Papierberge für Papierbergemacher
August 2008
 

 
Der Alpenbogen ist seit jeher heimatliches Terrain für Wissenschaften aller Art. Mit einem
umfangreichen Programm möchte AlpFUTUR in den nächsten vier Jahren auf dem Gebiet Alpwirtschaft
forschen. Wem wird es nützen?
 

Text und Bild Giorgio Hösli, Mitarbeit Magnus Furrer

 

 

reichgedeckter Tisch Alpwirtschaft
   
 

Er ist mir in guter Erinnerung: Ein Zappelphilipp mitten im ausgezäunten Hochmoor, mit der Landkarte fuchtelnd, wohl gegen die Mücken kämpfend. Im Feldstecher wird nicht klar, wieso er sich in die Mücken setzt. Also nichts wie hin und fragen.

Begegnungen
Er ist Student und kartografiert Pflanzenbestände. Er freut sich über die Entdeckung eines seltenen Grases. Die Gräser reisst er sorgsam aus, bestimmt und notiert sie. Seine Notizen werden helfen, Hochmoore in den Alpen zu schützen. Er fragt auch mich, was ich hier mache: Tiere hüten, aha. Wir plaudern miteinander, jeder etwas befremdet darüber, was der andere tut.
Angehende Wissenschaftler sind mir auf den Alpen öfters begegnet. Oft sympathisch beim Kaffee, aber ungelenk in der Praxis. Was sagt mir der tolle Futterwert einer Pflanze, wenn sie von den Rindern nicht gefressen wird? Warum soll ich Moore auszäunen um Gräser zu schützen, welche trotz hundertjahrelanger Beweidung ohne Schutzzaun überlebt haben? Was nützen mir farbige Weidepläne, welche die Rinder in Gebiete schicken, wo keine Wasserstellen sind? Inwieweit bin ich am falschen Ort, wenn mir einer weismacht, dass ich laut signifikanten Korrelationskoeffizienten eine Dusche in der Alphütte brauche? Wie soll ich mich verhalten, wenn mir ein Studierter sagt, der Germer sei eine giftige Pflanze, aber mit Mähen nicht wegzubringen? Was für einen Kaffee soll ich ihm ausschenken, wenn er mir erklärt, die Welt ist rund, die Alp ist auf dem Berg und die Hochschule unten im Tal?
Eine andere Begegnung der seltsamen Art hatte ich beim Recherchieren zur Krankheit Panaritium. In Bibliotheken fand ich zahlreiche Artikel zum Thema. Viele Beiträge sagten in etwa dasselbe , wiederum andere genau das Gegenteil. Einzelne Sätze verschiedener Autoren hatten exakt denselben Wortlaut, was mich an die Abschreibphase während meiner Schulzeit erinnerte. Bei der Quellenangabe wurden jeweils dieselben Autoren angegeben, was die Urheberschaft der zahlreichen Artikel auf wenige Forschende reduzierte. Grundsätzlich Neues zur Bekämpfung der Krankheit konnte ich nicht finden. Wissenschaftler verfügen scheinbar über die Fähigkeit, Dinge herauszufinden, die andere Wissenschaftler bereits herausgefunden haben und Nichtwissenschaftler schon lange wussten.

Mit 19 Projekten ran an die Alpen
Auch AlpFUTUR (www.alpfutur.ch) wird gemäss diesem Schema Forschung betreiben, obwohl die Projektverantwortlichen meinen, Forschungsbedarf auf den Alpen sei vorhanden, insbesondere wegen diverser Veränderungen im Sömmerungsgebiet: Vergandung der Weiden, Abnahme der Tierzahlen, verschärfte Umwelt- und Hygienevorschriften. Fragen stellten sich auch bei den politischen Massnahmen zur Erhaltung der Kulturlandschaft Alp, da die SchweizerInnen vorwiegend in städtischen Gebieten wohnten und noch andere Probleme zu lösen hätten.
Geforscht wird in 19 Teilprojekten, Abschlusstagung ist im Sommer 2012, die Kosten werden mit 5,5 Millionen (minus Eigenleistung von 1 Million) angegeben. Koordiniert wird AlpFUTUR von der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.
Ziel von AlpFUTUR ist, Perspektiven für die zukünftige Nutzung des Sömmerungsgebietes aufzuzeigen, die zwischen 10 bis 40 Jahre Gültigkeit haben sollen. Politische Steuerungsinstrumente würden eruiert und bessere Vermarktungsmöglichkeiten von Alpprodukten erarbeitet. AlpFUTUR will aufzeigen, wie die zukünftige Nutzung von Alpbetrieben hinsichtlich Tierzahlen, Alpbewirtschafter und Personal aussehen könnte. Weiter möchte man herausfinden, wie wichtig die Natur- und Kulturlandschaft Alp für die Bevölkerung ist. Damit die Forschenden praxisorientiert arbeiten, werden die Projekte von einer Expertengruppe begleitet, in der auch ein paar ÄlplerInnen vertreten sind, unter anderem von der IG-Alp.

Zwei Projektbeispiele
Im Teilprojekt 16: Arbeits- und Ausbildungsmarkt Alp will AlpFUTUR die wesentlichen Bestimmungsfaktoren für einen attraktiven Arbeitsplatz Alp identifizieren. Kurz: Wer geht wieso auf welche Alp oder warum nicht, und würden spezifische Ausbildungen daran etwas ändern? Sicher eine interessante Fragestellung. Nur wurde sie von Christine Rudmann und von Andreas Schweizer bereits beantwortet.1 Dazu erarbeiten momentan alpwirtschaftliche Fachstellen eine Klein-
viehhirtenausbildung, die möglicherweise Grundlage für eine weitergehende Ausbildung wird. Was es zusätzlich zu forschen gibt bleibt schleierhaft.
Im Teilprojekt 18: Infrastruktur und Alpgebäude geht es zusammengefasst darum, aufzuzeigen wer warum wo baut bzw. umbaut, sei dies bei Zufahrtsstrassen oder an Alpgebäuden und ob politischer Handlungsbedarf besteht. Dabei sollen die Erfahrungen der letzten 15  Jahre und gute Beispiele aus der Praxis miteinbezogen werden.
Nach «guten Beispielen» sucht wohl jede engagierte Gemeinde oder jeder initiative Alpbewirtschafter, die/der eine Zufahrtsstrasse oder einen Alphütte-Umbau verwirklichen will, um zum Beispiel sanften Tourismus anzubieten. Wäre es nicht sinnvoller, die Leute vor Ort mit finanziellem Zustupf und Wissen zu unterstützen (wird so schon von der Berghilfe gemacht), als ein teures Forschungsprojekt zu bezahlen, das letztlich auch nur herausfindet, dass man die Leute vor Ort unterstützen muss?

Dienstleistung für sich selber
Wie kommt ein solch grosses Forschungsprojekt denn zustande? Einfache Antwort: Forschende forschen, so wie Bauern bauern. Man hat einen Beruf, möchte ihn ausüben und sein Geld damit verdienen. Also sucht man sich Arbeit. Am Anfang von Alp­FUTUR stand nicht der Bedarf nach Forschung auf den Alpen, sondern der Bedarf von Forschenden auf dem wenig bearbeiteten Gebiet der Alpwirtschaft zu forschen. Die Themen mussten zuerst gefunden werden, denn es gibt nicht genügend anstehende Probleme, die nach Forschung rufen. Dazu klopfte das Projektteam bei diversen Fachstellen, Verantwortlichen und Splittergruppen rund um die Alpwirtschaft an, so auch bei der zalp. An einem Workshop wurden daraus die neunzehn Teilprojekte destilliert.
Wie wird es weitergehen? Diese Antwort erzählt sich aus vergangenen Forschungsprojekten: Falls das Geld zusammenkommt, wird man Papierberge bauen. Damit den Forschenden die Arbeit nicht ausgeht, finden sie heraus, dass erst in einem Folgeprojekt die Wahrheit gefunden werden kann. Oder sie kommen zum Schluss, dass Berater und Fachleute nötig sind, um Mehrwert für die Alpwirtschaft zu schaffen.
Die zalp und andere Publikationsorgane werden als Nutzniesserinnen Forschungsergebnisse publizieren und die Zahlen für etwelche Berichte verwenden. Die Politiker werden anhand der Zusammenfassungen ihre Entscheidungen fällen, ein bisschen zu Gunsten der Alpen, ein bisschen zu Ungunsten. Die Welt wird sich weiter drehen, oben bleibt die Alp und unten das Tal.

   
Grind schleifen
   
  Interview mit Rosa Böni von AlpFUTUR

zalp: Kannst du kurz zusammenfassen, was AlpFUTUR konkret möchte? In welchem Zeitraum?
Rosa Böni: Das Verbundprojekt AlpFUTUR will Perspektiven für die zukünftige Nutzung des Sömmerungsgebietes aufzeigen und daraus Aussagen zu politischem Handlungsbedarf und Handlungsempfehlungen für die Praxis ableiten. Die AlpFUTUR-Forschungstätigkeit soll von 2008 bis 2011 laufen. Daran anschliessend wird eine Synthese über die Arbeiten erstellt und das Projekt soll 2012 abgeschlossen werden.

Welche Themen haben sich nach der Vorstudie für die Hauptstudie herauskristallisiert?
Zentrale Themenbereiche sind der Einfluss von Nutzungsveränderungen und Klimawandel auf Landschaft und Biodiversität des Sömmerungsgebietes, künftige Ansprüche der Bäuerinnen und Bauern, des Alppersonals und der übrigen Gesellschaft an die Sömmerung und Alpwirtschaft sowie Fragen der Wirtschaftlichkeit der Sömmerung, der Nachfrage nach Sömmerungsplätzen für Tiere und der Vermarktung von Alpprodukten.

Wieviele Leute oder wieviele Stellenprozente werden an der Hauptstudie arbeiten?

AlpFUTUR ist ein Verbundprojekt mit voraussichtlich zwischen 10-20 verschiedenen Teilpro-
jekten, an denen pro Teilprojekt rund 2-6 Personen mit unterschiedlichen Stellenprozenten
arbeiten werden. Darin inbegriffen sind auch mehrere Diplom-, Master- und Doktorarbeiten. Der tatsächliche Umfang hängt stark von der Finanzierung ab, die noch nicht gesichert ist.

Wo genau werden Auswirkungen der Studie spürbar werden?
Die Ergebnisse können sich auswirken in politischen Entscheidungen betreffend die Alpwirtschaft (z. B. Sömmerungsbeiträge), in der alpwirtschaftlichen Ausbildung, für die Planung von Infrastrukturanlagen und Betriebsumstrukturierungen, im Weidemanagement, in der Entwicklung und Vermarktung von Alpprodukten... aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung der Alpwirtschaft, von der man sich im Talgebiet oftmals nur noch ungenaue Vorstellungen macht. Wir hoffen natürlich auch, dass die Praktikerinnen und Praktiker ihre Bedürfnisse fortlaufend in den vierjährigen Forschungsprozess einbringen. Dazu wird die eingesetzte Begleitgruppe (u. a. mit Barbara Sulzer) sicherlich einen Beitrag leisten.

Kennst du Studien, die eine konkrete Auswirkung für die Alpwirtschaft hatten?
Es gibt verschiedene Studien zu den Fettsäuren im Alpkäse, die inzwischen sehr breitenwirksam publiziert wurden und sicherlich den Ruf von Alpkäse deutlich verbessert haben, dann gibt es Erhebungen zu alpwirtschaftlichen Daten der Alpkataster, die als Entscheidungs- und Handlungsgrundlagen dienen.
Der vor einigen Jahren in Österreich durchgeführte Projektverbund AlpAustria hat einige Impulse ausgelöst und zu einer veränderten Wahrnehmung nicht zuletzt auch der Bedürfnisse des Alppersonals geführt.
Dank dem Interreg IIIA-Projekt ProAlp wurde beispielsweise das Wissen über die Tessiner
Alpkäseproduktion festgehalten und ein Beitrag zur Qualitätssicherung und -verbesserung des Käses geleistet. Das dort entwickelte italienischsprachige Handbuch erfreut sich so grosser Beliebtheit, dass es nun gerade auch auf deutsch und französisch übersetzt wird.
Im Projekt PASTO wurden der Praxis Wege aufgezeigt, wie man gegen das Einwachsen von Flächen vorgehen kann und gleichzeitig Alpfleisch produziert und vermarktet.
Schliesslich ist zu erwähnen, dass z. B. die Ausrichtung von Sömmerungsbeiträgen, ihre Erhöhungen und die derzeit stattfindende Revision der SöBV auch auf wissenschaftlichen Studien beruhen und durchaus konkrete Auswirkung haben.

Wer wird von der Studie profitieren?
AlpFUTUR legt grossen Wert auf seinen Umsetzungsteil für die Praxis, der in verschiedenen Teilprojekten enthalten ist. Mehrere Teilprojekte sehen vor, Handlungsempfehlungen für Praxis und Politik abzugeben. Eine fortlaufende Koordination der Teilprojekte und die anschliessende Synthese sollen sicherstellen, dass die Ergebnisse für die Praxis nutzbar sind.
Nebst wissenschaftlichen Beiträgen in Zeitschriften und einem Synthesebuch werden die wichtigsten Ergebnisse in breitenwirksamen Publikationen und einem Film der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die thematische Breite der 19 geplanten Teilprojekte ist gross. Entsprechend weit ist das Zielpublikum gefasst: Älplerinnen und Älpler, Alpeigentümer, landwirtschaftliche Beratung und Ausbildung, Wissenschaft, Politik und Behörden auf allen Ebenen, Bevölkerung im Berg- und Talgebiet, BewohnerInnen der Schweiz.

Wer wird AlpFUTUR bezahlen? Wie teuer kommt AlpFUTUR?
Die involvierten Forschungsinstitutionen werden Eigenleistung erbringen und wir hoffen, dass einzelne Bundesämter Gelder sprechen. Einen weiteren Teil versuchen wir bei Stiftungen und anderen Organisationen zu akquirieren. Die Gesamtkosten werden von der Anzahl realisierter Teilprojekte bestimmt. Wir rechnen für die Realisierung des gesamten Verbunds, d. h. mit den derzeit geplanten 19 Teilprojekten plus Synthese plus Koordination mit einem Bedarf von externen Geldern von 4,4 Mio. CHF. Dies sind pro Jahr 1,1 Mio. CHF.

Gibt es Geldgeber, die wirtschaftliche oder andersartige Eigeninteressen verfolgen?
Die potenziellen Geldgeber haben selbstverständlich ein Interesse an den Resultaten. Wir sagen ihnen aber, dass AlpFUTUR nicht Partikularinteressen dient und die Forschungsprojekte unabhängig und frei von Zielen und Interessen der Geldgeber arbeiten.

Ist AlpFUTUR notwendig? Wieso ist Forschung für die Alpwirtschaft notwendig?
Ausführliche Gespräche mit verschiedenen Interessenvertreterinnen und -vertretern, darunter auch mit VertreterInnen der Zalp-Redaktion und der IG-Alp, aber auch mit Verbänden und der Verwaltung haben gezeigt, dass grosser Forschungsbedarf besteht. Stichworte sind Strukturwandel in der Landwirtschaft, Landwirtschaftspolitik, Diskussion um Klimaveränderung, Biodiversität und alpine Brache, zunehmende Nutzungsansprüche und -überlagerungen im Sömmerungsgebiet durch verschiedene Nutzungsgruppen wie Alpwirtschaft, Forst-, Wasserwirtschaft, (Alp-)Tourismus, Umnutzungen, etc.
Die Alpwirtschaft ist eine althergebrachte, traditionelle Wirtschaftsweise, die fest in der Schweiz verwurzelt ist. Es stellt sich die Frage, ob und wie sich die Alpwirtschaft unter den oben genannten Veränderungen anpassen wird (Klimawandel, Agrarstrukturwandel…). Es besteht die Gefahr, dass Anpassungen erfolgen und Entwicklungsdynamiken entstehen, die weder im Interesse der Alpwirtschaft, der Politik noch der Gesellschaft sind.
Um aber Anpassungen überlegt durchführen zu können, braucht es einen Überblick über die aktuelle Situation der Alpwirtschaft, eine Vision, wie es weitergehen könnte und eine Strategie, die zeigt, welche Massnahmen zu treffen sind. Dies fehlt bislang, was verwundert, umfasst das Sömmerungsgebiet doch rund 1/8 der gesamten Schweizer Fläche bzw. sogar 1/3 der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Diese flächenmässige Bedeutung steht in keinem Verhältnis zum aktuellen Wissensstand oder zur agrarpolitischen Wahrnehmung.

Kannst du kurz ein paar Angaben zu deiner Person machen?
Rosa Böni, Ingenieurin FH in Umweltingenieurwesen, wiss. Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Umwelt- und Ressourcenökonomie an der Forschungsanstalt WSL.
Mitarbeit in der AlpFUTUR-Vorstudie, Diplomarbeit zu Alpkäse und Landschaft, Erfahrung in Marketing, Kommunikation und Veranstaltungsorganisation, Alptouristischer Sommer als Gastwirtin im Obertoggenburg.

Meine Vorgesetzten und ebenfalls in der AlpFUTUR Verbundprojektkoordination tätig:
Stefan Lauber, Dr. sc. ETH, Ingenieur-Agronom ETH, wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungsgruppe Umwelt- und Ressourcenökolomie, Forschungsanstalt WSL.
Projektmitarbeit im Nationalen Forschungsprogramm NFP48 «Landschaften und Lebensräume der Alpen». Dissertation zu Agrarstrukturwandel im Berggebiet. Projektleitungserfahrung. 7 Monate Landwirtschaftspraxis.

Und in der Projektleitung:
Irmi Seidl, PD Dr., Ökonomin, Leiterin (a.i.) Forschungseinheit Wirtschafts- und
Sozialwissenschaften, Forschungsanstalt WSL.
Arbeiten zur Entwicklung ländlicher Räume und zu ökonomischen Potenzialen von Natur- und Biodiversitätsschutz. Bewertung natürlicher Ressourcen und umweltpolitischer Instrumente.

Felix Herzog, Dr. sc. techn. ETH, Ingenieur-Agronom ETH, Leiter Forschungsgruppe
Agrarlandschaft und Biodiversität Agroscope Reckenholz-Tänikon ART
Erfahrung in der Evalutation von agrarpolitischen Massnahmen, Landschaftsökologie in
nationalen und internationalen Projekten. Alpsommer als Zusenn im Kanton Graubünden.

   
 
   
Kommentar der zalp
Magerkäse gäbe mehr Butter
Ich habe alle 19 Teilprojekte durchgelesen, beim dritten Male hoffentlich auch verstanden, und es ist mir keine Fragestellung von wirklicher Bedeutung untergekommen. Es gibt spannende Teilaspekte und Fragen, die möglicherweise interessante Antworten ergeben, aber dies steht in keinem vernünftigen Verhältnis zur Grösse des Projekts. AlpFUTUR muss abspecken, im jetzigen Umfang wird es zur «Forschung der Forschenden wegen».
Eine Frage beschäftigt mich: Warum sind intelligente Menschen wie Wissenschaftler nicht selbstkritischer gegenüber ihrer Arbeit? Fordern kaltblütig 4,4 Millionen für Papierberge und einen Film. Im Interview erklären die Projektverantwortlichen, dass im Sömmerungsgebiet «grosser Forschungsbedarf bestehe» und begründen dies mit einer Batterie von Worthülsen, die alles und nichts sagen: Struktur- und Klimawandel, Landwirtschaftspolitik, Biodiversität, Nutzungsansprüche usw.
In einem Kommentar zu diesem Artikel schreiben sie: «Wir, das Projektteam von AlpFUTUR, haben den festen Eindruck, dass Politik und Gesellschaft sorgfältig erarbeitete Informationsgrundlagen brauchen, um ihre Politiken und Massnahmen so anzupassen, dass die Schweizer Alpwirtschaft das Infragestellen und den Veränderungsdruck ohne grosse Reibungen und Einschnitte bewältigen kann. Dafür forschen wir Forschende also: dass ÄlplerInnen weiter mit Freude z’Alp gehen können!»
Dies nehmen wir als Versprechen und kommen gerne darauf zurück.
Giorgio Hösli
 
   
 
 

Infos zu den Projekten und den Verantwortlichen findet man unter
www.alpfutur.ch

   
 
 

 

 
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