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welcher
hirte/in oder welcher rechte bueb hat nicht ein "swiss
army knife" im sack und wieviele liegen irgendwo auf einer alpweide,
verloren und betrauert, das weisse kreuz langsam verbleichend. die
wiege unserer eidgenossenschaft in den alpen. willi tell und genossen
sammelten sich unter den 1. augustfeuern um ins tal hinunterzusteigen,
es den damaligen bonzen zu zeigen. gefällt uns doch, oder? daraus
entstand dann die swiss army.
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im prättigau standen sie, die mannen, die bäuerchen, unsere arbeitgeber an der grenze gegen den austro-faschismus, gegen nazi-deutschland. die bäuerchen meine ich, nicht ihre offiziere, die sind nicht über jeden verdacht erhaben. der grenze entlang, immer wieder finden die hirt/innen zeichen und inschriften, namen in bezug auf die grenzbesetzung 1939-45. damals wohnten die soldaten in und um die alpgemächer. habe versucht, mir das so vorzustellen, die zeiten damals. historisch gesehen, militär auf den alpen, das hat es immer gegeben. heute drücken die militär auf die alpen. das mittelland und da wo eben die kasernen stehen, bietet keinen platz mehr für militärische schiessübungen. im berggebiet, das durch bahnen, d.h. bergbahnen, sessellifte usw. immer mehr erschlossen wird, fällt das touristische erholungsgebiet auch weg für knallereien. bleiben also die alpen ausserhalb dieser zonen (davos, klosters, st.moritz, arosa, flims, laax etc.) , das sind eben diese vergessenen idyllischen galtialpen, neuerdings erschlossen mit zufahrtsstrassen. halte im alpvertrag fest, dass du kein militär auf der alp willst, solange du dort arbeiten musst. bevor du deinen vertrag unterzeichnest, ist die alp vielleicht schon an die armee vergeben. bevorzugte zeiten sind ende august und der ganze september bis zum wintereinbruch. verteilt und dem militär zugesprochen werden die alpen im frühling, anwesend sind ein vertreter der gemeinde, der alpgenossenschaft oder alpbestösser, ein kommandant der rekrutenschule, der mann aus chur, der ein berufsmilitär ist (generalstab) und das koordiniert. letzterer ist sehr wichtig. die gemeinden sind am geld interessiert, Fr. 20000.- bis 30000.- je nachdem. die gemeinde, die eine kompanie aufnimmt im dorf, ist verpflichtet, auch die nötige infrastruktur anzubieten, zu verkaufen. unterkünfte und schiessplätze eben. gerade für artillerie und panzer die von 1-4 km und noch mehr schiessen, grosskalibrig, ist es schwer ein plätzchen zu finden. Auf rotumrandeten Blättern wird jeweils ca. 3 Wochen vorher angekündigt, wann und wo geschossen wird. Zuunterst steht eine Telefonnummer der zuständigen Kommandatur. Diese Nummer wird dich aber wohl abwimmeln und bestenfalls vertrösten. Eher zuständig ist Chur. Nimm sofort Kontakt auf mit dem Alpmeister. Dieser mit dem Gemeindepräsidenten und nimm einen klaren Standpunkt ein. Die Taktik der interessierten Kreise ist auch hier Hinhalten, Vertrösten, Beschwichtigen, Verzögern. Ist das Militär einmal da, ist es schon schwieriger sie wieder loszuhaben. In diesem hierarchisch organisierten Verein, angeführt von "Führungskräften" mit der nötigen Agressivität und Verschlagenheit, nehmen meistens die sogenannten "Falken" das Ruder in die Hand. Es wird mit Drohungen (in zwei Stunden sind sie mitsamt dem Vieh verschwunden, diese Alp gehört jetzt uns.) und Zückerchen (können wir irgendwelche Arbeiten für Sie ausführen) gearbeitet. Indessen fängt man sofort an sich einzurichten und man knallt einfach mal herum. Also die Nerven nicht verlieren, es ist Krieg auf der Alp und du musst dich entscheiden, zu welcher Seite du gehörst. Keine Diskussionen (im Militär wird normalerweise sowieso nicht diskutiert), sondern klare Standpunkte vertreten, also KEIN MILITÄR AUF DER ALP Findet eine Solidarisierung zwischen dir und den Bauern statt, so hast du schon fast gewonnen. Nun ist es wichtig Öffentlichkeit herzustellen, dies am besten über die Presse. Lade Journalisten ein und schreibe Leserbriefe, das sollte auch der Alpmeister machen. Klappt die Zusammenarbeit mit den Bauern nicht, gibt es verschiedene Möglichkeiten dich zu wehren. Die Bauern sagten mir: "Treib doch einfach das Vieh ins Zielgebiet". Schön und gut, die Frage ist nur ob du über Tage hinweg tragende Rinder und Milchkühe hin und her treiben willst. Es gab auch schon Älpler/innen, die sich mit Sabotageaktionen z.B. an Zielvorrichtungen zu helfen suchten. Die Offiziere reagieren aber agressiv auf solche Aktionen. Mir hat man gedroht, bevor ich überhaupt etwas unternahm, mich polizeilich abzuführen. Wohl mit dem Helikopter, frag ich da? Gerade jüngere Offiziere spielen gerne Krieg und in Konfliktsituationen verhalten sich auch die Soldaten eher neutral. Immerhin sind die Militärs klar in Überzahl. So ist es gescheiter, Taktik und Strategie diesen Umständen anzupassen. Auf Kuhalpen, wo man zu dritt oder zu viert ist, lässt sich mehr ausrichten. Eine Möglichkeit ist: Bei Erscheinen der Armee sofort Telefon an Alpmeister, setze eine Frist von 2 Tagen und drohe mit Arbeitsniederlegung bei Nichteinhaltung. Weise daraufhin, beim Kommandanten, wie auch beim Alpmeister, dass es dir nicht möglich ist, unter diesen Umständen deinen Auftrag weiter auszuführen. Wenn nichts passiert, gehe in das Dorf hinunter und verkünde deine Arbeitsniederlegung. So wird allen Bauern klar, dass du es ernst meinst. Suche Verstärkung auf Nachbaralpen und im Freundeskreis. ALLE Aktionen immer mit Information an die Öffentlichkeit. In den letzten drei Jahren haben Armeeübungen auf den Alpen zugenommen. Die Opposition gegen offizielle Armeeschiessplätze hat allerorts zugenommen. Solltest du dich arrangieren, d.h. die Armee dulden auf deiner Alp, dann kannst du sicher sein, sie in den nächsten Jahren regelmässig anzutreffen. Auf diese Art werden immer mehr halb-offizielle Kleinschiessplätze eingerichtet und das Militär hält krampfhaft an diesen fest. Es gibt keine andere Möglichkeit, geschossen wird irgendwo, so eben bei dir. Tag und Nacht. Im übrigen gibt es auch ein Gesetz, Artikel so und so, worin die Schweizer Armee berechtigt ist, Alpen zu beschlagnahmen. Dieses Gesetz wird aber ungern beansprucht. Man will nicht in ein schlechtes Licht gerückt werden. Es ist auch zu erwarten, dass die Militärs im Hinblick auf die Initiative zur Abschaffung der Armee eher zurückhaltend bleibt. Offizielle Schiessplätze sind:
Wichtig ist nun, sämtliche militärischen Vorkommnisse zu sammeln und zu melden, am besten ans Alparchiv, Postfach 987, 8021 Zürich Einen schönen Sommer ohne Armee .... |