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Ackerbau
in den USA oder Golf in der Schweiz? GATT und EG treiben eigenartige Blüten aus. Dabei dürfte die Landwirtschaft nur ein Nebenschauplatz der aktuellen Verhandlungen sein. In Wirklichkeit geht es um ganz andere Schwerpunkte. Ein «Tour dHorizon Macabre» von Bruno Lombardi |
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| In der
Grünen vom 3. 5. 91 empfiehlt ein Ing. agr. ETH als Antwort
auf EG-und GATT-Probleme gleichzeitiges Bauern in der Schweiz und den USA.
Die NZZ vom 27. 3. 1992 hofft aus demselben Grund auf mehr Golfplätze. Dieser Agronom bewirtschaftet mit seiner Familie in Schaan/EL einen 36-ha-Hof und in Texas/USA einen 2000-ha-Betrieb. Die Familie jettet zwischen diesen beiden Gütern hin und her. Er schreibt dazu: «Falls die Familie in der Lage ist, das notwendige Kapital für eine Farm aufzubringen, ohne zu Hause alles verkaufen zu müssen, falls die Leute ausserdem nicht allein auf Milchkühe fixiert sind, sondern auch den Ackerbau als durchaus ehrenwerte Beschäftigung für einen Bauern betrachten, dann gibt es im Zeitalter der Düsenjets höchstwahrscheinlich auch für sie eine Lösung, bei der die Männer ihre grossen Felder bekommen und die Mutter, die Kinder und die alten Leute trotzdem getrost zu Hause bleiben könne,...» |
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Weitere Beispiele dieser dynamischen Unternehmer werden aufgezählt. Einer bauert während 80 Tagen im Nordosten von Texas. Maschinen etc. ausgeliehen, die andere Zeit hockt er in der Schweiz. Oder 150 Tage in den USA: «In früheren Jahren hat Hans jeweils nur einen Teil der Farm mit Winterweizen angepflanzt und hat sich den anderen Teil vom Staat für das Still-Legen bezahlen lassen, er hat gerade soviel gemacht, dass er zeitmässig mit seinem Hauptbetrieb zu Hause nicht in Konflikt gekommen ist. Natürlich sind die Schweizer Bauern auch viel gschaffiger: Albert und Sigi sind zwei grosse Schaffer und «Maschinennarren». Es macht ihnen Spass, jederzeit mehr und bessere Arbeit zuleisten als jeder andere Farmer in der Gegend. In den Anbaumethoden sind die überhaupt nicht wählerisch. Da gibt es Vorlaufherbizide, dann wird mit Sprayflugzeugen hin und her geflogen. Empfohlen wird das «Notill-planting»: Abspritzen der Gras- und Unkrautdecke mit «Roundup», pflanzen von Sojabohnen, Mais und Silo in das stehende tote Gras.» Nach der Weizenernte düst der Bauer dann ab nach Hause: «Dort kommt er früh genug zur Raps- und Getreideernte. Ganz woanders drückt es die NZZ in ihrer Beilage über den Golfsport (27. 4. 92) - oder auch bald nicht mehr, denn: «Insgeheim mag natürlich der Gedanke aufkommen, dass die politischen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen in naher Zukunft (GATT und EG) dem Golfsport in der Schweiz neue Perspektiven eröffnen. |
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| Der Schreiber rechnet
sich aus, dass bis 1996 doch einiges an Gras-
und Ackerland freiwerden sollte, und darauf passen natürlich Golfplätze,
zumal «... pro Platz an die zehn entsprechend eingeschulte landwirtschaftliche
Arbeitskräfte beschäftigt werden könnten. Solchen Überlegungen
scheinen sich neuerdings auch das Bundesamt für Landwirtschaft und
der Schweizerische Bauernverband nicht mehr a priori zu verschliessen.» Nur kurz noch, wieviel Geld umgesetzt wird, wenn so ein Platz besteht. Jahresbeiträge Fr. 3000 - 6000, einmaliges Eintrittsgeld ca Fr. 40000, Preisgelder ausbezahlt 1991 in Europa19500000 £. |
| Hier könnte ein
Kommentar unterbleiben, wenn da nicht noch viel
weitergehende Interessen wären, als nur Golf zu spielen. Die NZZ ist
ja das Blatt des Freisinns und dieser Freisinn hockt in der Industrie. So
ein Freisinniger, nämlich F. Auer, forderte 1986 im Nationalrat in
einer Motion die Patentierbarkeit von Biotech-Erfindungen, er war damals
Vizedirektor der Ciba Geigy. Die Frage der Patente ist Bestandteil der GATT-Verhandlungen
unter dem Titel TRIPS. Hier ziehen alle Industriestaaten, im Gegensatz zu
der Agrardebatte, wo die Fronten anders verlaufen, am selben Strick. Weshalb
dieses Interesse? Einige wenige Multis wie ITT, Cargill, Monsanto, Ciba-Geigy, Sandoz, UnionCarbide kontrollieren die Weltsaatgutproduktion. Saatgutfirmen werden fortlaufend von Chemiekonzernen aufgekauft. Schon 1974 war Ciba Geigy mit dabei, als sie die US-Firma Funk-Seeds aufkaufte. Dieselben Unternehmen sind zum Beispiel in der Gentech- oder auch Herbizid-Produktion engagiert. Ciba Geigy testet einen Mais, der gegen ein firmeneigenes Breitbandherbizid resistent ist. Dasselbe machte Hoechst schon 1986, als sie ein Resistenzgen gegen einen Wirkstoff ihres Totalherbizides «Basta» zum Patent anmeldete. Auch Nestlé bastelt fleissig beim Saatgut mit, nämlich bei der Produktion von Saatgutkapseln. Die Samen werden bei dieser Methode mit Herbiziden, Dünger, etc. umgeben und von einem Gel eingeschlossen. Dieses Ding wird in den Boden gepflanzt. |
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Apropos Nahrungsmittelfirmen. Die gehören
unter anderem auch den Chemie-Multis, z. B. die Wander AG der Sandoz.
Ist das Saatgut patentiert, muss der/die Bäuerin bei Sandoz kaufen,
was sie/er nachher der Wander, das heisst der Sandoz verkauft. Die NZZ
erklärt sicher sehr gerne, wie hier die freie Preisbildung in der
freien Marktwirtschaft funktioniert. Nichts als Flöhe und Läuse |
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