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| Alpsage 1 | |
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Es sei ein Unterländer Hirt gewesen, kein schlechter, das Vieh habe
er gut gekannt und viel Besuch habe er auch nicht gehabt. Immer wieder habe er es probiert, zum Glück sei aber immer im richtigen
Moment jemand gekommen und habe das Vieh gerettet. |
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Alpsage
2 |
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Mit dem Helikopter seien sie hoch gekommen, die Taucher mit ihren Geräten.
Den See wollten sie vermessen. |
| Getaucht seien sie dann, die Unterländer.
Die Länge, die Breite und Tiefe gemessen. In der Mitte sei ein Felsblock
gefunden worden, von Kuhgerippen keine Spur. Unter Gelächter hätten sie den Hirten erzählt, dass der See nur fünf Meter tief sei, die hätten sie nur düster angeschaut, was die Taucher nur zu weiterer Fröhlichkeit angestachelt habe. Andern tags, nach einer feuchten, lärmigen Nacht, seien die dann abgeflogen. Kurz vor Landung sei's passiert, die Rotoren hätten ausgesetzt und der Helikopter sei zu Boden gekracht. Verletzte habe es zum Glück keine gegeben. Oben auf der Alp hätten die Hirten vergeblich versucht auf den Grund des Sees zu sehen. bl |
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Alpsage
3 |
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Mitte Juli sei's gewesen, da sei die Fahrzeugkolonne mit den Bauarbeitern
die Alp hochgekommen, ein Höllenspektakel habe das abgegeben, Probebohrungen
für den Stausee haben die machen wollen. Der Sennerin, dem Küher
und der Rinderhirtin habe das gar nicht gefallen wollen, es sei eine riesige
Anstrengung gewesen. Bis spät in die Nacht habe das Licht in der
Hütte gebrannt, dunkle Wolken den Mond bedeckt, der Wind sei eisig
gewesen. Am anderen Tag habe man mit den Bohrungen begonnen. Gegen Einnachten
habe die Rinderhirtin das erst Mal den Alpfluch gerufen. Schauerlich habe
es von den Felswänden gehallt. Am Morgen dann habe dem Küher
sein Emes-Wecker gefehlt. Tiefer seien die Bohrungen getrieben worden. |
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Alpsage
4 |
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Es sei vor einigen Jahren gewesen, in demselben, als sich das Militär
zum ersten Mal auf der Alp umgesehen habe. |
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| Gegen Ende des Sommers sei es wieder
da gewesen, das Trommeln, etwas lauter vielleicht. Am Morgen seien alle
Kühe, Rinder und Kälber verschwunden, keine Spuren habe es gegeben.
Zwei Tage darauf seien sie wieder da gewesen, nur bei einer Glocke habe
die Kalle gefehlt, vielleicht sei das aber vorher nicht bemerkt worden. Weiter sei verhandelt worden, ein paar Einsprachen habe es gegeben. In den Jahren darauf seien dann die Alphütten oder auch die ganze Hirtschaft verschwunden und wieder aufgetaucht. Das Trommeln sei jetzt überall gewesen, der Berg habe fast gezittert. Der Vertrag sei dann abgeschlossen worden, die Einsprachen abgewiesen. Im Jahr darauf seien dann die Soldaten gekommen. Das Vieh sei zu Hause geblieben oder auf andere Alpen gegeben worden. Hirtschaft habe es ja keine mehr gebraucht. Die Alphütte sei jetzt am zerfallen, getrauen tue sich da kein Soldat rein. Das Dorf könne jetzt auch Ende Sommer des Nachts wieder schlafen. Nur am Tag während dem Sommer seis gar nicht mehr so still wie früher. Einige im Dorf wollen jetzt das Trommeln erlernen. bl |
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