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Die
Davoser Parsennbahnen wollen hoch hinaus: Das idyllische Hochtal Fondei,
reich an Flachmooren und intakter Berglandwirtschaft, soll für
den Davoser Skizirkus erschlossen werden. Dagegen wehren sich vier betroffene
Frauen, tatkräftig unterstützt vom WWF.
von Kaspar Schuler |
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Mit dem Slogan "Take me higher" lockten die Parsennbahnen auch diese Saison wieder Skigäste nach Davos. Aber Loni Engel, Bäuerin in Langwies ennet dem Weissfluhgipfel, wird bedrückt statt "high", wenn sie an die Parsennbahnen denkt: "Mir ist zum Heulen zumute." Im vergangenen Dezember lehnte die Gemeinde Langwies mit 62 zu 54 Stimmen den Antrag ab, alle Wintersportzonen in ihrem Hochtal Fondei zu streichen - nachdem dies noch im September ähnlich knapp bejaht worden war. Damit steht den Davoser Parsennbahnen (DPB) die Türe zur Skigebiets-Neuerschliessung offen. Der Expansionshunger von Graubündens zweitgrösstem Bergbahnunternehmen - es besitzt auch die Bergbahn Davos-Pischa und hat kürzlich die Rhinerhornbahn übernommen - ist gewaltig und reicht bis nach Fideris im Prättigau. Dort kaufte die DPB einen Teil des Skigebietes Fideriser Heuberge auf. Unerschlossen ist einzig die Lücke dazwischen, im Fondei. Diese Lücke will DPB-Präsident Andreas Gredig mit drei Sesselbahnen und einem Bergrestaurant schliessen. Sein Endziel ist es, bis Anfang des nächsten Jahrtausends von derzeit 284 Hektaren auf 615 Hektaren Skipisten zu kommen und damit in die weltweiten "Top Ten" der Skigebiete aufzusteigen. Sein Gigantismus ginge auf Kosten anderer Skigebiete der Region und ist auch in Davos umstritten. Gredig nennt dies hingegen "visionär". |
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Bedrohte Idylle Oben im Fondei liegen blumenreiche Alpweiden mit der Maiensäss-Siedlung Strassberg, für Ferien genutzt und noch heute hingebungsvoll von Langwieser Bauernfamilien in Harmonie mit der Natur bewirtschaftet. Noch etwas höher, am Durannapass, liegen verschiedene Flachmoore und eine Moorlandschaft, alle von nationaler Bedeutung. "Der Durannapass ist Lebensraum der zwei stark gefährdeten Insektenarten Speer-Azurjungfer (Libelle) und Braunfleckiger Perlmutterfalter", betont das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft. Wie seit jeher gurgeln der Fondeier- und der Seebach, ungestaut und lebendig. Nach der Entfernung alter, zwanzigjähriger Skiliftruinen präsentiert sich das Fondei heute als alpines Kulturjuwel. Das wollen die Parsennbahnen nach eigenen Worten zwar schonen und ihre Bauten neben die Moore stellen. Doch verschandelt, verstellt und mit Rummel belegt würde die Landschaft auf jeden Fall. Ortsansässige befürchten auch Planierungen, trotz gegenteiliger Beteuerung der DPB.
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Couragierter Kampf für die Natur Mit ihrer ganzen Liebe und Verbundenheit zum Hochtal kämpfen Myrtha Zippert, Maria Sprecher, Maria Margreth und Loni Engel fürs Fondei neben-ihrer Arbeit für Familie, Bauernhof und Gemeinde und obwohl sie dabei oft das Wasser am Hals haben. Mit ihren Aufklärungsbemühungen bei den Ortsansässigen, Kantons- und Bundesämtern fühlen sich die vier Frauen manchmal hilflos gegenüber den Einflussnahmen von Parsenn-Präsident Gredig. Werden sie auch noch von Gemeindepräsident Lorenz Beck angegriffen, wird ihr Leben schwierig. Doch die couragierten Frauen erhalten Solidarität aus der ganzen Schweiz, und Peter Lüthi, Bündner WWF-Regionalkoordinator, unterstützt sie seit Beginn des Widerstands nach Kräften mit Rat und Tat. Wo Bündner Landschaften bedroht sind, wird er aus tiefempfundener Naturverbundenheit aktiv. Und werden mit der geplanten Skigebiets-Neuerschliessung auch noch raumplanerische Grundsätze verletzt und sogar umweltrechtliche Falschinformationen verbreitet wie durch die Parsennbahnen zweimal geschehen , wird für den WWF Widerstand zur Pflicht. Dass trotz der Pattsituation in Langwies konstruktiv weitergekämpft wird, steht fest. Peter Lüthi: "Gerne würden wir in Langwies mithelfen, eine sanfte touristische Entwicklung anzugehen. Die achtjährige, erfolgreiche WWF-Erfahrung aus dem Val Lumnezia (Lugnez) stellen wir gerne zur Verfügung. Treiben die Parsennbahnen die Expansion weiter, sind wir aber auch bereit, alle unsere Mittel auszuschöpfen." |
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