Die Alp auf der Datenbank: alporama.ch
     
 


Der Alpkataster aus den Jahren 1960 bis 1980 leistet heute noch wertvolle Dienste. Jedoch sind einige Angaben durch die Zeit überholt. Deshalb haben sich SAB und SAV daran gemacht, das Werk als elektronische Datenbank zu aktualisieren und auf Internet allen Interessierten zugänglich zu machen.

Ernst Roth
 

alporama.ch
 
 

Ziel und Aufbau des Alpinventars
Das Gesamtprojekt SAMI (Schweizer Alpbetriebe-Marketing-Inventar) soll die ganze Schweiz abdecken und ist für die Kantone in Teilprojekte gegliedert. Vorläufig werden die Innerschweiz, das Wallis und das Berner Oberland bearbeitet. Gestartet wird mit den Käsealpen, denn hier ist für Marketingmassnahmen Geld vorhanden.
Die noch gültigen Daten werden aus dem «Alpwirtschaftlichen Produktionskataster 1961–1980» übernommen, das Ganze wird aktualisiert und in eine elektronische Datenbank eingelesen. Diese Datenbank ergänzen attraktive Bilder. Sie ist auf der Internetseite www.alporama.ch für alle zugänglich und dient als Grundlage für weitere Auswertungen. Man kann daraus Adresslisten zusammenstellen, Wanderbücher drucken, Produktinformationen ausspucken oder Betriebsspiegel gestalten.
Das SAMI wird nicht so umfassend sein wie der Alpkataster, weil die Behörden an einer flächendeckenden Aufnahme aller Daten nicht interessiert sind. Auch sind die Interessen der Anspruchspartner zu unterschiedlich. So haben sich SAB (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete) und SAV (Schweizerischer Alpwirtschaftlicher Verband) entschlossen, auf privater Basis das zu aktualisieren, was für die Vermarktung von Alpprodukten wichtig ist. Den Konsumenten wird auf der einen Seite gezeigt, woher der Alpkäse kommt, wie es dort aussieht, was für Leute und Tiere dort leben und wie sie arbeiten. Auf der anderen Seite sollen Touristen und Kurgäste über Links mit den Tourismusorganisationen verbunden werden, die ihnen zeigen, welche wertvollen Lebensmittel auf der Alp hergestellt werden und wo man übernachten, essen oder Schottenbäder nehmen kann. Es geht hier also auch um Alpwirtschaft und Tourismus.
Das Konzept für das Gesamtprojekt SAMI wurde 1999 erstellt und von SAB sowie SAV genehmigt. Im Jahr 2000 wurde mit der Umsetzung begonnen. Sukzessive wurde die Datenbank erstellt, und sie wird immer wieder neuen Bedürfnissen und Erkenntnissen angepasst. Auf ein umfassendes Suchsystem mit verschiedenen benutzerfreundlichen Möglichkeiten wird grosser Wert gelegt.
Das Teilprojekt für das Berner Oberland (600 Alpbetriebe) soll im Jahr 2004 vollendet werden. Ein erstes Wanderbuch «z'Bärg–Wege zum Alpkäse» für die Ämter am Eingang des Oberlandes ist im Entstehen begriffen. Je nach Erfolg werden weitere folgen. Die andern Kantone und Regionen werden je nach Interesse und möglichen Bearbeitern vorangetrieben.

Gliederung der Alpbeschreibung
Jedes Porträt ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil der Beschreibung wird die Alp (die Verwaltungseinheit) als Ganzes dargestellt. Hier erhält man Auskunft über deren Lage, welcher Gemeinde und Amtsbezirk sie zugehörig ist, wie gross sie ist und wem sie gehört. Man erfährt, wie und mit welcher Landeskarte man zur Alp gelangt, und welche touristischen Attraktionen sie bereithält. Die Gliederung der Alp in verschiedene Stafel und Sennten sowie die Alpzeit auf den einzelnen Stafeln werden ebenfalls geschildert.
Im zweiten Teil werden die Sennten (die Produktionseinheiten) vorgestellt. Hier liegt das Gewicht auf den Alpprodukten, vorweg dem Alpkäse. Entsprechend werden beschrieben: Anzahl und Art der Tiere, die gesömmert werden; die Personen und ihre Funktionen auf der Alp; Gebäude, Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die Einrichtungen zur Käseherstellung, -lagerung und
-pflege; die gesamte Produktepalette und die Produktmengen sowie die Vermarktung mit besonderem Augenmerk auf Bezugsadressen für Konsumenten; Auszeichnungen, die der Alpkäse an Wettbewerben errungen hat; Milchzukauf von Nachbaralpen, soweit dies geschieht; und weitere Besonderheiten zur Alpkäseherstellung.
Spezielle Abschnitte sind der Geschichte, der Kultur, den Sagen und Bräuchen auf den Alpen gewidmet. Naturschönheiten einerseits und der Zeitpunkt von «Chilbinen», Schwinget, Chästeileten und andern Anlässen werden unter den touristischen Aspekten aufgeführt.

Wer dahinter steht
Das Gesamtprojekt SAMI wird realisiert durch die SAB in Zusammenarbeit mit dem SAV und regionalen Interessenvertretern. Diese sind im Aufsichtsorgan durch Jörg Wyder und Peter Wäfler vertreten. Die Vorfinanzierung des Konzeptes, der EDV-Datenbank, der Koordination unter den Teilprojekten und weiterer zentraler Dienstleistungen erfolgt durch private Geldquellen. Die Gesamtprojektleitung liegt vorläufig bei Ernst Roth.
Kontaktmöglichkeiten zu den Institutionen und weiteren am Projekt beteiligten Personen finden sich auf www.alporama.ch unter «Impressum». Überhaupt ist alporama auf allen Ebenen kreuz und quer mit vielen Anspruchspartnern verlinkt.
 

 
 
Ernst Roth ist Projektleiter beim SAMI/SAMBEO am Inforama Berner Oberland, 3702 Hondrich und Autor des soeben erschienen Buches «z'Bärg–Wege zum Alpkäse».
 


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