Die Vierplus Kuh
     
 


Mit der "Vier Plus"-Kuh auf Erfolgskurs
Für die Herausforderung der freien Martktwirtschaft, die in naher Zukunft auch die Schweizerlandwirtschaft bestimmen wird, ist nicht nur Leistungswille, sondern auch unternehmerische Kreativität gefragt. Die Viehzuchtgenossenschaft Alpha+Omega hat kürzlich vor Experten eine vielversprechende Neuzüchtung vorgestellt: die Fünfstrichkuh. Da die patentrechtlichen Fragen noch ungeklärt sind, können wir leider weder die Ortschaft noch den Namen des Verfassers nennen.

ein Züchter berichtet
 

5-Strich-Euter

 

 

 

 

Fünf Zitzen

 

 

K-Kaseinwerte

 

Die Idee zu dieser Neuzucht reicht weit zurück. Der Anstoss dazu kam anlässlich einer der jährlichen Bildungsreisen unserer Genossenschaft. Ziel war damals eine sogenannte Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, kurz LPG1 in der vormaligen "DDR", die unser initiativer, aber leider verstorbener Obmann K.. organisiert hatte.
Die Besichtigungen waren recht interessant und gaben zu lebhaften Diskussionen Anlass. Service und Komfort in den Gaststätten liessen aber etwas zu wünschen übrig. Dies war dann im folgenden Jahr in Südfrankreich einiges besser.
Was uns damals gefiel an den LPGs: die hatten den Achtstundentag; wie alle Werktätigen hatte die Bauernsame drüben Anrecht auf Ferien, ebenso waren die Sozialleistungen dieselben wie bei allen anderen. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die heute weigern, sich privatisieren zu lassen.
Geheimzucht in der LPG

Bei der Besichtigung des Gemeinschaftsstalles entdeckte dann unser Benjamin M. zuhinterst im Stall die Fünfstrichkuh. Die fünfte Zitze war von derselben Grösse wie die anderen und gab Milch. Sie befand sich zwischen den Hinterbeinen. Jede Auskunft darüber wurde uns verweigert. Der zuständige Melker führte uns unter Protest unseres Obmannes weg.

Schon bei der Rückfahrt wurde uns klar:  Was die können, können wir besser. Nun, im damals beginnenden Zeitalter von KB und jetzt des ET ging die Zucht zügig voran. Es war klar, dass wir uns auf unser braves und bewährtes Zweinutzungsrind, die Braune, stützen würden. Das Zuchtmaterial war günstig zu bekommen, niemand wollte Tiere mit überzähligen Zitzen. Das einzige wirklich grosse züchterische Problem war die Ausrichtung des fünften Strichs. Bei allen anderen Merkmalen wie Befruchtungsrate, Abkalbvorgang, Endabkalbdatum, Tiefe, Melkbarkeit usw. versuchten wir, den landesüblichen Durchschnitt zu halten. Was uns gelang. Heute können wir stolz auf eine züchterische Pioniertat zurückblicken.
Gerade in der heutigen Zeit von IP und Natura Beef liegen wir im Trend. Die vier üblichen Zitzen werden mit den Maschine gemolken, beim fünften Strich setzt man während des Melkvongangs das Mastkalb an..

Hervorragende Leistung!  Die Milchmenge konnte um ein Fünftel erhöht wenden; der Fettgehalt liegt mit 4% etwas unter den BS, dafür erreichen wir mit 3,6% Eiweiss dieselben Werte. Mit dem k-Kasein gibt es ebenfalls keine Probleme. Bei den Winterfütterung braucht es ein Grundfutter von durchschnittlich etwas über 6MJ NEL/kg TS, was in etwa einer Hochleistungskuh entspricht.Zusammenfassend kann gesagt wenden: wir haben hier ein leistungswilliges Zweinutzungsrind mit sehr hoher Milchleistung und gutem Fleischansatz, ein ansehnliches Fundament, das mit einem wesentlich, verbesserten Euter ausgenüstet ist. An das neue Aussehen wird sich der unternehmerische Bauer schnell gewöhnen. Man könnte fast sagen: wir‚ zielen nicht auf EG92, sondern auf Die Neue Weltordnung.
Oder wie Melchior Erler und Heiri Suder vom SBV wie aus einem Munde sagten: „Einfach super, dieses neue Zuchtmaterial.“
Oder nochmals anders, wie unser japanischer Kollege von der Zuchtgenossenschaft Fuji-Ku euphorisch auf unseren Bericht antwortete:

Reich floss die milch von vier
Nun in fünften schon
grauer bauernhimmel
jetzt wolkenlos
 

 


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