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Initiativa da las Alps contra Bronchitis Von Lukas Gantert |
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| Mai
93:
In einem idyllischen Bündner Bergdorf haben kleine Kinder chronisch verstopfte Nasen und allnächtliche Hustenkrämpfe. Das ist im Mai 1993 normal. Eine Bäuerin vermutet Pseudo-Krupp bei ihren drei Kindern. Diese seien nicht die einzigen, die daran litten. Das Dorf ruht am Grunde einer kleinen Talschaft, welche durch zwei Schluchten begrenzt ist. Wird von der einen Schlucht zur andern eine Gerade gezogen, ergibt sich etwa der Linienverlauf einer Transitachse. Unser Dorf ist durch eine solche Strasse von seinen Wiesen getrennt worden. Heute heisst es, das Dorf liege an der N13. Diese Piste ist ,,nur" eine zweit- oder drittklassige Nationalstrasse, da sie teilweise zu wenig breit ist für 40-Tönner. Etappenweise wird sie nun zu einer erstklassigen Nationalstrasse ausgebaut. Das Monster wächst weiter: 1979, vor der Eröffnung des Strassentunnels, haben täglich 80 Lastwagen den Gotthard passiert. Zwei Jahre später waren es schon zehnmal mehr, und heute donnern an Werktagen 2300 schwere Lastwagen durch das Reusstal und die Leventina. Die Prognosen sind alarmierend: Trotz Transitvertrag und Neat wird der Strassentransit dramatisch zunehmen. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft rechnet schon im Jahr 2000 mit bis zu 6600 Lastwagen pro Tag, eingeschlossen Samstag und Sonntag. Das ist nochmals mehr als eine Verdoppelung (!) in den nächsten Jahren. Welche Dimensionen der Strassenverkehr sonst noch annehmen soll zeigt die Tatsache, dass die EG zusätzlich noch 12000 (1) Kilometer Autobahnen bauen will (steht übrigens kleingedruckt im EWR-Vertrag, über den wir vor kurzem abgestimmt haben). Parallel dazu steigt die Lärm und Schmutzfracht: 18400 Tonnen Stickoxyd werden die Transit-Laster zwischen Basel und Chiasso in die Luft ablassen. Die Gotthard-Route ist aber nur eine von vielen im Alpenbogen. Ärzte warnen vor dem lebensbedrohenden Ausmass der Luftverschmutzung in den Alpentälern. Vor allem Kinder und alte Leute leiden unter Atemwegs- und an deren Erkrankungen. Auch die Schutzwälder sterben sichtbar ab. Waren 1985 ,,erst" 43% der Bäume in den Gebirgswälder krank, waren es 1990 bereits 72% (!). Wie sieht es heute aus? Und in 2 Jahren? Wenn wir nichts dagegen unternehmen, werden die grünen Alpentäler bald in unfruchtbare Wüsten verwandelt worden sein. Viel zu tun: Das Lohnniveau im europäischen Binnenmarkt ist auszugleichen, unter anderem damit der Anreitz entfällt, Halbfertigprodukte quer durch Europa zu fahren, nur um Niedriglohnregionen auszunutzen. Die Kostenwahrheit im Verkehrswesen ist durchzusetzen, da die zur Zeit zu billigen Transporte zu unnötigen Fahrten verleiten. Der Ausbau weiterer Transitrouten muss sofort gestoppt werden. Generelles Nachtfahrverbot für grosse Lastwagen europaweit ist zu erlassen. Gifttransporte und der Transport von Rohstoffen dürfen nur auf der Schiene abgewickelt werden. Die Annahme der Alpeninitiative ist nur ein Schritt in diese Richtung, aber ein wichtiger. Abstimmungskampf: Die Alpeninitiative, welche 1989 von Menschen aus
den Gebirgskantonen lanciert wurde, kommt noch dieses Jahr zur Abstimmung
(Sept. oder Nov.). Sie verlangt, dass der Transitgüterverkehr
(von Grenze zu Grenze) von der Strasse auf die Schiene verlagert
wird. Zudem verlangt sie, dass die Transitstrassen Kapazität
nicht erhöht werden darf. Es ist sehr wichtig, dass diese Initiative
angenommen wird. Auch wenn sie keine Maximalforderungen enthält,
ist sie momentan das einzige und wirkungsvollste Mittel, in die
Verkehrspolitik, auch europaweit, einzugreifen. In allen Kantonen
haben sich Regionalgruppen gebildet, die den Abstimmungskampf mit
den verschiedensten Aktivitäten führen. Wir Älplerinnen
und Älpler sind aufgerufen, uns daran zu beteiligen, indem
wir brauchbares Werbematerial wie T-Shirts, Weine, Kochbücher
oder Kleber kaufen und benützen, oder in den umliegenden Restaurants
für Alpeninitiative-Tischsets werben. |
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