Zwei Fäuste für ein Ziegeneuter
     



In der Schweiz werden jedes Jahr rund 30'000 Ziegen gesömmert, gut die Hälfte werden gemolken. Die wenigsten Ziegenalpen sind mit Melkmaschinen ausgerüstet, Handmelken ist angesagt. Es gibt keine andere Arbeit auf der Alp, bei der Mensch/Tier sich so nah kommen wie beim Handmelken. Eigentlich möchten alle ÄlplerInnen handmelken, könnte frau/man meinen. Mitnichten. Es wird immer schwieriger, Leute zu finden, die einen ganzen Sommer die Milch von Hand aus den Eutern pressen wollen. Ein Erfahrungsbericht über die "schönste" und "sinnlichste" Arbeit auf der Alp.

Magnus Furrer

 

     
ch spüle meinen Melkeimer unter dem kalten Wasser, ein kleiner Schluck für´s Gemüt, ich schaue zu den Ziegen hoch. Sie liegen ruhig auf dem Felsen, jede auf ihrem Platz, geniessen die ersten Sonnenstrahlen, kaum Glockengeläut, einige schlafen. Die Ziegen sind heute gerne nach Hause gekommen, kein Gewitter in der Nacht, ein schöner Morgen, ein wenig Tau auf dem Gras; es war ein Festessen in der Morgendämmerung.
       Ich stosse das Gatter zum Gehege auf, einige heben den Kopf, es wird einen Moment lauter, ein leises Meckern ertönt. Mit ihren unschuldigen Augen schauen sie mich an, die Euter prall, einige stehen auf, ich stehe an einer Stelle im Gehege, wo es etwas flacher ist, drei, vier Ziegen kommen auf mich zu, drücken ihren Körper seitlich meinen Beinen entlang, ich bücke mich nieder, stelle den Eimer neben mich ab, La Nera schaut mich erwartungsvoll an, ich nehme sie am Glockenband, drehe sie um, sie meckert kurz, mahlt weiter, steht mit dem Hinter zu mir, die Ohren zurückgelegt. Ich streiche ihr über den Rücken, die Flanken, entstaube sie, spüre das zarte Fell, die gesunde Haut, ich rühme sie. sie spreizt die Hinterbeine, ich stelle den Eimer dazwischen, nehme ihr Euter langsam in die Hand, spüre ihr fleischiges, volles Euter, umschlinge mit den Fingern ihre beiden Zitzen, ein kleiner Druck genügt, die Milch schiesst in den Kessel. Ich balle meine Finger abwechselnd zur Faust, mal links, mal rechts, entspanne sie, spanne sie, entspanne, spanne, entspanne, erhöhe langsam das Tempo, La Nera neigt ihren Kopf etwas zur Seite, schaut zurück, ständig weitermahlend, sie ist zufrieden, ich habe den Rhythmus gefunden, schaue auf ihr Euter, ihre Zitzen, den Milchstrahl. Im Eimer entsteht immer mehr Schaum, der Milchstrahl wird sanft gedämpft, mal links, mal rechts, spannen, entspannen, es riecht nach Milch, nach Ziege, kein Gedanke mehr im Kopf, einfach da sein, bückend hinter La Nera, den Schaum anstarren, wie er steigt und steigt, einmal links, einmal rechts, spannen, entspannen, das Euter wird schlaff, ich massiere die letzten Tropfen aus dem Euter, La Nera mahlt und mahlt, ein letzter Blick zurück, sie trottet davon, ich schaue ihr nach, sie legt sich zufrieden auf einen von der Sonne erwärmten Stein nieder, ich entspanne, ...
die nächste.

 

   
 
Melken by Martin Brun

Handmelken

ür die Hände ist das Handmelken eine grosse Belastung. In diesem Rahmen einige Tipps zur Prävention wie zur Pflege, bevor der Arzt mit der Cortisonspritze das gesunde Alpleben ruiniert: Damit das Melken von der ersten bis zur letzten Ziege, vom ersten Alptag bis zum letzten, eine Wonne ist und bleibt.

 
Vor der Alp
   
Finger spreizen, kräftig zur Faust schliessen, spreizen...
  braucht keine Hilfsmittel, überall und jederzeit anwendbar
Melktraining mit Melktrainer oder Gummiring
 

Entspricht eher dem eigentlichen Melken. Am besten das Utensil um den Hals hängen, ansonsten es zu oft zu Hause bleibt.

Melken auf einem Ziegenbetrieb

  Das beste Vortraining mit kundiger Anleitung. Es ist schwierig, für zwei, drei Wochen eine Anstellung zu finden.

Homöopathie

  Nicht selber basteln. HomöopathIn konsultieren. Sie geben auch Kügeli mit auf die Alp, falls sich die Krise anbahnt.
Akupunktur
  Ebenfalls nicht selber basteln. Tut nur weh.
 
Während der Alp
   
Manschetten
 

Elastische Manschetten während dem Melken um das Handgelenk binden. Es stützt das Handgelenk, gibt Gegendruck auf die Sehnen.

Handschiene

 

Während der Nacht wird das Handgelenk fixiert, die bestmögliche Durchblutung ist gewährleistet. Die Hand schläft viel weniger ein. Das Tragen ist gewöhnungsbedürftig, jedoch bei den kleinsten Schwächeanzeichen unbedingt angesagt.

Wasserbad

 

Vor und während dem Melken ein warmes Handbad evtl. mit durchblutungsfördernden Essenzen.

Lymphdrainage
 

Mit dem Reserveabwaschbürsteli das Handgelenk innen herzwärts massieren.

Wachholdergeist

 

Vor dem Einschlafen die Hände und Gelenke mit Wachholdergeist einmassieren. Tut und riecht gut.

Wallwurzsalbe

 

Die schmerzenden Gelenke einreiben oder verbinden.

Hanfgrappa (in Alkohol eingelegter Hanf)

 

Die schmerzenden Gelenke einreiben

 
 
       
   
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