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Die IG Alp ist eine Interessengemeinschaft, weil sie sich keinen Vereinsstrukturen
unterwerfen will die offene Form der IG ist aber auch Programm.
In themenbezogenen Arbeitsgruppen behandeln ÄlplerInnen Fragen, Konzepte
und Forderungen, die in der Kerngruppe weiterdiskutiert werden. Die Teilautonomie
der verschiedenen Gruppen bietet Effizienz und verlangt Verantwortung,
kommt also der Älplernatur besonders entgegen. |
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| Foto: Barbara Sulzer |
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Die Arbeitsgruppe QS-Alp entstand, um auf die Umsetzung der Verordnung des Bundes über die gewerbliche Milchproduktion und Verarbeitung, welche auch die Sömmerungsbetriebe einschliesst, Einfluss zu nehmen. Die Verordnung zur Qualitätssicherung auf Kuhalpen (QS-Alp) wurde vom Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) und anderen Land- und Milchwirtschaftlichen Organisationen wie der Milchwirtschaftliche Inspektions- und Beratungsdienst (MIBD) verfasst. Die Verordnungen wurden sehr offen, also interpretationsbedürftig formuliert. In weiten Teilen betreffen sie bauliche und infrastrukturelle Bereiche. Bei der Umsetzung der QS-Verordnung werden wichtige Aspekte der guten alten Herstellungspraxis weggelassen oder gelten als veraltet (z.B. Fettsirtenkultur, Holzgebsen, Einzelauszug ins Holzjärb, Hanfkäsetücher zur Entmolkung), zudem sollen die Küchen aus den Sennereien verbannt werden. In diesen Teilaspekten liegen die Differenzen wo sich Theoretiker und Praktiker nicht mehr treffen. Da sich einige SennInnen damit nicht einfach abspeisen lassen wollen, versammelten wir uns und diskutierten heftig über die staatliche Bevormundung. Erstens stellten wir eine Liste mit unseren Tipps und Anliegen zur Umsetzung der QS-Alp Verordnung, welche wir allen Alpmeistern im Kanton Graubünden zukommen liessen. Zweitens wollten wir die Verantwortlichen im Kt. Graubünden an einen Tisch kriegen, um mit ihnen diese Differenzen zu debattieren. Infolge kam diese Aussprache am 21.11.2000 zustande, organisiert von Leonhard Hug, Alpwirtschafter am Plantahof. Eingeladen wurden die beiden kant. Milchinspektoren Edi Fritschi und Bruno Beerli, der Chef des MIBD Nordostschweiz Peter Hartmann, Simon Wehrli vom kant. Meliorationsamt, Markus Lehmann, Präsident des Bündner Sennenvereins, Flori Fausch, Alpmeister, sowie die Vertreter der IG Alp, Barbara Sulzer, Roland Ott und Stefan Brühlhart. Über den Inhalt dieses Treffens lässt sich leicht berichten. Vorwürfe, Anregungen und Bedenken der IG Alp Vertreter wurden nicht ernsthaft angehört, ja fast schon ignoriert. In Käserkreisen spricht man offen und ehrlich von der «Käser-Blindheit» also wenn das Gefühl für Koagulationspunkt, Synärese, Farbe, Geruch und Geschmack verloren geht. Hier vermissen wir die Selbstkritik unserer Inspektoren und Beamten sind sie nicht auch blind, wehrlos und verängstigt? Ihr Gehorsam und die Gläubigkeit, die sie den EU-Politikern schenken, erscheint uns ebenfalls als eine Art Blindheit. Wo bleibt das Vertrauen in unsere traditionelle helvetische Käser- und Sennenkunst? Weltweit geniessen wir ein hohes Ansehen, welches auch im marktwirtschaflichen Sinn nicht leichtfertig verspielt werden darf. Bruno Beerli beklagte sich über den Bericht von Barbara in der «Montagna», durch den er sich hintergangen fühlte. Peter Hartmann, Chef der Milchinspektoren wies auf den Druck der EU-Kommissare hin, welche unsere Milchverarbeitung unter die Lupe nehmen. Weshalb sollen unsere Alpkäse von Inspektoren aus Irland und Portugal kritisiert werden, wo keine ähnlichen Produkte oder Alpsennereien existieren? Unsere Alpkäse werden eh kaum exportiert. «Der Käsekellergang wird betoniert und basta!» liess Bruno Beerli uns wissen. Druck übten ebenfalls die Grossverteiler und Konsumentenorganisationen auf unsere Inspektoren aus, letztere wollten keinen Unterschied sehen in der QS-Vorschrift bezüglich Talkäsereien, Alpsennereien, Exportkäsereien und lehnen eine Dreigleisigkeit strikt ab. Die QS-Alp ist gesamtschweizerisch gültig und muss umgesetzt werden, erklärte uns Hartmann in seiner Stellungnahme zum Treffen am Plantahof, bzw. zu den Anliegen der IG Alp bezüglich den QS-Verordnungen. Weil
wir überzeugt von unseren Argumenten sind und unseren Arbeitsplatz
nicht vernachlässigen oder gar verlieren wollen, werden wir uns weiterhin
aktiv an deren Gestaltung beteiligen. Konkret wird die IG Alp in Zukunft
Alppersonal und Alpbewirtschafter im Bereich der Qualitätssicherung
beraten. Unsere Forderung an das MIBD ist, die Vorschriften der QS-Alp
mit Einbezug der ÄlplerInnen, Bauern und Bäuerinnen nochmals
zu thematisieren. Barbara Sulzer und Stefan Brühlhart Kontaktadresse: |