ÄlplerInnentreffen Chur und Witzenhausen
     
 

er Höhepunkt der Churer ÄlplerInnentreffen war sicher der 14. Januar 1989. Damals trafen sich etwa 250 ÄlplerInnen in der Kulturbaracka des Jugend- und Kulturzentrums, um über ihre Arbeits- und Lohnbedingungen zu diskutieren. Die Problematik wurde breit durch die Presse gewälzt. Der Bündner Bauernverband und der Bündner Sennenverein machten sich daran, Richtlöhne für das Alppersonal zu erlassen. Gesagt, geplant, getan. Heute werden im Bündner Bauer zu jedem Jahresbeginn die Richtlöhne für das Alppersonal mit Kommentaren abgedruckt.
       Seit damals schwand das Interesse an den Churer Treffen und es ging beständig zurück. Geblieben ist die jährliche Stellenbörse in der Januarmitte für ÄlplerInnen, Bäuerinnen und Bauern im Jugendhaus von Chur. Am 16. Januar 1999 waren ca. 70 Leute gekommen, ie Alppersonal oder Alpstellen suchten. Wie jedes Jahr wurden wieder interessante neue Teams zusammengemischelt oder man hat sich in Erlebtem gewälzt. Schade, dass nicht mehr Bäuerinnen und Bauern oder AlpmeisterInnen das Treffen besuchten, vielleicht gibt es immer noch Berührungsängste einiger zu dieser neuen Generation von ÄlplerInnen.
       Chur ist ein besonderer Ort, wenn es darum geht, Alpteams zusammenzustellen. Nirgendwo wird ein Forum von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen angeboten, wo man durch Gespräche schon einmal ausprobieren kann, ob man grundsätzlich bereit ist, einen Sommer lang zusammen zu arbeiten.

Kontaktadresse von 1999 war:
Martina Mändli, Haus 17, CH-7430 Rongellen

 

 
 

eit ca. 10 Jahren gibt es in Witzenhausen regelmässig im Januar, 2 Wochen nach dem traditionellen ÄlplerInnentreffen in Chur, eine dreitägige Veranstaltung zu alpwirtschaftlichen Belangen. Organisiert wird sie in der Regel von Leuten, ie in Witzenhausen Landwirtschaft studieren und zur Alp gehen. Warum Witzenhausen? Diese nordhessische Kleinstadt ist der landwirtschaftliche Standort der Gesamthochschule Kassel (zwischen Kassel und Göttingen). Hier gab es den weltweit ersten Lehrstuhl für den ökologischen Landbau, der vor ca. 25 Jahren vor allem aufgeschlossene InteressentInnen der Landwirtschaft angezogen hat. Witzenhausen war so zu einem Sammelbecken von LandwirtschaftsstudentInnen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum geworden, die mit den konventionellen Landwirtschaftsmethoden aus ihren jeweiligen Hochschulen unzufrieden waren.
       Der "Ökogeist" zog weitere aufgeschlossene Professoren und StudentInnen an, mit dem Ergebnis, dass heute in Witzenhausen nur noch ökologischer Landbau in allen Bereichen gelehrt wird, ebenfalls ein weltweites Novum. (Übrigens: Viele Hochschulen haben mittlerweile nachgezogen und einzelne Lehrstühle für den Ökolandbau eingerichtet.)
       In diesem Klima haben sich jährlich Studentinnen und Studenten getroffen, ie z'Alp gingen. Anfangs trafen wir uns noch am Lagerfeuer, um uns auszutauschen, bevor wir in ie Berge zogen. Später entwickelten sich daraus die dreitägigen Treffen, ie in den Januar gelegt wurden. Programmpunkte waren jedesmal irgenwelche politischen Anliegen wie Gentechnologie oder Ökolandbau. Alpneulinge konnten erfahren, was es alles zu beachten gibt, wenn man in ie Schweiz auf eine Alp wollte, und absolute Grünschnäbel erhielten einen Einblick über das Zäunen, Hüten oder die Wahl einer Hirtenhündin.
       Die jeweilige Organisation und Themenauswahl wird von Jahr zu Jahr weitergegeben an ÄlplerInnen, die z'Alp gehen oder gingen.

Kontaktadresse 1999 war:
Axel Müller, Spanische Allee 135, D-14129 Berlin
Tel. 030803 23 03

 

 

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