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Ich stelle eine Reihe von Büchern vor, die mir das Hirtenleben verzaubert haben. von Rosmarie Boschetti |
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Langsam drang diese unnatürliche Stille in mein Bewusstsein und beunruhigte mich. Ich richtete mich auf und blickte um mich. Selbst die Vögel, die noch vor wenigen Minuten am wolkenlosen Himmel ihre graziösen Schleifen gezogen hatten, waren verschwunden. Weit unter mir in der tiefen Ebene lag der See so ruhig, als wäre er zu einem Spiegel erstarrt, der nur noch die blaue Stille des Himmel reflektierte. Wie kam ich an den Rand dieser steilen Klippe, hatte ich mich doch vorher auf einem sanften Hügel ins Gras gelegt. Ich wollte mich gerade von dem klaffenden Abgrund zurückziehen, da hörte ich Schritte, ein eiliges Fussgetrappel. Die Schritte kamen immer näher, bis winzige, kalkweisse Männchen auftauchten, die nicht grösser waren als meine Handflächen ... Die Mehrzahl der
Alpsömmer verbrachte ich alleine in den Bergen als Galtviehirtin.
Dadurch bekamen Bücher und Radiosendungen eine grosse Wichtigkeit.
Beim Lesen und Zuhören entsteht eine andere Welt, die zuerst
fremd ist aber bald schon den kleinen Ereignissen im Alltag Flügel
verleiht. So kann es geschehen, dass für kurze Zeit das hüten
zum Abenteuer wird und der kleine Baum fröhlich "Guten Morgen,"
grüsst und so den Aprikosenbaum erschreckt, der damit beschäftigt
gewesen war, den Bienen den Hof zu machen. |
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"Iiich? Ein Baum." "Ja gut, aber was für einer?" fragten die beiden Alten im Chor. "Das weiss ich nicht. Genügt es nicht, ein Baum zu sein?" "Nein, du musst etwas Bestimmtes werden. Schau, Aprikosen sind am fleissigsten. Gefallen sie dir nicht?" sprach der Aprikosenbaum schmeichelnd. "Ja doch", antwortete der junge Nachbar und bekam solgleich zwei zierliche Aprikosenblätter. "Lass dich, junger Freund, von dem Marmeladentrottel nicht einmachen. Aepfel sind das Schönste auf der Welt." Der Apfelbaum sprach so überzeuend, dass der kleine Baum zwei Apfelblätter bekam. Das geht nicht. Du musst dich entscheiden. Apfel oder Aprikose?" erboste sich der andere Nachbar. "Ich weiss es noch nicht. Ich brauche doch Zeit," wundert sich der junge Baum. "Armer Trottel," stöhnten die beiden Alten. Der kleine Baum beobachtet die Sonne und sie gefiel ihm, weil sie so rund und leuchtend war. Kurz vor ihrem Untergang bekam er ein rundes Blatt. Es wurde dunkel, aber der junge Baum war so aufgeregt, dass er nicht schlafen konnte. Es war seine erste Nacht. Die Sterne grüssten ihn, und alsbald erkannte er, dass kein Stern dem anderen glich, jeder hatte eine andere Geschchte. Der Mond verzauberte seinen Zuhörer mit seinen Erzählungen, bis er in der Dämmerung in Schlaf fiel. Am nächsten Morgen staunten die Nachbarn über die vielen
neuen Blätter, einige sahen wie Sterne aus, und aus dem Wipfel
ragte ein kleiner Stiel, der einen grünen Halbmond trug. |
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