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Marlies Maag, langjährige Sennin in Graubünden, ist es ein Anliegen von einem besonderen Alptag zu erzählen, an dem geistig oder körperlich behinderten Mitmenschen die Möglichkeit gegeben wurde, an unserer Alpkultur Anteil zu nehmen. So können sie selbst sehen und spüren, was sich aus «Blüemlis» Milch herstellen lässt. Mit dabei waren Kinder der Behindertenschule Rothenbrunnen, die Lehrerin Brigitte Schuler und die Zusennin Vreni Cathomen. Text Marlies Maag, Bilder Kaspar Schuler |
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Einmal mehr wurde ich angefragt, ob ich
nicht Lust hätte, mit einer Klasse geistig behinderter Kindern auf der
Alp etwas herzustellen. Ich musste nicht lange überlegen: Aus Begeisterung
und mit dem Wissen, dass wir vier BetreuerInnen sein würden, sagte ich
spontan zu. Ich fragte die Bauern, ob die Schule Milch und Butter von der
Alp abkaufen könnte. Auch sie waren mit unserem Experiment einverstanden.
Dann der aufregende Tag! Als sie die Alphütte erblickten, waren
alle sooo erstaunt, als kämen sie auf einen anderen Planeten. Brigitte
und Chäspi konzentrierten sich ganz auf die Kinder, denn einer der Knaben
wollte gleich zurücklaufen, ein anderer konnte nichts anderes stammeln
als «Kuhscheisse! Alles Kuhscheisse!» Einige mussten immer wieder
zurechtgewiesen werden. Beruhigt waren alle erst wieder nach dem gemütlichen
Mittagspicknick mitten auf der Alpwiese. So wagten wir uns daran, abwechslungsweise
mit einer Gruppe Kindern zu zigern, mit der anderen Butter zu kneten und Figuren
zu modellieren. Als Arbeitsgewand wurde jedem Kind ein grosses, schwarzes
Butterpapier um den Bauch gebunden. Alle waren sehr stolz darauf. Alles war
bestens vorbereitet und von nun an hiess es, kein Kind aus den Augen zu verlieren.
Neu und für uns ungewohnt mussten wir mit viel Einfühlungsvermögen
aufpassen, dass keine Finger verbrannt wurden, denn für die Kinder war
es recht schwierig, sorgfältig mit dem Siebli zu «zielen»,
um den süttig-heissen Ziger abzuschöpfen und in das vorgelochte
Jogurthbecherli zu füllen. |
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Während die Ziger-Gruppe konzentriert arbeitete
und vom heissen Dampf aus der Zigerpfanne umnebelt wurde, quietschte es immer
wieder vom Butterraum her, wie kalt das Wasser sei und wie klebrig sich die
Butter anfühle! Doch die Zusennin Vreni hat als geübte Schauspielerin
das Butterkneten und Als Krönung des Tages stellte unsere älteste Kuh, «ds Blüemli» noch ihren Rücken für einen Ritt zur Verfügung. Sie stand am Alpwegrand, als hätte sie auf diesen Moment gewartet. Fast alle wollten dieses besondere Feeling erleben, wollten sich auf den Rücken hieven lassen. Das hat sich nur die gutmütige Blume gefallen lassen, mit Stolz, wie sie zu erkennen gab. Dank der Idee von Brigitte Schuler wird dieser Tag allen als tief beeindruckendes Erlebnis in Erinnerung bleiben. |