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von gebrechlichen Männern, wird die Sennereiarbeit im Einzelbetrieb
sehr häufig Frauen anvertraut. Oft ist es die Hausfrau selber,
welche die Alparbeit besorgt. Sonst schickt man ein anderes Frauenzimmer
in die Alp, lieber eine alte Jungfer, der man auf diese Weise einen
selbständigen Tätigkeitsbereich zuweist, als ein junges
Mädchen, dem die Einsamkeit auf der Alp allenfalls nicht gut
täte.
ach
dem Melken und Käsen am Morgen mussten die Frauen den ein-
bis zweistündigen Weg ins Heimgut hinunter antreten; dort hatten
sie für die Männer zu kochen und dann beim Heuen zu helfen,
um am Abend, wenn die Kühe in die Alp zurückkamen, den
steilen, steinigen Weg wieder emporzusteigen, aber nicht etwa unbeschäftigt,
sondern mit einer Strickarbeit auch diese Zeit nützend.
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darf ja wohl angenommen werden, dass die Sennereiarbeit in ihren
Ursprüngen der Frau zukam, welche mit der Zubereitung der anderen
Nahrung auch die Milch zu verarbeiten begann. Noch bis in die Gegenwart
ist das Sennen im Winter in den Talgütern - soweit man nicht
genossenschaftliche Dorfsennereien eingerichtet hat - eine dem Kochen
zugeordnete Frauenarbeit; bis in die letzten Jahrzehnte sah man
über der gleichen Herdplatte, auf der gekocht wurde, das Käsekessi
hängen. Natürlicherweise blieb diese Arbeit den Frauen
auch auf der Alp überlassen, wo in der Einzelalpungshütten
die gleiche primitive Sennereieinrichtung vorhanden ist wie in den
Küchen im Tal. Erst mit der genossenschaftlichen Zusammenfassung
der Alpsennereien zu einem spezialisierten Grossbetrieb, wie er
nun an den meisten Orten auch im Tal eingeführt worden ist,
wurde die Frau aus diesem ihr ursprünglich zukommenden Arbeitsbereich
verdrängt, und das Sennen wurde eine Männerarbeit. In
schweizerischen Alpengegenden mit genossenschaftlich betriebenen
grossen Alpen würde man es heute für unmöglich halten,
dass eine Frau einem solchen Betrieb genügen könnte. Demgegenüber
findet man allerdings in den Ostalpen, dass sich Frauen auch in
Grossbetrieben bewähren und dass sie sauberer und billiger
arbeiten als Männer.
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