Per Maus zum Alpkäse
September 2010
 

 
Bis anhin konnte Alpkäse über private Websites oder Internetseiten einzelner Alpkäsegenossenschaften eingekauft werden. Mit Alpswiss gibt es nun ein Portal, über das man Alpkäse aus der ganzen Schweiz kaufen kann. zalp hat beim Initiant Urs Schlegel nachgefragt, wie das gehen soll und wird.
 

Fragen: Giorgio Hösli (Das Interview wurde per Mail geführt)

 

 

  zalp: Wer steht hinter alpswiss?
Urs Schlegel: Hinter alpswiss.ch stehe ich persönlich als Gründer und Inhaber. Das Projekt wird vorerst als Einzelfirma aufgebaut, kann jedoch später unter Umständen auch in einer anderen Geschäftsform betrieben werden.

Was haben Sie für eine Beziehung zur Alpwirtschaft?
Ein direkter Bezug zur Alpwirtschaft meinerseits besteht nicht, jedoch faszinierte mich die Alpwirtschaft auf Grund meines Wohnorts Schwyz und der Verbundenheit mit den Alpen schon immer. Zahlreiche ehemalige Schulkameraden und Bekannte sind aktiv in der Alpwirtschaft tätig, so dass ein reger Informationsaustausch stattfindet.

Waren Sie schon selber als Älpler auf der Alp?
Nein, ich war selber leider noch nicht in der Alpwirtschaft tätig, möchte jedoch im Rahmen unseres Projekts nächstes Jahr unbedingt für einige Wochen auf eine Alp. Zudem sind verschiedene Kurse im Bereich Alpwirtschaft und Käseherstellung geplant.
 
alpswiss.ch
   
 

Was genau will Alpswiss?
Über die Internetplattform www.alpswiss.ch werden Endkunden in erster Linie Alpkäse und weitere Produkte aus Alpproduktionen direkt vom Hersteller angeboten. Zu den weiteren Produkten zählen unter anderem «Alpchäs & Wii», Spirituosen, Käsehobel und ‑messer. Spezielle Events im Sommer und Winter wie Alpkäsereibesichtigungen, gastronomische Alpanlässe und Förderprogramme, die im Zusammenhang mit Alpkäse stehen, runden das Angebot ab. Ziel ist, Konsumenten Produkte direkt von Herstellern anzubieten, die traditionell original Alpkäse mit klar definierter Herkunft fertigen und sich von anderen Käseproduktionen wie Bergkäse oder industriell produzierten Käseerzeugnissen deutlich in Qualität, Geschmack und Preis abheben. Dabei geht es der Firma einerseits um die Erhöhung der Wertschätzung von Alpkäse zu fairen Preisen und andererseits um die Erhaltung bestehender und die Schaffung weiterer Arbeitsplätze in Alpregionen.

Gibt es eine Verknüpfung zur Organisation Absatzförderung Schweizer Alpkäse?
Wenn ja, wie ist sie aufgebaut?

Mit der Absatzförderung Schweizer Alpkäse gab es bisher einige informelle Gespräche sowie ein Treffen mit Herrn Martin Rüegsegger. Die Organisation signalisierte ihre Bereitschaft, das Projekt mittels Werbung und durch Integration an eigenen Messeauftritten zu unterstützen. Darüber hinaus soll das Projekt alpswiss.ch an einer Sitzung der IG-Alp am 13.09.2010 vorgestellt werden.

Wie will Alpswiss sich mit Werbung positionieren?
Das Internetportal www.alpswiss.ch wird direkt von alpswiss.ch bedient und unterhalten. Die Firma kann sofort auf Trends und Nachfragen reagieren. Onlineshops und New Media-Anwendungen werden immer populärer und verzeichnen jährliche Wachstumssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich. Die Welt zählt mittlerweile eine Milliarde Internetnutzer. Die meisten von ihnen kommen aus dem asiatischen Raum (mehr als 40 %), Europa belegt mit rund 30 % den zweiten Platz des User-Rankings.
Die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte über Internet steckt in der Schweiz immer noch in den Kinderschuhen. Durch einen modernen Internetauftritt auf technisch höchstem Niveau erfüllt alpswiss.ch alle Anforderungen und Bedürfnisse von Endkonsumenten. Das Kaufverhalten der Kunden dürfte unterschiedlich ausfallen.
Es ist von folgender Marktaufteilung auszugehen:

Länder Marktanteil (Tendenz)
Schweiz 70 %
Ausland 30 %

Zwar wäre grundsätzlich denkbar, dass der Direktverkauf zukünftig durch Alpgenossenschaften und Grossverteiler verdrängt werden könnte, derzeit bestehen aber so viele und zersplitterte Interessengemeinschaften, dass sich, jedenfalls bis heute, neben dem Direkt- und Regionalverkauf kein anderer starker Trend herausbilden konnte.

Wann soll es losgehen mit dem Verkauf?
Der Verkauf respektive die voraussichtliche Eröffnung des Onlineshops ist für September/Oktober 2010 geplant.

Will sich Alpswiss noch anderweitig mit Alpkäseverkauf engagieren?
Neben der Internetplattform werden noch weitere Marketingmassnahmen angestrebt wie:

  • Internet, Social Media Marketing
  • Anzeigen, Prospekte, Handzettel
  • Messe- und Eventbesuche mit Degustations- und Bestellmöglichkeit
  • Zusammenarbeit mit touristischen Institutionen
  • Zusammenarbeit SMP, SCM AG, zalp, Genossenschaften, u.v.a.m.

Was hat der Konsument davon, den Alpkäse über Alpswiss zu kaufen anstelle über den Produzenten selber?
Die Möglichkeit, Alpkäse aus allen Alpregionen der Schweiz über Internet zu beziehen, ist einzigartig und daher bislang konkurrenzlos. Es gibt kein vergleichbares Angebot auf dem Markt.
Die Vorteile für Konsumenten bestehen darin, dass sie

  • Alpkäse aus allen Regionen der Schweiz über eine zentrale Plattform direkt vom Hersteller beziehen können;
  • mit Alpkäse ein hochwertiges Produkt kaufen, das in der Regel nur regional angeboten wird;
  • die Garantie erhalten, dass der Käse direkt vom Hersteller stammt;
  • die Auftragsabwicklung dank spezieller Internet- und Abwicklungstechnologie einfach und schnell erfolgt.

Über Internet kann Alpkäse nur von wenigen regionalen Produzenten bezogen werden. Die Internetseiten entsprechen meistens weder dem aktuellen technischen Stand noch den Bedürfnissen der Konsumenten. Die Bestellung ist oftmals nur telefonisch, per E-Mail oder über einfache Formulare mit wenig Transparenz möglich und beinhaltet lediglich das eigene Angebot.

Wie viel bezahlt der Konsument für den Käse?
Unser Verkaufspreis soll – abhängig vom Reifegrad – zwischen 27,00 und 35,00 CHF/kg angesiedelt werden und ist damit in Anbetracht der Einzigartigkeit und Qualität marktgerecht.

Wie lange dauert es, bis der Käse nach einer Bestellung beim Kunden ist?
Wir streben eine Lieferfrist von einer Woche an, wobei der eigentliche Käseversand jeweils montags bis mittwochs erfolgt.

Wie kleine Einheiten kann der Kunde bestellen?
Wir verkaufen den Alpkäse ab einer Mindestmenge von einem Kilogramm (Ausnahme Mutschli). Der Preis für ganze Laibe wird mit dem Produzenten vereinbart und ist mengenabhängig. Eine Preisreduktion von 10–15 % gegenüber dem Kilopreis ist vorgesehen. Auch Käseabonnements und Sonderangebote für Stammkunden mit Preisnachlässen von bis zu 15 % werden wir im Angebot haben.
 

 
alpswiss
   
  Bis jetzt sind nur drei Alpkäseproduzenten auf dem Netz sichtbar.
Wie viele sollen es werden?

Zur Zeit führen wir Verhandlungen mit verschiedenen Alpproduzenten. Wir möchten etwa 20–30 Hersteller bei alpswiss.ch aufnehmen. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Wir sind dabei, den Webshop so zu erstellen, dass eine Vielzahl von Produzenten aufgenommen und der Shop dann auch auf ihren Webseiten integriert werden kann.

Wie gelangen Sie zu den Alpkäser?
Über ein Inserat auf www.zalp.ch haben sich seit Mitte Juli bereits zahlreiche Alpproduzenten aus der ganzen Schweiz gemeldet und grosses Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Alpkäser werden von uns zudem angeschrieben oder angerufen. Weitere Produzenten möchten wir an den kommenden Alpkäsemärkten ansprechen und für unser Projekt gewinnen.

Was zahlen Sie den Alpkäsern, oder anders gefragt: Wie hoch ist die Marge von Alpswiss?
Der Hersteller erhält aktuell zwischen 11,00 und 16,00 CHF/kg von Genossenschaften und Käsehändlern. Beim Direktverkauf ab Hof/Alp wird der Alpkäse zwischen 16,00 und 22,00 CHF/kg angeboten. Der Produzent soll einen fairen Mindestpreis von 20,00 CHF/kg erhalten – je nach Qualität und Reifegrad auch mehr. Alpswiss strebt eine Marge von 30–40 % an.

Möchte Alpswiss Alpkäse aus der ganzen Schweiz oder nur aus bestimmten Regionen verkaufen?
Wir möchten Alpkäseprodukte aus allen Regionen der Schweiz anbieten.

Alpswiss sichert eine «Geld-Zurück-Garantie» zu, aber wer bezahlt den zurückgegebenen Käse? Der Produzent oder Alpswiss?
In jedem Fall wird individuell nach einer kundenfreundlichen Lösung gesucht. Nach dem Verursacherprinzip teilen sich Produzent und Alpswiss die Kosten. Garantieansprüche können jedoch nur wegen Falschlieferungen, Transportschäden oder offensichtlicher Qualitätsmängel geltend gemacht werden. Abweichende geschmackliche Vorstellungen des Kunden sind ohne Relevanz.

Wo wird Alpswiss-Käse gelagert? Wer verschickt ihn?
Der Alpkäse wird hauptsächlich beim Produzenten gelagert und auch direkt über dessen Käselager versandt. Alpswiss betreibt vorerst nur ein kleines Lager für den Versand von Geschenkartikeln, die im Zusammenhang mit Alpkäse stehen wie «Alpchäs und Wii», «Alpchäs und Schnaps», Käsemesser und ‑hobel u.a.m. In Zukunft möchte alpswiss.ch den Versand allerdings von einem zentralen Lager aus selbstständig durchführen.
 

  Und hier gehts zur Internetseite: www.alpswiss.ch (Link nicht mehr gültig...)
   
 
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