Der Yak
     


Daniel Wismer züchtet seit 4 Jahren oberhalb Embd im Wallis auf der Alp "Roti Flüö" Yaks. Mittlerweile ist seine Herde auf 37 Stück herangewachsen. Der Biobetrieb umfasst 22 ha Wiesland und Weide. Hier erzählt er von seiner Arbeit mit den Tieren.

 

eben den schottischen Hochlandrindern, Lamas, Wasserbüffel, Bisons etc. zählen auch die aus dem Himalaya stammenden Yaks zu den "Neuankömmlingen" in der schweizerischen Landwirtschaftsszene. (CH-Bestand ca. 70 Stück)
       Hält der Trend zur Extensivierung und Wirtschaftlichkeit an, sehe ich für den wetter- und winterharten Yak eine grosse Zukunft im Alpenraum. Extreme Berggängigkeit (dadurch praktisch kein Klauenschneiden) , Anspruchslosigkeit im Futter (braucht kein Kraftfutter) zeichnen ihn ebenso aus, wie ihm ein plötzlicher Wintereinbruch nichts anhaben kann.
       Im West-Tibet werden im Sommer die Bullen (Yak) von den Kühen (Dri) getrennt und in Höhen bis zu 6000 m getrieben. Die Dri´s werden um die Zelte gehalten, um ihre sehr fettreiche Milch (7% ) zu steinhartem Käse zu verarbeiten. Auch Joghurt und Butter werden hergestellt. Letzterer wird für den berühmtberüchtigten Buttertee (Bödscha) gebraucht.
       Neben der Milchproduktion wird der Yak auch zum reiten, pflügen und als Lasttier gebraucht, sein Dung als Brennmaterial verwendet und seine Wolle zu Seilen, Zelten und Kleidungsstücke verarbeitet. Ab und zu werden auch Yakbullenrennen durchgeführt.
   

 

 



Yaks auf der Roti Flüö

foto: Daniel Wismer

 

 

eit zwei Jahren kommt ein Sherpa von Namche Bazar (Nepal) ins Wallis, um die dortigen Yaks zu Trekkingtieren auszubilden. Die sehr sensiblen Tiere müssen "fachgerecht" gehandhabt werden, ansonsten sie ihr Temperament mit Hornstössen und Tritten kundtun. Mit drei Tieren erreichte man letztes Jahr den 2894 m hohen Augstbordpass.
       Der Umgang mit den Yaks ist nicht immer ganz einfach: Durch den ganzjährigen Freilauf lassen sie sich ohne zu üben, am Halfter schwer führen. So werden die Tiere halt, wie im Himalaya, getrieben. Dass dabei ab und zu ein Yak verrückt spielt, ist normal. Eine gute Einzäunung (3-fach geführter Elektrozaun) ist vonnöten, um mit den Nachbarn keine Probleme zu kriegen. "Kennt man sich", so kann man die Yaks auch zur nächsten Wiese herbeirufen. Wichtig ist, dass man mit dem Leittier, normalerweise der stärkste Bulle, guten Kontakt hält (Altbrot als Belohnung). Yak-Mütter greifen Hunde sofort an (Wolfabwehrinstinkt). Auch Menschen sollten den Yak-Babys nicht zu nahe kommen, denn die Yaks verstehen mit ihren spitzen Hörnern bestens umzugehen. Will man sie mit Gewalt zähmen, schalten sie nach einer anfänglichen Angstphase auf die Aggressionsphase um! Dann greifen sie alles an was sich bewegt inklusive Mensch. Das heisst, Yaks kann man nur mit Liebe und viel Zuwendung bezähmen. Geht man jeden Tag zu ihnen auf die Weide oder arbeitet mit ihnen (Trekking) , begreifen sie schnell, was man von ihnen will. Nach dreimal einkaufen im Dorf, finden die Tiere den Weg nach Hause problemlos alleine zurück.
       Die in Embd (Mattertal) lebenden Yaks werden auch als "Schafweidennachputzer" eingesetzt (Zusammenarbeit mit Einheimischen! ). Vergandeten und damit feuergefährlichen Wiesen wurde Hektarenweise zu Leibe gerückt. Als Landschaftspfleger und Attraktion ist der Yak hier bereits voll anerkannt. Selbstverständlich kann der Yakhof "Yak Tsang Ling" nach Voranmeldung auch besichtigt werden.

Tel. 027-952 14 22

 

 
   
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