ch
spüle meinen Melkeimer unter dem kalten Wasser, ein kleiner Schluck
für´s Gemüt, ich schaue zu den Ziegen hoch. Sie liegen ruhig auf
dem Felsen, jede auf ihrem Platz, geniessen die ersten Sonnenstrahlen, kaum
Glockengeläut, einige schlafen. Die Ziegen sind heute gerne nach Hause
gekommen, kein Gewitter in der Nacht, ein schöner Morgen, ein wenig
Tau auf dem Gras; es war ein Festessen in der Morgendämmerung.
Ich stosse das Gatter zum Gehege auf,
einige heben den Kopf, es wird einen Moment lauter, ein leises Meckern ertönt.
Mit ihren unschuldigen Augen schauen sie mich an, die Euter prall, einige
stehen auf, ich stehe an einer Stelle im Gehege, wo es etwas flacher ist,
drei, vier Ziegen kommen auf mich zu, drücken ihren Körper seitlich
meinen Beinen entlang, ich bücke mich nieder, stelle den Eimer neben
mich ab, La Nera schaut mich erwartungsvoll an, ich nehme sie am Glockenband,
drehe sie um, sie meckert kurz, mahlt weiter, steht mit dem Hinter zu mir,
die Ohren zurückgelegt. Ich streiche ihr über den Rücken,
die Flanken, entstaube sie, spüre das zarte Fell, die gesunde Haut,
ich rühme sie. sie spreizt die Hinterbeine, ich stelle den Eimer dazwischen,
nehme ihr Euter langsam in die Hand, spüre ihr fleischiges, volles
Euter, umschlinge mit den Fingern ihre beiden Zitzen, ein kleiner Druck
genügt, die Milch schiesst in den Kessel. Ich balle meine Finger abwechselnd
zur Faust, mal links, mal rechts, entspanne sie, spanne sie, entspanne,
spanne, entspanne, erhöhe langsam das Tempo, La Nera neigt ihren Kopf
etwas zur Seite, schaut zurück, ständig weitermahlend, sie ist
zufrieden, ich habe den Rhythmus gefunden, schaue auf ihr Euter, ihre Zitzen,
den Milchstrahl. Im Eimer entsteht immer mehr Schaum, der Milchstrahl wird
sanft gedämpft, mal links, mal rechts, spannen, entspannen, es riecht
nach Milch, nach Ziege, kein Gedanke mehr im Kopf, einfach da sein, bückend
hinter La Nera, den Schaum anstarren, wie er steigt und steigt, einmal links,
einmal rechts, spannen, entspannen, das Euter wird schlaff, ich massiere
die letzten Tropfen aus dem Euter, La Nera mahlt und mahlt, ein letzter
Blick zurück, sie trottet davon, ich schaue ihr nach, sie legt sich
zufrieden auf einen von der Sonne erwärmten Stein nieder, ich entspanne,
...
die nächste.
|
|
|