D Frau vom Alpmeischter und dr Hirt
Juli 2009
 

 
Liabi Hirta! I bin zwor «nu» d Frau vom Alpmeischter und «nu» a Muatterkuahbüri, aber i
han grossi Achtig vor eurer Leischtig, iahr sind mini wohra Helda vo dr Alp!
 

Text Daniela Hunger, Bild Gisela und Jörg Bäuerle

 

 

 

A paar vo eu muass i jetz grad enttüscha: das git kai Schkandal-Gschicht!
I will nu amohl für di guata Galti-Hirta a Lanza brächa.

Als Frau vom Alpmeischter kumm i öppa in da Gnuss, wildfremdi Menscha an minam Kuchitisch bewirta ztörfa. As sind Krankaschwöschtara, Sozialarbeiter, Us-Stieger, Murer, Skilehrer und anders, und sie kömmend sich go vorstella für d Hirta-Stell uf dr Galti-Alp.
As sind ganz verschiedani Tüpa und meischtens händs a klisas Gheimnis, wo hüfig dr Uslöser drfür isch, dass as sie uf d Alp triebt im Summer. Natürlich verzellans das nit grad bim erschta Träffa, das goht eigentlich au niamert öppis a, aber dr eint oder die ander hetts miar dänn irgendaswenn amohl ama ruhiga Sunntig bim Schpisla uf dr Weid avertraut. Das hani immer als sehr grosses Gschenk empfunda. Gägasitigs Vertraua isch uf dr Wält afang eher sälta und sorgt drum, amohl bi miar, immer für Herzlüchta.
 

Treibender Hirt
   
 

Dia Hirtinna und Hirta märken schnäll, dass dr Alpmeischter für alli Problem rund um ds Wohlsi vom Veh, und d Frau vom Alpmeischter für ds Wohlsi vom Hirt zuaständig isch. I bin dr Meinig, wenns am Hirt wohl isch, macht är sini Arbet au rächt. Wenn är sich aber über di schlächt igrichtet Kuchi ärgara muass, wenn är am Obed müad und mit knurrendem Maga in d Hütta kunnt, dänn muass ma sich nit wundara, wenn är kai Luscht het, au amohl öppis z macha, wo nit im Vertrag stoht.
As isch jo halt immer no so, dass vieli Bura meinen, dr Hirt söll gfälligscht zfrieda si mit däm wo uma isch. Sie sälber wären wohrschinli nit amohl im Stand sich a warma zNacht z kocha. «Für was brucht dä a Küahlschrank!» händs grüaft, aber do hani na scho eigahändig in d Hütta trait kha. Klii, aber tiptop und ersch no gschenkt!

Ma muass nu reda mit am Hirt, amohl froga, wia ärs mit Kocha het. Wenn i merk, dass är sich nu vo Brot und Käs ernährt, dänn bring i ihm a sälbergmachti Gulaschsuppa zum Wärma und a Pack Fertigröschti mit Eier. Küacha und Schoggi sorgen immer für Freud, Frücht und Tomata au. Aber ständig d Zucchetti-Ueberschüss us am Garta in d Alp liefara gmäss am Motto: «dä söll neh, was miar gäben», das isch äba nit mini Art.
Ei Hirt het grusig gära Gschwellti kha und mi amohl ganz schüch gfroget, ob i ihm ächt nit a Dampfkochtopf bringa könnti. Einem hani a Brotbachmaschina organisiart, hei!, dä het dänn feins Brot gmacht!

I han scho viel vo üsarna Hirta glärnt. Sie händ zum Teil sehr edli Wertvorschtelliga, machen sich viel Gedanka zum Zuastand vo dr Wält, händ Sorg zur Umwält und händ di avertrauta Tiar liaber als dr Bsitzer sis eigana Veh. Läbenskünschtler hets au drunter, vo däna ihrer Zuaversicht hätti i miar am liabschta a Schiba abgschnitta!
Jedes Johr machen miar Verbesseriga in dr Alp. Iwandfreys Zunmaterial sött sälbschtverständlich si. Mit fula Pföhl und Band, wo ei Flick noch am andara kunnt, kasch kai super Zun macha.
So wia miar üs druf verlönd, dass dr Hirt sini Arbet pflichtbewusst macht, so kann är sich aber au uf üs verloh. Wenns Problem git, wo allai nit lösbar sind, lönd miar alles keya und gönd go hälfa.
Het dr Hirt Freud an dr Arbet, will är sich vo da Bura nit verarscht sondern unterstützt fühlt, hinterloht är Schpura in dr Alp. Dr eint sammlet Militärschrott und sorgt grad no drfür, dass dia Hüfa abgholt wärden. Die ander verschöneret d Weid mit Steihufa, dr Dritti flächtet mit Zunband kaputti Stüahl wieder ganz. Eina het Steiplatta zur Hütta trait und a herzigs Vorplätzli samt Tisch für da Fiirobed baut.
 

  Webstuhl
   
 

I han Freud an däna Schpura. Ds uneiganütziga Schaffa rächni jedam gross a.
Drum tuats miar immer a biz weh, wenn sich in dr Alp alles nu um d Milch und dr Käs und dr Senn mit sinara Mannschaft trüllt. Sind dänn Galti-Hirta zweitklassig, so wia ihras Veh, wo äba nu Galti und Muatterküah sind? Warum sait ma überhaupt «nu»?
Amohl ama Alpsunntig het dr Pfarrer wella, dass a Hirt zu ihm vüra kunnt und winkt am Galti-Hirt . «I bin aber nu dr Galti-Hirt», het dä gsait. «Was heisst do nu?» het dr Pfarrer gfröget. I hätti am Pfarrer am liabschta a Kuss geh!

Liabi Hirta! I bin zwor «nu» d Frau vom Alpmeischter und «nu» a Muatterkuahbüri, aber i han grossi Achtig vor eurer Leischtig, iahr sind mini wohra Helda vo dr Alp!

   
   
   
   
 
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