Flüela Choc Chips
   



Am letztjährigen Symposium des IESHSLBP (Institut zur Evaluation sequentiell harmonikaler Strukturen laktierender Bovin-Populationen) in Flüela haben hochkarätige Wissenschaftler aus aller Welt über neueste Forschungsergebnisse bei Milchkühen diskutiert. Nachfolgend drei leicht gekürzte Referate für alle Freundinnen und Freunde der sequentiellen Harmonie.

zusammengefasst von Dr. Justi und Dr. prof. Till von Below

 

 

Well-being
A happy cowgirl will have happy cows
or
a song a day keeps the veterinary away.

 

Katharina von Wald-Rothenlachen,
Eidg. Forschungsanstalt für Milchwirtschaft, 3097 Liebefeld

eder wird uns zustimmen, wenn wir die Kuh als beseeltes Wesen bezeichnen. Die von Tertullian (160-225 n.Chr.) geprägte Formel animalia naturaliter animatae ist sicherlich eines der frühesten Zeugnisse dieser Erkenntnis. Löst man sich vom reduktionistischen Bild der Kuh als «Milchmaschine», fallen ganz neue, häufig wenig bekannte Wesens- und Verhaltensmerkmale auf. Beispielsweise reagieren Kühe sehr spezifisch auf Stimmungen der Melkerin oder des Melkers. Nach neuesten Erkenntnissen lassen sich diese Reaktionen minutiös anhand von Milchleistung und Milchzusammensetzung dokumentieren. Unsere intensiven Studien zeigten nun, dass sich die Inhaltsstoffe der Milch durch bestimmte Aktivitäten von uns Menschen variieren lassen (Tab. 1).

 

  Tab. 1: Abhängigkeit der Milchzusammensetzung von melkerischen Freizeittätigkeiten.

Eiweiß

Ausreichender Schlaf.
Fett Leckere Süssigkeiten.
Calcium Künstlerische Betätigung.
Magnesium Kontakt zur Aussenwelt (Briefwechsel, Besuch, Telefon...)
Lactose Zärtlichkeiten/Gutes Verhältnis der Menschen untereinander

 


ur Zeit beschäftigen wir uns noch mit der Entwicklung genau standardisierbarer Messparameter für die Punkte Zärtlichkeit und künstlerische Betätigung, die wesentlichen Ergebnisse unserer Studie lassen sich aber bereits jetzt skizzieren: Die schwierigsten Aufgaben und somit eine groSSe Herausforderung bilden die Steigerung des Eiweiss- und des Calciumgehalts, vor allem, weil sie in einem konkurrierenden Verhältnis zueinander stehen (Anm. 1). Am meisten Erfolg war unserem Team bei der Steigerung des Fettgehalts beschert. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen endogen und exogen stimuliertem Fett.

       Endogen stimuliertes Fett wird vor allem durch den Verzehr von Süssigkeiten aus Eigenproduktion erreicht (optimalerweise durch Kekse/Gutsle, bei uns speziell durch die Flüela Choc Chips), hierzu zählen jedoch auch Care-Pakete von Mama, Oma, Onkel oder Honig von befreundeten Imkern. Exogene Fettstimulanz ist hauptsächlich auf milde Gaben der Bauern zurückzuführen (selbstgebackener Kuchen der Bäuerinnen oder Marmelade). In diesem Bereich sind natürlich auch Auswirkungen auf den Magnesiumgehalt (durch den mit den Gaben verbundenen Kontakt zur Aussenwelt) sowie den Lactosegehalt der Milch (Liebe geht durch den Magen) zu berücksichtigen. Als optimal erwies sich ein Verhältnis von 60% endogener und 40% exogener Fettstimulanz. Im Fall eines niedrigen Calciumgehalts der Milch lässt sich natürlich improvisieren ­ dies ist ja ein Grundelement künstlerischer Betätigung. Unsere Kreativgruppe stellte im Laufe der Wochen hier oben ein vielfältiges Mobile aus Pistenfunden zusammen: Sonnenbrillen, Skipässe, Portemonaies, Ski- und Boarder- Equipment gruppieren sich gleichsam durch eine Heubänderne (Anm. 2), blaue Lebenslinie verbunden ­ zu einer schillernden Assemblage. Als musikalischen Ausgleich bei körperlicher Belastung in Höhenlagen empfiehlt Dr. musicalis Skrebber «Renaud Garcia Fons: Oriental Bass»

       Keim- und Zellzahl der Kühe sind natürlich weitere Gesichtspunkte, die in unseren Interaktionsanalysen berücksichtigt werden. Die ausserordentliche Komplexität der Wirkungszusammenhänge lassen hier jedoch noch kein abschliessendes Urteil zu (an einem Tag ist sie Schalm-positiv, dann wieder nix... etc. pp.). Gewisse Zusammenhänge zwischen der Anzahl herumstreunender, erholungssüchtiger Humanoider (besonders Extremsportler) im Weidegebiet und erhöhtem Keimgehalt der Milch wollen wir in der nächsten Saison eingehend prüfen.

 

 
  Flüela Choc Chips      
         
 
8 Essl.
  Öl  
 
160 g
  Haferflocken  
 
90 g
  Mandeln  
 
100 g
  Zucker  
 
50 g
  Schokolade  
 
2
  Eier  
 
100 g
  Mehl  
 
2 Tl
  Backpulver  
 
1 gestr. Tl
  Vanille  
      etwas Wasser und Zitronensaft  
 

Haferflocken in Fett anbraten und Zucker beigeben. Abkühlen lassen. Alle Zutaten verrühren. Eventuell kalt stellen. Aus dem Teig Kügelchen formen und mit genügend Abstand auf ein gefettetes Backblech legen (noch besser: Backpapier verwenden).

Bei ca. 160 °C 20­25 Minuten backen, dann auskühlen lassen.

 
   

 

Ein Paradigmenwechsel in der Nomenklatur von Boviden

Helen Mc Milner, San Diego, CA.

ereits im frühchristlichen Glauben enthielt der Name die Wirklichkeit des Benannten. In den babylonischen Schöpfungsmythen können die Dinge der Welt wirklich werden durch ihr Benanntwerden. Moderne spirituelle Gruppe wie die Sanyassins oder Ananda Marga verleihen ihren Mitgliedern als äusseres Zeichen einer inneren, spirituellen Wandlung neue Namen (so wird aus Jack Krishna Das, aus Bridge Prenal oder aus Marc Govindaji). Bei einer Prüfung der Übertragbarkeit dieser Konzepte stiessen wir auf überraschende Ergebnisse:

       Anscheinend lassen sich positive Auswirkungen bestimmter Lautfolgen auf die geistige und psychische Gesundheit von Paarhufern in absehbarer Zeit wissenschaftlich fundieren. Als Hilfsmittel dient hier ein Vokalograph, der in der Lage ist, Lautformen in Schwingungsgraphen zu übersetzen. Es zeigte sich, dass bestimmte Lautformen disharmonische und andere harmonische Schwingungsgraphen erzeugen ­ vergleichbar mit Sinus und Cosinus Funktionen. Besonders harmonische Graphen werden durch sogenannte Mantras erzeugt. Diese altindischen Ritualformeln aus den Sammlungen des Veda gelten in Indien als personifizierte Kräfte verschiedener, ihnen zugeordneter Gottheiten. Der erste Zwischenbericht unserer prospektiven Kohortenstudie lässt nun erkennen, dass die mit harmonischen Lautformen benannte Kuh- Population eine signifikant geringere Erkrankungshäufigkeit aufweist als die konventionell benannte Kontrollgruppe.

      Erfolgreich verbreiten lassen sich diese Erkenntnisse natürlich nur, wenn es gelingt den Viehhaltern einerseits die praktische Relevanz (geringere Tierarztkosten) und andererseits die Anwendbarkeit der Methode zu vermitteln. Aus unserer Sicht hat sich folgendes Verfahren zur Namensbestimmung bewährt. Nach dem üblichen Anrüsten und Vormelken der Kuh wird (möglichst in der ersten Laktationssphase) der Niedrig Hertz Pol des Vokalographen am vorderen linken Strich befestigt, während der Hoch Hertz Pol am hinteren rechten Strich angebracht wird. Bei der nächsten Melkzeit verfährt man umgekehrt und der Vokalograph bestimmt dann die mittlere Kurvenfunktion. Unser Institut ist seit kurzem in der Lage mit Hilfe unserer umfangreichen Datenbank den Namen für Ihre Kuh zu finden, der der gemessenen, mittleren Kurvenfunktion am besten entspricht.

 

  Züchterische Wege zur Optimierung anpassungsspezifischer Gesichtspunkte bei Hochgebirgsrindviehchern

er hochaktuelle (Anm 3) Beitrag von Herrn Toni Zünsli «Züchterische Wege zur Optimierung anpassungsspezifischer Gesichtspunkte bei Hochgebirgsrindviehchern,» kann hier leider nur zusammenfassend dokumentiert werden. Herr Zünsli diskutiert darin die ungünstige Gewichtsverteilung einer Kuh: «Eine Kuh hat vier Beine, der Mensch hat zwei. Eine Kuh wiegt ca. 650 kg ein Mensch ca. 75 kg, der Mensch kommt hier besser weg. In steilem Gelände werden bereits die zwei menschlichen Beine ­ besonders bei zusätzlichem Gewicht von zwanzig Kilogramm (z.B. in Form eines Wanderrucksacks) oder bei halsbrecherischer Hirtentätigkeit ­ schnell zu einem Problem. Bei Kühen ergeben sich diese Probleme entsprechend früher, d.h. schon ohne Wanderrucksack.» Im Laufe seiner Ausführungen verwirft Zünsli die Erhöhung der Hanggängikeit mittels Stelzen, die an den talwärts gerichteten Vorder- und Hinterbeinen der Kühe angebracht werden. Die Erprobungsversuche hätten ergeben, dass die Ungeschicklichkeit der Kühe beim Umgang mit den Stelzen ein kaum überwindbares Hindernis darstellen. Neuere Züchtungen bieten hier, so Zünsli, jedoch einen Ausweg. «Das Bündner Hangvieh zeichnet sich durch eine ungleiche Länge der Gliedmassen aus, wobei die talwärts zeigenden Beine von Geburt aus länger als die bergwärts zeigenden sind.» Bestimmte Grundvoraussetzungen bei der Weideführung, Stallhaltung und beim Melkmanagment sollten jedoch beachtet werden. «Nur eine Laufrichtung ist möglich, wendet es, kippt es um. Der Ausgangspunkt des Weidegangs (Stall) muss folglich durch Herumlaufen um den Berg erreicht werden. Melkplatz und Stall müssen stufenförmig sein, optimal ist ein analog stufenförmiges Euter.» Toni Zünslis Studie ist über unser Institut zu beziehen.

IESHSLBP
Institut zur Evaluation sequentiell harmonikaler Strukturen laktierender Bovin-Populationen
Flüelaberg, CH-7260 Davos, www.ieshslbp.ch

 

 

 

Stufenstall

 

        Anmerkungen

  1. Die aufmerksame Leserin, der aufmerksame Leser beachte die dicke Staubschicht auf unserer Gitarre.
  2. Die ikonographische Bedeutung des Heubands als Zusammenhang und Rat spendende Instanz für in der Landwirtschaft tätige Menschen manifestiert sich bis hin zu überlieferten Bauernweisheiten: «Weiss der Bauer keinen Rat, nimmt er Heuband oder Draht» (Quelle unbekannt).
  3. Vgl. Peter Sloterdijk: Regeln für den Menschenpark - Ein Antwortbrief über den Humanismus, Frankfurt a.M. 1999. sowie Thomas Gsella: Materialien zur Kritik Leonardo di Caprios, Weinheim und Basel 1999

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