|
|
Im Frühjahr 1990 begleitete der australische Agronom Ray Ison ein
landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt im Gohlgraben im Emmental. Im
Projekt wird der Spiess in der landwirtschaftlichen Beratung umgedreht:
nicht die aussenstehenden Beraterinnen und Berater sind die Experten,
sondern die Leute im Gohlgraben selbst. |
|
|
|
Im Frühjahr 1990 begleitete der australische Agronom Ray Ison ein landwirtschaftliches Entwicklungsprojekt im Gohlgraben im Emmental. Im Projekt wird der Spiess in der landwirtschaftlichen Beratung umgedreht: nicht die aussenstehenden Beraterinnen und Berater sind die Experten, sondern die Leute im Gohlgraben selbst. «Zusammen die Zukunft anpacken» heisst ein Projekt, das anfangs 1990 im Gohlgraben im Emmental gestartet wurde. Statt als Opfer auf die Ergebnisse von EG- und GATT-Verhandlungen zu starren, erprobten die Bäuerinnen und Bauern aus 24 Betrieben zusammen mit einem Beraterteam zum ersten Mal in der Schweiz einen neuen Weg, wie sie selber zu neuen und eigenen Perspektiven für ihre Zukunft kommen können:
Dem Projekt liegt ein neuer Ansatz der landwirtschaftlichen Beratung zu Grunde. Er wurde in Australien entwickelt und in vielen Ländern bereits angewendet: RRA - Rapid Rural Appraisal, was soviel heisst wie «rasche und fundierte ländliche Einschätzung». Es geht um die Bestandesaufnahme der gesamten Bauernrealität einer Gegend, um so eine Grundlage, die die Entwicklung eigener Ideen und Lösungen erlaubt, gemeinsam und unabhängig von aussen zu erarbeiten. Ray Ison aus Australien, der das Projekt im Gohlgraben begleitete, sagt zu RRA: «Wichtig ist nun die Grundeinstellung der «Experten», die als Team eine RRA durchführen: Man geht davon aus, dass die Lokalbewohner die wirklichen Experten der lokalen Gesamtsituation sind.» Und: «Wir müssen akzeptieren, dass es neben dem spezialisierten Fachwissen auch andere gleichwertige Formen des Wissens gibt: Zum Beispiel das intuitive Erfassen und Verstehen von Gesamtzusammenhängen.» Auf diese Weise kamen die Leute in der Gohl auf die verschiedensten Möglichkeiten, wie sie ihre Situation selbständig verbessern können:
Auch wenn in der Gohl auf den ersten Blick
keine grossen neuen Lösungen entdeckt wurden, so ist das Projekt
vor allem wegen eines Apekts wichtig. Entscheidungen werden nicht in den
Zentralen getroffen sondern von den Leuten in ihrer Region selber erarbeitet.
Eine Hierarchie wird auf den Kopf gestellt: bm |
|
| Home | mail@zalp.ch |