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Harald wollte auf die Alpen und ist am Strand gelandet. Dafür hatte
er den Neid der gesamten zalp-Redaktion geerntet. Berichten vom Ausflug nach
Kroatien war die mindeste Forderung und wird hiermit erfüllt. Text und Bild Harald Satzer
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Für den Sommer war alles vorbereitet.
Meine freie Zeit gedachte ich dem Alpofon zur Verfügung zu stellen. Von
Alp zu Alp um zu helfen, wo es nötig ist. Es kam anders: Ein Kinderheim
im Emmental brauchte jemanden, der in Kroatien kurzfristig eine dortige Heimleitung
ersetzte, und der auch die drei Geissen mit sieben Gitzis versorgte. Die Heimleiterin
musste wegen einer Knieoperation in die Schweiz zurück. Also gewissermassen
ein Alpofon-Einsatz ausserhalb der Alpen. So stieg ich mit meiner Tochter
Valeria in den Bus, der uns von Luzern über Nacht nach Zadar an die Adria
brachte. Noch eineinhalb Stunden mit der Fähre zur kleinen Insel Iz im
blauen Meer, 15 km lang, 3 km breit und 165 m hoch, zwei Dörfer. Zuerst galt es, die Milch für uns zu gewinnen, denn bisher hatten die Gitzis alles für sich beansprucht. Wir mussten also die Alten von den Jungen trennen, damit wir am Morgen die Tiere melken konnten. Das hat nach einigen Anfangsschwierigkeiten gut geklappt. Aus der Schweiz nachgeschickt kam auch Lab, Milchfilter und Thermometer. Damit konnte die Frischkäseproduktion beginnen. Aber schon beim ersten Käse merkte ich, dass Alp nicht das gleiche ist wie Adria. Was passiert, wenn die Einlabtemperatur gleich hoch ist wie die Raumtemperatur? Der erste Versuch missriet vollkommen. Nun versuchte ich am kühlsten Ort im Haus zu käsen und dann mit dem Kühlschrank weiterzuarbeiten. Und tatsächlich wurde der Käse fest. Gekräutert auf einem Teller serviert und sogleich mit unserem Nachbarn, dem Fischer, verspiesen, schmeckte der Käse zu seinen Muscheln und Fischen vorzüglich. Ich wurde auf der Insel als Hirte mit einer
ganz neuen Hüte- und Fresstechnik konfrontiert. Die Insel ist wasserarm,
das Wasser kommt aus Zisternen, die im Frühjahr, Herbst und Winter vom
Regen gefüllt werden. Im Sommer aber, wenn es wochenlang nicht regnet,
kommt vom Festland ein Wasserschiff und füllt die Zisternen der einzelnen
Häuser mit dem kostbaren Gut. Der Sommer ist also sehr trocken und entsprechend
sieht die Vegetation aus: Das Gras ist braun, der Wald dürr. Das Angebot
für die Ziegen wird knapp. Oliven- und Feigenbäume sind tabu, denn
sie sind die Heiligtümer der Insulaner. Deshalb sind die Ziegen an langen
Seilen an Bäumen angebunden, und fressen alles ab, was erreichbar ist.
Am Abend fütterten wir Äste mit Blättern einer Erlenart, die
überall auf der Insel wächst. So alle drei Tage suchte und schnitt
ich mit Mirko, dem Hausschreiner, solche Äste, packte sie ins Auto und
brachte sie zum Stall. Das Ziegenfleisch wird sehr geschätzt.
Nachdem uns der Metzger drei Gitzi gemetzget hatte, lief ich mit Fleisch vom
Stall durchs Dorf zum Haus. Sofort hatte ich die Hälfte davon verkauft.
Die Dorfbewohner fragten nur: «Kozé?» (Ziege?) und wenn
ich «da, da» (ja, ja) antwortete, huschte ein Lächeln über
ihr Gesicht. |
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Vielen Dank an Holle und Michel Seiler aus Trubschachen für ihr Vertrauen und an Karin Lips für ihre Piniorarbeit auf der Insel Iz, sowie Felis Leuthold für ihre Liebe zu den Ziegen. |