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Die Richtlöhne fürs Bündner Alppersonal wurden von einigen engagierten ÄlplerInnen, dem Bündner Sennenverein und dem Bündner Bauernverband 1989 erstmals miteinander vereinbart. vom OK des Churertreffens 94 |
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| Die Lohnhöhe ist Art der
Alp, Ausbildung, Erfahrung, Betriebstreue, Angebot und Nachfrage (!)
abhängig, vor allem aber davon, wieviel uns ÄlplerInnen unsere
Arbeitskraft wert ist, und wie gut wir das den Bauern beim Lohnverhandeln
erklären können. Eine grosse Rolle spielt dabei auch die Infrastruktur
der Alp: der Mindestrichtlohn kann i.O. sein bei einer praktisch und
gut eingerichteten Alp, reicht aber nicht, wenn z.B. zwei mal täglich
gekäst werden muss oder das Hüten zeitaufwendig ist, da in
solchen Fällen der entsprechende Personalbedarf nicht berücksichtigt
ist. Das läuft darauf hinaus, dass schlechte Infrastrukturverhältnisse
oder schwieriges Gelände unterbezahlt werden.
Wie schnell eine sanierte Alp amortisiert wird, liegt in den Händen der Bauern. Der Alpungsbetrag ist stetig gestiegen, die Lohnrichtlinien wurden fast jedes Jahr angepasst; für viele Alpen leider nur auf dem Papier. Mit Blick auf steigende Arbeitslosenzahlen und Europas Landwirtschaftspolitik wird es für ÄlplerInnen wie auch für Bauern nicht einfacher, für gerechte Löhne zu kämpfen. Doch nur die Forderung danach kann eine Realisierung einleiten. Unsere Chance, endlich angemessene Löhne zu bekommen, besteht darin, schlecht bis unverschämt mies bezahlte Alpstellen mit dem Hinweis auf die Richtlöhne strikt abzulehnen. Daher die Aufforderung an Dich, nicht unter dem Mindestlohn zu arbeiten. Es geht um einen gerechten und angemessenen Lohn. Mit dem Untergraben dieses Lohnes tun wir uns selber und anderen ÄlplerInnen keinen Gefallen. In der Regel können die Alpbestosser unsere Lohnforderungen auch erfüllen. Eine Ausnahme bilden vielleicht die kleinen Privatalpen, wo aber z.B. über den Naturallohn ein Kompromiss gefunden werden kann. Für ÄlplerInnen, die mehrere Jahre zur Alp gehen, ist der Alplohn Existenzgrundlage. Den Winter verbringen sie mit Gelegenheitsjobs, feste Arbeitsplätze und geregeltes Einkommen sind die Ausnahme. Und noch mal: Wir diskutieren hier und mit den Alpmeistern immer wieder nur um den minimalen Richtlohn, auch wenn wir langjährige Erfahrung und gute Referenzen mitbringen! Der Lohn ist neben dem verbalen Dank die wichtigste Form der Anerkennung für die von uns geleistete Arbeit. Der Anspruch an Verantwortung und Pflichtgefühl ist über die gesamte Alpzeit enorm hoch. Wenn wir mit der Entlöhnung wirklich zufrieden sein können, sind wir engagierter und kommen wieder. |
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