungen/Unterkunft bieten, selbst aber die Sömmerungsbeiträge als eigenen Lohnbestandteil betrachten. Und leider finden sie jedes Jahr über zalp.ch einen Dummmen (oftmals Neulinge) der/die den Job macht.
ich halte es für unvorsichtig bis zum herbst auf den lohn zu warten. ich habe immer teilauszahlungen verlangt. 2-3 mal über den sommer verteilt. es ist nicht mehr zeitgemäss 3-4 monate auf die kohle zu warten. auch in der alpwirtschaft nicht. vorallem im ersten sommer wäre ich da sehr vorsichtig, zumindest auf pacht oder privatalpen.