IG Alp – die neue Organisation der ÄlplerInnen
     
 


Im Herbst 2000 haben sich einige ÄlplerInnen und Alpfreunde zu einer Interessengemeinschaft für das Alpwesen zusammengeschlossen und die «Interessengemeinschaft Alp» kurz IG Alp gegründet. Anlass gab zum einen die Verschandelung vieler Alpgebäude durch die QS-Alp und zum zweiten das Bedürfnis bei der künftigen Alppolitik selber mitzureden.

Kristin Stroebel und Reiner Schilling
 

  ig alp  
     
Die IG Alp ist ein Forum zur aktiven Mitarbeit und Diskussion wie auch eine Interessenvertretung der ÄlplerInnen. Sie ist offen für SennInnen, HirtInnen, AlpmeisterInnen, Bäuerinnen und Bauern und für alle Alpfreunde und Alpneulinge. Die IG-Alp soll nicht auf den Kanton Graubünden beschränkt bleiben, sie soll über Kantons und Landesgrenzen hinweg, im Alpenraum und darüber hinaus Verbreitung finden.
Entstanden ist die IG anlässlich eines Treffens von 15 aktiven und ehemaligen ÄlplerInnen, welche sich im Oktober 2000 nach der Käsetaxation am Plantahof in Landquart zusammenfanden, um über die derzeitige Situation der Alpen zu diskutieren. Hauptthemen der Zusammenkunft waren die Qualitätssicherung Alp (QS-Alp) sowie Möglichkeiten zur Mitsprache mit Behörden, Käsereiinspektoren, AlpmeisterInnen, Bäuerinnen und Bauern, und die Mitgestaltung von Sanierungen betroffener Alpen. Es wurde ein «Runder Tisch» mit allen Beteiligten angestrebt, der am 21. November 2000 am Plantahof stattgefunden hat (s. «Arbeitsgruppe QS-Alp»).
Mittlerweile besteht die IG-Alp aus einem Kreis von ca. 200 Interessierten und der Kerngruppe, einem engagierten Team von gut 20 Leuten. Aus der Kerngruppe bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen heraus, die sich nun auf bestimmte Themen konzentrieren wie zum Beispiel das Alpofon, Qualitätssicherung Alp, Alpsanierungen, Arbeitsplatz und Tourismus, ÄlplerInnentreffen und -feste.
Zu den einzelnen Themen verfasste jede Gruppe über ihre bisherigen Ideen und Tätigkeiten einen Bericht, um damit interessierte ÄlplerInnen und AlpfreundInnen auf dem Laufenden zu halten. Die Berichte werden 2-3 mal jährlich zu einem Rundschreiben, dem «Infoverteiler IG Alp», zusammengestellt. Aktuelle Informationen sind auch auf dem Internet bei «www.zalp.ch» zu finden.
 
 
  Die Erhaltung der Alpen als Lebensraum steht an vorderster Stelle der Anliegen.
 
 
 

Die Alpen sind Naturraum und Kulturlandschaft in einem, so dass die Nutzung durch die Alpbewirtschafter und das Ökosystem parallel existieren können. Sie sind Arbeitsplatz für Bäuerinnen, Bauern und ÄlplerInnen sowie Lebensraum für unsere Nutztiere. Dies hat sich über Jahrhunderte entwickelt und erhalten, ist aber weiterhin auf die Einflüsse von Mensch und Tier angewiesen.
Es stehen bei der traditionellen Bewirtschaftung die Sennalpen im Vordergrund. Durch die erzeugten Lebensmittel wie Käse und Butter wird der unmittelbare Wert für die Menschen sichtbar. Die Bewirtschaftung ist durch staatliche Unterstützung gefördert, aber, wegen der marktwirtschaftlichen Anpassung an die Europäische Union, in ihrer bisherigen Art gefährdet. Alpsanierungen nach QS-Alp Standard verändern die Alpbetriebe in Richtung Industrieproduktion von Einheitskäse wie in Talkäsereien. Dies bringt Verluste von Tradition, Kultur, Architektur und bewährten Arbeitsraum mit sich.

Wir sind davon überzeugt mit unserer Arbeit einen positiven Beitrag zu leisten und hoffen, dass noch weitere ähnliche Projekte für die Alpen entstehen.

 


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