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Im Winter ist der Betrieb der Martis im glarnerischen Elm auf den «Gade»
und auf den Rinderstall im Dorf beschränkt im Sommer hat er die
Ausdehnung einer texanischen Ranch. Hans Marti sömmert auf Tschinglen
und auf den Weiden unterm Segnespass rund tausend Schafe, auf der Alp Ramin
unterm Foopass hundert Rinder. Und auf der Alp Falzüber, dazwischen,
verarbeitet sein Bruder Jacques die Milch von fünfundzwanzig Kühen
zu zweieinhalb Tonnen Alpkäse. Text und Bilder Marc Valance |
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Jacques zieht während des Alpsommers
zwischen den drei Alpstafeln viermal um, vom Stäfeli zur Matt, von der
Matt zum Horn und wieder zurück. Hans ist überall, bald bei den
Rindern, bald bei den Schafen, auf Falzüber, im Tal beim Heuen, wo er
zusammen mit seiner Frau Margrit auf 24 Hektaren das Raufutter für den
Winter einbringt. Das Heuen sei auf dem Betrieb «der härteste Brocken».
Falzüber ist eine Privatalp und gehört
zur Hälfte den Martis. Weil sie dreistaflig ist, sind drei Hütten
und Ställe zu unterhalten und zu renovieren, und bis auf die Melkmaschine,
die von Stafel zu Stafel gezügelt wird, muss die Einrichtung fürs
Käsen dreifach vorhanden sein. Der ganze Steilhang bis zum Raminerbach
hinunter gehört zur Alp. Der Wald allerdings ist Gemeindebesitz. Weil
das Tobel Rutsch gebiet ist, wird hier nicht geholzt. Deshalb gibt es keine
Erschliessungsstrasse, und es wird auch nie eine geben, denn Bau und Unterhalt
wären viel zu teuer. Als die Martis das Stäfeli umbauten, richteten
sie eine Materialseilbahn ein. Die Gemeinde stellte den Boden für die
Talstation zur Verfügung, das Militär flog das schwere Material
mit einem Helikopter hoch. Mehr konnte die Öffentlichkeit für die
Alp und ihre Besitzer nicht tun. Zwischen Stäfeli und Matt und hinüber
zum Horn säumen Jacques und Hans Material und Käse mit dem Pferd.
Manchmal klinken sie sich aber auch in einen Alpversorgungsflug der Heli Linth
ein. |
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Jacques und Hans Vater, Hans Marti
senior, alpnete während achtundfünfzig
Sommern auf Falzüber. Als Jacques die Schulpflicht hinter sich hatte,
lernte er beim Vater Käsen. Fünfundzwanzig Sommer ist Jacques jetzt
auf der Alp. Drei Monate harte Arbeit und Abgeschiedenheit, Sommer für
Sommer. Die Alp ist, was die Grösse betrifft, im «dummen Rank».
Bei fünfundzwanzig Kühen ist sie für eine Arbeitskraft zu gross
und für zwei zu klein. Arbeit für zwei gäbe es genug, wenn
nur einer oben ist, sieht man's der Alp nach einer Weile an, sie verwildert,
aber der Lohn für den zweiten Mann ist eine Belastung. Der Alpgehilfe
arbeitet deshalb auch im Talbetrieb mit. In den Sommerferien leisten die «Chnabe»
Gesellschaft und helfen tatkräftig mit. Während ein paar Wochen
macht Jacques die Arbeit jedoch allein. Die Betriebseinnahmen von Alp- und Talbetrieb
decken jetzt gerade die Betriebskosten, ohne Direktzahlungen und Sömmerungsbeiträge
bliebe der Familie «nichts zum Leben.» Für Hans, Margrit
und Jacques zusammen springen rund zweiundsiebzigtausend Franken Lohn heraus,
im Jahr. |
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Marc Valance ist Autor und Publizist. |
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