Editorial    

 

Der Bibliothekar in der Stalltür

 

 

Wir sind wieder oben,

zurückgekehrt zu unseren Tieren, Blumen, Käsen, ... freuen uns, wieder hier zu sein, zu arbeiten, zu geniessen, unsere Welt, unser Leben, unseren Lebensraum.

Für uns ist es eine persönliche Entscheidung, den Sommer über in den Alpen zu arbeiten. Der Alpenraum entpuppt sich dabei nach und nach als ein Ort, der nicht nur von eigenständiger, lokaler Tradition bestimmt wird, sondern in engem Zusammenhang mit überregionalen Interessen und Entwicklungen steht. Ein Blick auf die Geschichte zeigt, dass die Bewohner und Bewohnerinnen des Alpenraumes immer schon ihren Anteil an der Entwicklung in Europa hatten. Sie waren betroffen vom Transitverkehr zwischen Oberitalien und Süddeutschland, sie wurden zur Emigration gezwungen, als Bergtäler verarmten. Auch heute noch bestimmen Konzepte, Theorien und Ereignisse, die weit entfernt von den Alpen entstanden sind, das Leben im Alpenraum. Energienutzung, Transitpolitik oder Umweltzerstörung sind nur einige Stichworte dazu.

Die zalp, die Ihr in Händen hält, nimmt einige dieser Themen auf und setzt zwei Schwerpunkte mit Bereichen, die an den letzten beiden Januartreffen der Älplerinnen und Älpler in Chur (1991/92) im Zentrum standen: Gen- und Biotechnologie, sowie internationale Entwicklungen in EG und GATT.

Januartreffen? Im Bündnerland tut sich seit einigen Jahren wieder etwas unter den Leuten, die z‘Alp gehen. In Form einer Flugblättersammlung erhielten sie im Sommer 1988 das erste Mal Post von ihresgleichen. Aus den losen Blättern wurde inzwischen die zalp. 1989 folgte das erste Januartreffen in Chur, wo Älplerinnen und Älpler zusammenkommen, um ihre Anliegen zu diskutieren und ihrer Sicht der Dinge Gehör zu verschaffen. Als drittes Bein kam schliesslich das Alpfest Ende September in Chur dazu. Aus diesen Geschichten erklärt sich auch, weshalb die zalp noch etwas bündnerlandlastig daherkommt.
Wir sind ein zehnfüssiges Redaktionsteam - Älplerinnen und Älpler. Einige Artikel wurden uns zugeschickt, andere bestellten wir. Was die Leute schrieben, ist ihr Bier. Die Einleitungen zu den Artikeln stammen von uns. Damit die Zeitung besser in den Rucksack passt, haben wir das Format geändert, und damit die Lesbarkeit noch besser wird, das Layout vereinfacht. Zur besseren Finanzierung der Zeitung verschickten wir Bettel- und Werbebriefe und versuchten, Inserentinnen und Inserenten zu finden.

Über das Postfach 987, DAS ALPARCHIV, 8021 Zürich, könnt Ihr Kontakt mit Artikelschreibern und schreiberinnen aufnehmen oder auch allgemein Freude und Unmut kundtun. Alle Älpler und Älplerinnen, welche zum Thema Alp etwas zu sagen haben, sind eingeladen Ihre Beiträge zu schicken (Alparchiv) oder in der Redaktion mitzumachen. Das Wer - wie - wo - was - wann? wird jeweils wieder am Januartreffen ausgemacht.

Nicht zuletzt begrüssen wir die Leser und Leserinnen, die dieses Jahr neu die zalp erhalten. Denn sie wurde - zusätzlich zu Alpen in der Ostschweiz - jetzt auch auf die Alpen im Oberwallis und in weiteren Gebieten verschickt.Bucklige Welt grüsst Provenzalische Voralpen!
Rosmarie, Sabina, Philipp, Bruno, Beda
 

 

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