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Aus den Alpsennereien sowie auch aus Talkäsereien sind heute die Käsekulturen nicht mehr wegzudenken. Beim Käsen ohne Kulturen ist die Gefahr von Fehlgärungen und der Entwicklung von gesundheitsschädlichen Organismen viel zu hoch, als dass sich das jemand noch leisten könnte. ethnobotanischer Abriss von Gereon Janzing |
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Käsekulturen
bestehen aus diversen Bakterien. Erstmals in den 1680er Jahren
beobachtete ein Mensch Bakterien: der Linsenschleifer Antoni van Leeuwenhoek.
Er hielt sie für Tiere. Danach hielt sich lange Zeit der Glaube,
Bakterien seien Pflanzen. Deshalb werden sie bis heute in der Botanik
(und damit auch in der Ethnobotanik) mitbehandelt. Heute ist die Biologie
der Ansicht, dass die Bakterien ein völlig eigenes Organismenreich
(bzw. sogar zwei nicht miteinander verwandte Reiche) sind, während
Pflanzen, Tiere (natürlich einschliesslich des Menschen) und Pilze
gemeinsam einem anderen Reich angehören, das fachsprachlich als Eukaryoten
bezeichnet wird. |
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1914
wurde der systematische Einsatz von Bakterienkulturen beim Emmentalerkäse
als erstem Käse eingeführt. Die Bakterien, die in diesem Käse
durch Propionsäuregärung die Löcher verursachen, tragen
zu Ehren des erwähnten von Freudenreich den Namen Propionibacterium
freudenreichiï. Es handelt sich in diesem Fall nicht, wie in den
meisten anderen Fällen, um Milchsäurebakterien, sondern um Propionsäurebakterien.
Diese sind in den meisten anderen Käsen unerwünscht: Propionsäureblähung
ist eine gefürchtete Fehlgärung. «Das Alltägliche gibt der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert.» Die allgemeine Beliebtheit des Alpkäses gibt den Methoden ihrer
Herstellung recht, egal ob es sich um Kuh- oder Geisskäse handelt
und ob dieser mit Sirten- oder Mischkultur gemacht ist.
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| Literatur
und Quellen: Fritsche, Wolfgang 1990: Mikrobiologie. Regi, Duolf 1986: Die Welt der kleinsten Lebewesen. Bakterien, Hefen, Schimmelpilze. Skript des Plantahofs, Landquart. Renner, Edmund 1988: Lexikon der Milch. München. Schuler, Kaspar 1998: Leben im Milchmeer. In: Hösli, Giorgio & Kaspar Schuler (Hrsg.): Handbuch Alp. S. 155-162. Sulzer, Barbara & Hösli, Giorgio 1998: Sirtenkultur. In: Hösli, Giorgio & Kaspar Schuler (Hrsg.): Handbuch Alp. S. 162-167. Zickrick, Karl, Klaus Wegner, Manfred Schreiter, Georg Schiefer, Christian Saupe, Hans-Dietrich Münch 1986: Mikrobiologie tierischer Lebensmittel. Eine Einführung. Thun u. Frankfurt/Main. |