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noch mehr lesen: Alpenkratzdistel
| Als Rinderhirt und Geissenmelker in Graubünden
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Die Alpenkratzdistel ist nicht
löwenzahngelb
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von Giorgio Hösli |
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15. Juni |
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Dieser Text Neues Handbuch Alp |
17. Juni Hohojohoo! Es glitzert in den Wasserlachen. Das Leben knistert wieder durch die Glieder. Auf der Haut da glüht die Sonne. Grüss dich, du Feuer für Gemüt und Seele, du Anstifterin der Vogelgesänge und Insektengesummssse, du Farbensprenklerin der blassgrünen Weiden, du Verwandlerin wasserzermürbter Kuhtreibern zu kraftstrotzenden Hirten. Nebeldampfschwaden, haut ab in den Himmel. Verzieh dich nur du nassklatschtropfe Feuchtigkeit! Hoihoihoi, ihr schwanzsteuernde Kuhkutter! Heute geht ihr an Land. Beisst wacker ins frische Gras, wer weiss, ob jetzt die Zeit der Dürre naht! Bei der Hütte wird Käse gebraut, Kaminrauch schwadert um die Tannwipfeln und seine Geruchsteilchen zuckeln an meinen Nasenschleimhäuten. Die Sonnenwärme stimmt mich versöhnlich. Gestern abend noch hat die Wut in mir gekocht. Da schwimm ich täglich durchs Netz der strätzenden Regenfäden, bewahre die Kühe vor Hungersnot und Vertrohlungsgefahr, bring sie bei Morgendämmerung und Nachmittagsende uhrzeigergenau auf die Melkzeiten in den Stall, fege, wische, kratze ihn, zaubere berquellreines Mineralwasser in die Weidebrunnen, pflanze Zaunpfosten und verbinde sie mit blutbeflecktem Stacheldraht - und da muss sich mein Ohr, als Teil meines arbeitsstrapazierten Körpers, von Kathi anhören, ich solle auch mal kochen und nicht nur auf der Weide rumfaulenzen. Ich will gern zugeben, dass dann das Essen wenigstens essbar wäre, bei meinen Kochgerichten muss man sich nicht die Gurgel zuschrauben, damit das Runtergedrückte auch wirklich unten bleibt, aber es geht mir nicht in meinen alpzerzausten Kopf, wie Kathi und Esti als knallharte Femmis, während all den Stunden eines langen Tages nicht die Zeit finden, etwas Köstliches in die Pfanne zu kriegen. Sollen die doch hüten, wenn ihnen die Käse zu schwer sind und die Hütte zu warm. Ich ertappe mich beim Bleistiftkauen, stecke das Buch besser weg und eine Zigarette an. |
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24. Juni 25. Juni 29. Juni |
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| 7. Juli Ach Kathi, ich hassliebe dich! Du verleihst meiner spirituellen Entfaltung Engelsflügel. Du bist die Zankapfelblüte in meiner Lebensentwicklungswüste. Könnte ich nicht vom Glück unserer Streitereien kosten, wäre ich morgen noch derjenige von gestern. Würde ich mich in deiner besserwisserischen Halsstarrigkeit nicht wie in einem Spiegel wiedererkennen, wäre mein Lebensweg bis zum Kreisel gekrümmt. Du bist der Berg, an dem ich ansteh. Und bei dem ich mich zu entscheiden habe, ob ich ihn überklettern, oder mit einer Tunnelröhre durchbohren will. Wenigstens ist mit Esti Friede, Freude, Käsekuchen. Ihre Art möcht ich haben. Kommt mit allen zurecht. Scheint mit zwei Quadratmeterlatschen tief im Boden verwurzelt und strahlt morgens in die Dämmerung, dass sich die Sonne nicht mehr hinterm Horizont halten kann. |
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11. Juli |
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21. Juli, nach Vollmond 26. Juli 2. August 8. August 13. August |
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| 15. August Die Frauen sind ein Mysterium, hat glaub ich schon vor mir einer gesagt, und damals schon recht gehabt damit, ob er Esti gekannt hat? Zuerst bei mir an den sensiblen Teilen grabbeln, mit den wippenden Hinterbacken locken und an den Ohren züngeln, um plötzlich die eisige Schulter zu präsentieren und so zu tun, als wären meine Annäherungen die üblichen Hirngespinsten eines geilen Typs (wie Männer halt so sind). Ich kann's ihr nicht mal übel nehmen, aber verstehen tu ich's nicht. Gebt mir eine Zigarette um das angerissene Herz mit Nikotin zu verkleben. |
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20. August |
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15. August 20. August |
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3. September 4. September |
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15. September |
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