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interessiert niemanden, welche Qualität Käse in den letzten
Jahren auf einer Alp hergestellt wurde. Eine Bestandsaufnahme gibt
es nicht, anhand derer individuell Verbesserungen gemacht werden
könnten. Das Gesetz sagt, was gut und recht ist.
Was heisst das für uns ÄlplerInnen? Wir können uns
zurücklehnen, zur Tagesordnung übergehen, denn eigentlich
geht uns das Ganze nichts an. Trotzdem. Es ist eine Chance für
unseren Arbeitsplatz. Es ist nicht lustig zu wissen, dass nächstes
Jahr die Käseküche im Milchraum ist, wo den ganzen Tag
Neonröhrenromantik herrscht. Auf einem Betonboden im Keller
die Laibe zu pflegen, macht nicht wirklich Freude. Über dem
Presstisch, knapp über Kopfhöhe ein «leicht zu reinigendes«
Kunststoffprodukt als Decke zu wissen, nachdem über Jahre die
Sicht frei war bis unter den First, erhöht die Angst, dass
bald der Himmel auf den Kopf fällt.
Auf der anderen
Seite gibt es Verbesserungen, auf die wir seit Jahren warten. Ein
neuer Abwaschtrog, Türen, die diesen Namen verdienen, Fenster,
die geöffnet und geschlossen werden können, ein Presstisch
gleich einer Ebene und endlich Wasser, da wo es hingehört,
in die Käseküche. Wir sind es, die mit den Neuerungen
leben müssen. Unsere Erfahrungen, unser Wissen ist wichtig.
Fragen wir die AlpmeisterInnen nach den Rapporten, nach den baulichen
Massnahmen, die vorgesehen sind, bringen wir unsere Ideen ein, Verbesserungen,
die uns nützen, müssen wir jetzt vorbringen. Anstatt ein
Märchen, lesen wir uns Abschnitt 4, Artikel 15 ff vor (na dann
Gute Nacht).
Wenn im Herbst
2001 die Bauerei abgeschlossen ist, ist es zu spät, das Geld
ist alle, Lust hat bestimmt niemand mehr, schon gar nicht auf «Hätte
man« und «Hätte frau« von ÄlplerInnen.
Wie heiss die QS-Suppe wirklich gekocht wird, weiss im Moment niemand
so genau. Würzen wir ein wenig mit, essen müssen dann
sowieso wir.
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