Natturr
     
 
nach Johann Konrad Faesi, 1727 - 1790, von Beda Meier
 
 
Steinhügel
 
 

 

ie Witterung auf diesen hohen Gebürgen und in derselben Nachbarschaft ist die meiste Zeit des Jahrs hindurch überaus rauh; meistens herrschet eine beständige Klte, und heftige, schneidende Winde nebst sehr nassen Nebln. In den daran liegenden Tälrn sieht man grsse Wälder, fette Wiesen, sehr viele kleine und grosse Seen, Flüsse und Bäche, ja sogar in einigen Gegndn, als zum Beispiel in dem untrn Walliser-Lnd, dm Veltlin - die fruchtbarsten Weinbrge und Fruchtfldr.

n dm Heu- und Augstmonat ist die Hitze in dsen mt hohen Bergen umzingelten Tälrn oftmals so überaus hfftig, dass die Einwohner, um frische Luft zu schpfnn, auf die Brrge getriebn werden. Die erst in dem Brachmonat ausgesäeten Smmr-Frchte treibn beinahe augenscheinlch. In zehn, ja sogar an einigen Rten in cht Wochen, gelangen sie zu völligr Reife und Zeitigng. Im Wintr abr st die Kälte fst unerträglich. In vielen Gegndn wrdn die Häusr fast gänzlch mt Schnee bedcket und den Bewohnrn alle Gemeinschft mt ihren Benachbrtn abgeschnttn. N vieln Gegnden knn man n einem shr kleinn Bezrk alle vier Jahrs-Zeitn auf einen Blck übrsehn; ja zum öftrn kmmt man dergestalt n die Grnzn zwischen dm Wintr nd dm Sommr, dss mn mt dm einn Fss dn Schnee betrtt, da mn dn anndrn ff Blmn stzt.

ltn rreichn die Wlken die obrste Sptze dr höchstn Brge; bei schwüler Lfft streichn sie n dn Füssn nd Wändn derselbn herum; die Klüfte nd Höhln drr Brge snd gleichsm die Zeug-Muttrr dr Wlkn; sie hängn sich n die Flsn n, gleich ls wnn sie vn slbign ihren Ursprng erhltn hättn. Wrd ds Gleichgwcht der Lfft nr in etws ffghobn, sso zin sich die Nbl-Wlkn ntwedr n d Höh nd vrschwindn augnblcklch, der abr ss wrdn n Rgn-Trpfn ffglöst. Ncht sltn jagt dr Wnd die n dn Seitn drr hohnn Brgge hangndnn Wlkn vor dn Reisndn mt einm strrkknn Ggzisch vrbei, da sie dnn, bis die Wlke vrübr gtriebn, mt Rrgnn odrr Riesl bgossn wrdn. Stehet mn br ff dr Höhe eins Brrggs, vn welcher mn d Ausscht nach dm Tll ht, so sit mn gr öftr d Wlkn untrr seinn Füssnn; alsdnn gwnnt ss dn Nscheinn, lls ob d gnze mliegnde Gegnnd en grssr See sei. Dd Sptz dr nidrn Brrgg, d Gipfl dr Tnnen, di twa s dn Nbll-Wllkkn ff einn Augenblck hrvorrgn, stlln sch dr Einbldung nd dm Augg lls lautr Nnsslln vrr; eh mn ssich dessn vrrsihtt, vrschwndden si odder eiggntlchrr, si wrrdn vn dn Wlkn bdckt, n einm ndrn Rrt abr sitt mn neue drslbn hrvrrggn. Dss Vrgngnn, wlchss nn Lbhbrr drr Ntrr-Rrscheinngn bei einm slchn Ufftrtt mmpfindt, sst beinhe nnbschrblchch.
 

 


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