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Ein paar Ehrungen langjähriger Älpler, in der Bergbauernschule Hondrich im Berner Oberland, machten mich aufmerksam auf gewaltige Zahlen von Alpsommern. Fünfzig und noch mehr Jahre auf der Alp. Ein ganzes Leben im Rhythmus des Aufziehen, Umziehen und an den Kälberstricken ziehen, Jahr für Jahr. So ist die Alp eine Lebensgeschichte geworden. Vielleicht würde einer dieser Marathon-Älpler etwas aus seinem Leben erzählen. Also habe ich ein paar aus der Liste von den 67 Geehrten (!) angeschrieben, und tatsächlich bekam ich nach ein paar Tagen Antwort. Gottfried Oswald aus Aeschi bei Spiez hatte nach 63 Alpfahrten 1997 seine letzte Alpzeit. Mit 79 Jahren sei es auch an der Zeit die Alp abzugeben, war zu lesen. So war ich, als bescheidener Älpler mit sechs Alpsommer, natürlich auf dieses Treffen gespannt. Das Gespräch führte Harald Satzer |
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In der einfachen Küche seines Bauernhauses am Fusse des Niesen erzählte der Altälpler nun von seinem Leben:
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Vom Vater habe ich alles gelernt. Den Käse brauchten wir für uns, und mit der Restmilch futterten wir die Kälber. 1939 machte ich die Rekrutenschule. Beim Urlaub habe ich dann zu Hause geholfen. In die Ferien war ich nie, auch nicht im Ausgang. Dafür war ich auch nie krank.
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Die Tiere hatte ich gern. Ich habe sie nie geschlagen, ich habe keinen Stock. Sie kommen auf mich zu. Meine Kost ist sehr einfach. Brot, Käse, Milch. Zum Mittag habe ich drei bis vier Kartoffeln gewaschen, geviertelt und dann zu Würfel geschnitten und mit Rüebli in der Pfanne gekocht. Das Kartoffelwasser habe ich dann noch getrunken. Mit den Älplern von den anderen Alpen hatte ich es gut, da habe ich nichts zu klagen. Im Gegenteil, wir haben uns geschätzt. Die Nachbarn haben oft gefragt, wie lange ich noch machen will. "Das du gäng so magsch." Ich wollte schon lange aufhören. Jetzt bin ich 79 und da weiss man nie, was noch kommt. Ich mag schon noch etwas machen, vielleicht mehr wie mancher Junger. Ich bin es gewohnt. Nun macht mein Neffe weiter auf der Alp Untergungg. Ich behalte ein paar Kühe und bauere daheim weiter, nur zur Alp gehe ich nicht mehr."
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