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Pflege der SK:
Vor dem Ausziehen wird ein Kulturkessel voll Sirte dem Kessi entnommen
und auf 62° C erhitzt. Sogleich wird sie auf die Bebrütungstemperatur
von 45° C (Brutschrank) oder 48° C (Kulturkiste) abgekühlt
und 20 Stunden lang bebrütet. Jetzt sollte sie unter einer dünnen
Rahmschicht, welche entfernt wird, einen guten, rein milchsauren Geschmack
entwickelt haben, also weder faulig noch schimmlig noch hefeig. Ihre Konsistenz
ist weder fadenziehend noch flockig, sondern flüssig. Auch haben
sich keine Gase gebildet, sie ist weder schäumend noch brausend.
Sie ist einigermassen klar, von grün-gelblicher Farbe und hat einen
Satz, der gut aufgerührt wird. Der Säuregrad ist zwischen 30
und 33° SH. Nun darf sie aufs Neue geschüttet werden in die sich
aufwärmende Kessimilch. (0,3 kg auf 100 kg). Ergänzend dazu
gutes Joghurt (0,1kg auf 100kg). Oder sie wird max. 4 Tage gekühlt
aufbewahrt.
Erklärungen:
Die SK regeneriert sich laufend. Sie ist geprägt von Lactokokken
(«Ketten») und Laktobazillen («Stäbli»).
Dabei kommen auch standorttypische Milchsäurebakterien-Stämme
zum Zuge. Zyklisch wird bebrütet, gereinigt und wieder bebrütet.
Die Reinigung erfolgt thermisch bei Temperaturen über 60° C.
Dabei werden Organismen wie Coli, Hefen, Schimmel und Staphylokokken getötet,
die Milchsäurebakterien aber überleben, wenn auch mit einigem
Stress. Bei 67° C sterben auch diese. Es ist wichtig, nach der Erhitzung
sofort wieder zu kühlen. Die Säuerungsaktivität der SK
wird hauptsächlich beeinflusst durch die Bebrütungs- und die
Reinigungstemperatur. Höhere Reinigungstemp. mindert die Aktivität,
niedrigere erhöht sie. Höhere Bebrütungstemp. steigert
die Aktivität, niedrigere mindert sie. Um den Säuregrad auf
30-33° SH einzustellen (bei 20 Std. Bebrütungsdauer) können
also diese beiden Temp. variiert werden.
Beispiele:
Kultur zu sauer > Bebrütungstemp. senken od Reinigungstemp. erhöhen.
Kultur zu schwach > Bebrütungstemp. erhöhen od. Reinigungstemp.
senken.
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