Rega-Einsätze für Alptiere
April 2008
 

 
Die Rega und die Schweizer Berghilfe pflegen seit Jahren eine enge Zusammenarbeit beim Lufttransport von verletzten, kranken oder toten Tieren aus den Alpgebieten. Auch in der kommenden Alpsaison kann die Berglandwirtschaft auf diese Hilfe zählen. Voraussetzung ist eine korrekte Rega-Familiengönnerschaft für natürliche Personen.
 

Text und Bild: Rega Mediendienst

 

 

Rega im Einsatz
   
 

Rund 1'000 Kälber, Rinder oder Kühe müssen jeden Sommer per Helikopter aus unwegsamem Gebiet zur nächsten gut befahrbaren Strasse geflogen werden. Im vergangenen Jahr organisierte die Rega 1'059 Helikoptertransporte für die Berglandwirtschaft. Vorwiegend handelte es sich dabei um Tiere, die im alpinen Gelände durch Absturz oder Steinschlag verletzt oder getötet wurden. Auch ernsthaft erkrankte und manchmal sogar verstiegene Rinder gehören zu den transportierten «Passagieren».
 
Wichtig: Rega-Familiengönnerschaft
Um diese Tiere bergen zu können, bleibt in vielen Fällen nur die Hilfe des Helikopters. Diese für die Alpwirtschaft wichtige Leistung verursacht Kosten, die für die Tiereigentümer eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten würden. Seit Jahren engagieren sich die Rega und die Schweizer Berghilfe darum gemeinsam für eine tragbare Lösung für die Betroffenen. Für Tierbesitzer mit einer Rega-Familiengönnerschaft (70 Franken pro Jahr, auch für Einzelpersonen) bleiben diese Einsätze kostenlos. Um die Rega-Helikopter für Notfalleinsätze freizuhalten, werden für solche Tierflüge in der Regel Lastenhelikopter von Partnerfirmen beigezogen.
 
Tierschutz geht vor
Die Transportfähigkeit eines Tieres muss im Einklang mit den Tierschutzbestimmungen stehen. Verletzte, nicht transportfähige Tiere (z.B. mit Becken- oder Rückenfrakturen) müssen an Ort und Stelle fachgerecht eingeschläfert oder geschlachtet werden, um unnötiges Leiden zu vermeiden. Tierkadaver sind der zuständigen Instanz der Alpgemeinde zu melden. Diese gibt den Transportauftrag an die Rega weiter.
Angaben des Tierhalters an die Einsatzzentrale der Rega:
* Tiereigentümer: Name, Vorname, Adresse, Sach-Versicherung, Rega Gönnernummer
* 12-stellige TVD-Ohrenmarke (zur Kontrolle der Eigentumsverhältnisse)
* Kontaktperson: Hirt, Alpmeister etc.
* Aufnahmeort: Gemeinde, Alpname, Koordinaten, Geländebeschaffenheit, Hindernisse
* Abladeort: Gemeinde, Lokalität, Koordinaten, Hindernisse
* Tierkadaver sind gut sichtbar zu markieren
 
Katastrophenhilfe
Gemeinsam tragen die Schweizer Berghilfe und die Rega zur Entschärfung von Notfällen bei Elementarereignissen bei (z.B. bei ausserordentlichem Schneefall). Grundsätzlich profitieren nur «Rindviecher» von der Rega-Gönnerschaft. Sind aber ganze Herden von Ziegen oder Schafen in Not, können Schweizer Berghilfe und Rega auch in solchen Fällen helfen.
 
Folgende Flüge können nicht durchgeführt werden:
* Suchflüge
* Nachteinsätze
* Einsätze mit erhöhter Gefahr für die Besatzungen, auch wegen besonders agressiven Tieren
 
Die Rega-Familiengönnerschaft behandelt das Rindvieh wie Familienmitglieder. In der Einsatzzentrale der Rega ist für diese Tierflüge während der Alpsaison ein eigenes Büro zuständig, das von Alphirten, Sennen und Bergbauern über eine spezielle Rega-Alarmnummer Telefon 044 654 32 70 zu erreichen ist.
 
Es gibt ein Merkblatt zum Thema, das angefordert werden kann bei:
Rega, Postfach 1414, 8058 Zürich-Flughafen, oder: Schweizer Berghilfe, Soodstrasse 55, 8134 Adliswil,
oder hier als PDF verfügbar ist (Stand April 2008): PDF-Bergbauernhilfe.pdf

 


   
 
   
 
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