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Die Alpwirtschaft gibt
rund 30'000 Älplerinnen und Älplern Verdienst und Arbeit,
die der Erhaltung der alpinen Kulturlandschaft dient und oft mit
zusätzlicher Umweltschutzarbeit (z. T. in Zusammenarbeit mit
der Stiftung für Umwelteinsatz) ergänzt wird. Ist unsere
Arbeit falsch?
Es liegt mir fern, den Älplerinnen und Älplern den schwarzen
Peter zuzuschieben. Ich selbst bin ja gelernter Bauer und weiss,
dass die Arbeit auf dem Land sinnstiftend ist und oft im Dienste
der Landschaftspflege steht. Nur eben: nicht jede Kuh, die auf einer
Alp steht, ist deswegen schon heilig, und nicht jede Alp ist per
se schon eine erhaltenswerte Kulturlandschaft.
Wie naturnah die Älplerinnen
und Älpler sind, zeigt sich spätestens in Konfliktsituationen,
zum Beispiel mit Grossraubtieren. Weil die Arbeitsplätze in
der Alpwirtschaft zurückgehen, werden Viehherden, insbesondere
die Schafe, immer weniger bewacht. Kein Wunder, dass Grossraubtiere,
die langsam wieder in die Schweiz zurückkehren vereinzelt verheerende
Schäden anrichten. Daraus zu folgern, dass Wölfe, Luchse
und Bären kein Lebensrecht in der Schweiz haben, halte ich
für verkehrt. Es ist aber typisch für eine Haltung, die
sich auch in Älplerkreisen hartnäckig hält: Im Konfliktfalle
hat die Natur zu weichen. Eine wirklich nachhaltige Alpwirtschaft
lebt von einer anderen Grundhaltung. Sie räumt den heimischen
Tier- und Pflanzenarten Platz ein und zeichnet sich aus durch:
- Gute Nutzungsplanung und strenge Behirtung: Die Weiden werden
kartiert und nicht über ihre Tragfähigkeit hinaus genutzt.
- Feuchtbiotope wie Hoch, Flachmoore und Quellfluren werden konsequent
geschützt.
- Auf alpfremde Fütterung wird möglichst, auf alpfremde
Düngung (inkl. Klärschlamm) und Herbizide generell verzichtet.
Wenn diese Punkte berücksichtigt werden und eine massvolle
Erschliessung eingehalten bleibt, dann sind gezielte Fördermassnahmen
zu befürworten. Das Subventionssystem des Bundes taugt hierfür
allerdings nicht viel.
Will die Pro Natura
die Alpwirtschaftssubventionen streichen und möglichst viele
Alpen einwachsen lassen?
Die Subventionierung soll nicht gestrichen, aber neu organisiert
werden. Heute bezahlt der Bund Sömmerungsbeiträge pro
Vieheinheit und fördert damit indirekt eine möglichst
hohe Bestossung. Je mehr Kühe desto mehr Beiträge.
Wir fordern, dass die
Alpbetriebe pauschal abgegolten werden. Die Beitragshöhe soll
nicht in Abhängigkeit der Viehzahl abgestuft werden, sondern
soll ganz andere Kriterien berücksichtigen. Je weniger gut
erschlossen, ein Alpbetrieb ist, je ökologischer er bewirtschaftet
wird und je mehr Leute dort arbeiten, desto höher sollen die
Sömmerungsbeiträge ausfallen. So könnten Arbeitsplätze
erhalten und gleichzeitig ökologische Leistungen honoriert
werden. Der Bund könnte sich statt dessen die Subventionen
für die teuren Alpstrassen sparen.
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