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Offener Brief Mittlerweile ist der Alpsommer 1992 zu Ende. Für Sennen/-innen, Hirten/-innen und Herden brachte er wieder neue Eindrücke und Erfahrungen. Manch eine/-r wurde von schlechtem Wetter überrascht andere auch vom Militär. So befanden auch wir uns plötzlich im Manövergebiet, da ein Teil des bewirtschafteten Alpgländes direkt im Zielgebiet der Artillerie lag und sich das übrige Alpgelände und die Gebäude in der für Menschen verbotenen Sicherheitszone befand. Somit kamen zwei miteinander unvereinbare Verträge auf uns zu. Zum einen das Verbot, die Sicherheitszone zu betreten, zum anderen der Arbeitsvertrag mit der Alpgenossenschaft, welcher uns zur Versorgung der Tiere und des Alpbetriebes verpflichtete. Mit dieser Problematik wendeten wir uns an die zuständige Militärinstanz, deren Lösung darin lag, die Schiessanzeige nachträglich um den Wortlaut "Hütte Alp X nicht gefährdet" zu erweitern. Hiermit zeigte das Militär einen sehr fahrlässigen, verantwortungslosen Umgang mit den eingerichteten Sicherheitszonen. Es wirft sich die Frage auf, wie solch eine rechtswidrige Handlung militärrechtlich begründet werden kann und woher die Bevölkerung ihr Vertrauen nehmen kann für zukünftige Manöver. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass durch schlechtes "Nachsammeln" Blindgänger auf den Weiden bleiben und eine weitere Gefahrenquelle für Lebewesen sind. Sowie Geschosse und deren Hülsen eine Umweltverschmutzung sind. Des weiteren war es eine bittere Enttäuschung zu erfahren, wie wenig die Gemeinde ihren Alpbetrieb mit Tieren und Menschen berücksichtigte und ohne zu zögern die Zustimmung für das geplante Manöver erteilte. Wäre es nicht möglich, die Manöver in die "alpfreie" Zeit zu legen, um die Gefahren für Mensch und Tier auszuschalten? Sowie eine bessere und kontrolliertere Aufräumaktion im Zielgebiet zu leisten? An dieser Stelle ein Tip an alle Gemeinden, Genossenschaften, Bauern/-innen, Älpler/-innen: Sprecht doch schon im Winter bei Vertragsabschluss eure Gedanken und Forderungen für den Fall eines geplanten Militäreinsatzes durch, und haltet dies schriftlich fest. Hütten- und Hirtinnenmannschaft Alp Tambo |