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Jeden Sommer gibt es Diskussionen unter Älplern und Bauern, wie man die Kühe trockenstellen soll. Hier sind die gängigen Methoden samt ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet. von Martin Bienerth. |
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Die Kuh braucht eine Pause Vor der Geburt braucht jede Kuh eine bestimmte Zeit, in der sie sich auf ihr Kalb und nicht auf die Milchproduktion konzentrieren kann. Sie muss sich vom täglichen Melken erholen und deshalb 8 Wochen vor dem Abkalbetermin trocken gestellt werden. Kühe, die gesund sind, lassen sich in der Regel ohne Probleme trocken stellen. Die Euter sollten zwei Wochen vor dem Trockenstellen genau beobachtet und abgetastet werden. Die Milch muss sauber sein und darf keine Flocken enthalten. Jeden Sommer gibt es Diskussionen unter Älplern und Bauern, wie man trockenstellen sollte. Beobachtetes Trockenstellen auf Alpen: |
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Alle drei Methoden sind in der Praxis üblich
wobei letztere, vor allem bei jüngeren Bauern, immer mehr
Beachtung findet. |
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Trockenstellen über einen längeren Zeitraum Viele Tierhalter, sowohl Älpler als auch Bauern,
halten es nicht aus, wenn ein Euter nach dem Aussetzen des Melkens
wieder prall wird, vor allem dann, wenn die Kuh zuvor noch mehr
als drei Liter pro Melkzeit gegeben hat. Diese Kühe werden
wieder angerüstet und gemolken in der Hoffnung, dass die Milch
zurück geht. Dies geschieht auch, doch der Kuh wird dadurch
kein grosser Gefallen bereitet. Jedes Anrüsten und Melken ermöglicht
eine erneute Milchbildung, das ,,innere" Trockenstellen der
Kuh wird hinausgezögert und kann sogar zu Gefahren in der Tiergesundheit
führen. Es gibt immer mehr Stimmen, die diese Methode ablehnen. |
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Trockenstellen durch nur einmaliges Melken pro Tag Viele stellen ihre Kühe so trocken, dass sie
täglich eine Melkzeit aussetzen um dann nach ein paar Tagen
das Melken ganz aufzuhören. Auch hier wird die Milchbildung
erst richtig unterbunden, wenn nicht mehr gemolken wird. Milch von
Kühen, die nur noch einmal am Tag gemolken werden, enthält
einen deutlich höheren Zellgehalt und muss als käsereiuntauglich
eingestuft werden. |
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Sofortiges Trockenstellen Auf der Alp leben in der Regel keine Hochleistungskühe, die mit enormen Kraftfuttermengen gefüttert werden. Selbst die Zufütterung geringer Mengen Kraftfutter ist sehr selten. Unsere Alpkühe sind Grundfuttertiere, die fähig sind, das Grünfutter der Alpweiden in 10 - 30 Liter Milch pro Tag zu verwandeln. Wenn diese Kühe gesund, insbesondere eutergesund sind, können sie schlagartig trockengestellt werden. In der Regel fallen diese Kühe auf der Alp im September auf 1 - 5 Liter Milch täglich zurück, wenn sie ab November kalben. ,,Gibt eine Kuh noch drei bis vier Liter Milch pro Melkzeit nur aus dem Grundfutter, und das sechs Wochen vor dem Kalben, dann besitzt solch eine Kuh auch die Fähigkeit, diese Milch nach dem Trockenstellen wieder zurück zu nehmen." Diese Beobachtung eines Tierarztes deckt sich mit eigenen Erfahrungen. Aus der Physiologie der Kühe ist bekannt, dass sich nach dem Trockenstellen von heute auf morgen im Euter der Druck in der Milchdrüse vergrössert, bis er den Blutdruck übersteigt. Die milchbildenden Zellen können so nicht mehr von der Blutbahn richtig versorgt werden. Die Milchbildung geht zurück und hört nach etwa 36 Stunden ganz auf. Das Euter schwillt also an, was ganz normal ist, um dann nach einigen Tagen, wenn sich die Milchdrüse zurückbildet, einzufallen. Die noch im Euter befindliche Milch wird gänzlich vom Körper der Kuh zurückgenommen. Das Trockenstellen von heute auf morgen hat den Vorteil, dass der Rückbildungsprozess des Drüsengewebes nicht ständig gestört wird durch wiederholtes Anrüsten und Melken. Viele Bauern verbinden das sofortige Trockenstellen
mit dem Einsatz von sog. Trockenstellern, das sind Langzeitantibiotika
in hochwirksamen Dosen. Damit geben sie die Verantwortung des Trockenstellens
an ein ,,Mittel" ab und erhoffen sich so die versprochene ,,Wirtschaftlichkeit". |
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Es wird immer Kühe geben, die schwer trocken zu stellen sind, zum Beispiel solche, die die Milch laufen lassen. Hier müssen individuelle Entscheidungen getroffen werden, indem auch auf das schlagartige Trockenstellen verzichtet werden muss. Bei Tieren, deren Euter vor dem Trockenstellen nicht in Ordnung ist, sollte immer ein Tierarzt zugezogen werden. Unter gewissen Umständen kann hier oder da mit einer gezielten Antibiotikabehandlung einem Viertel geholfen werden. Gerade auf der Alp, wo für die hochtragenden Kühe optimale Bedingungen herrschen, wo nicht zu feistes oder getriebenes Futter wächst und wo die Tiere sehr viel Bewegung haben, sollte das Trockenstellen ein Kinderspiel sein. Ein kundiges Auge, ein empfindsamer Tastsinn und das
Gespür für ein gesundes Kuheuter sind Voraussetzungen
für ein problemloses Trockenstellen. |