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  Bündner Alppersonalrichtlöhne 2013
Erscheinungsdatum
Dezember 2012

Die Richtlöhne der Bündner haben sich mittlerweile schweizweit als Richtschnur etabliert, ausgehandelt werden sie vom Bündner ÄlplerInnenverein BÄV und dem Bündner Bauernverband BBV. Auf Sommer 2013 gibt es keine Änderungen.
Wie immer sind alle Angaben ohne Gewähr – in der Praxis sieht vieles anders aus als in der Tabelle.
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Der Alphütten-Tarif ist angepasst worden, die Löhne bleiben für diesen Sommer gleich.


 
 


Schnellklicks:  
Taglohn
Pauschallohn
Bemerkungen
FAQs
Links

Alphütten-Tarif
 
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Taglohn
(Bruttobarlohn)
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 Funktion  
Richtlohn min.      
Richtlohn max.      
 Senn/Sennin  
CHF 155.–      
CHF 205.–      
 Verantwortlicher*/Zusenn/-in; Hirt/-in für Milchkühe  
140.–      
180.–      
 Hirt/-in für Mutterkühe, Jungvieh, Kleinvieh  
130.–      
170.–      
 Gehilfe/-in erwachsen  
105.–      
160.–      
 Gehilfe/-in jugendlich  
80.–      
90.–      
* Der Verantwortliche einer Melkalp ist dem Zusenn auf einer Sennalp gleichgestellt.
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Pauschallohn
(Bruttobarlohn)

gilt nur für Sennalpen
für 90 Tage
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Kuhzahl
Personal-
bedarf
Faktor
Betriebsgrösse
Richtlohn
min.
Richtlohn
max.
20–29
1.6
82.5 %
CHF 17’500.–      
CHF 23’000.–      
30–39
1.9
85.0 %
21’500.–      
28’000.–      
40–49
2.2
87.5 %
25’000.–      
33’000.–      
50–59
2.5
90.0 %
28’000.–      
37’500.–      
60–69
2.8
92.5 %
31’500.–      
42’500.–      
70–79
3.0
95.0 %
34’000.–      
46’500.–      
80–89
3.2
97.5 %
36’500.–      
49’500.–      
90–99
3.4
100.0 %
39’000.–      
52’500.–      
100–109
3.6
102.5 %
41‘500.–      
55’500.–      
110–119
3.8
105.0 %
44’000.–      
58’500.–      
120–129
4.0
105.0 %
45’500.–      
60’000.–      
Die Lohnsumme ist auf 500.– auf- bzw. abgerundet.
Der Personalbedarf wird etwas willkürlich festgelegt und aus der Tabelle 1 «von oben nach unten» berechnet. Als Beispiel: Ein Alpteam mit 3,4 Personen setzt sich zusammen (wenigstens rechnerisch) aus 1 Senn/in + 1 Hirt/in Milchkühe + 1 Gehilfe/Gehilfin erwachsen + 0,4 Gehilfe/Gehilfin jugendlich.
Der Faktor Betriebsgrösse stellt den «Verantwortungsgrad» des Alppersonals dar. Je grösser die Alp, desto grösser die Verantwortung. Die Lohnsumme eines Angestellten bei einer Kuhzahl von 50-59 wird von Tabelle Taglohn mit 0.9 (90%) multipliziert.
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Bemerkungen
zu den Tabellen

Bruttolöhne Die Richtlöhne sind Bruttobarlöhne. Der Ferienanspruch und die Verköstigung sind mit dem Richtlohn abgegolten, nicht aber die Unterkunft (siehe unten Naturallohn). Nicht berücksichtigt sind spezielle Arbeitsleistungen wie Spezialitätenherstellung, Direktvermarktung ab Alp, Touristenangebote usw. Die Arbeitgeber dürfen die gesetzlichen Abzüge vornehmen (1.65% Unfallversicherung, 6.25% AHV, Krankentaggeld (0.475%), Quellensteuer (ca. 11 % im Kt. Graubünden nach Tarif vom 1.1.2011, je nach Familienverhältnissen und Lohnhöhe varierend). Die halbe Prämie des Pensionskassenbeitrages wird vom Lohn abgezogen.
Vorbereitung- und Abschlusssarbeiten (also zäunen und putzen) sind gemäss Tabelle «Pauschallohn» zu entschädigen und sollten am besten im Anstellungsvertrag aufgeführt werden.
 
Taglohn versus Pauschallohn Der Taglohn ist fairer als der Pauschallohn, aber in Graubünden traditionell wenig verbreitet. Bei Lohnverhandlungen sollte vom Taglohn ausgegangen werden und der Pauschallohn zur Überprüfung dienen. Auch bei einer Anstellung per Pauschallohn sollte das Alpteam die einzelnen Löhne unter sich vertraglich abmachen.
 
Minimum und Maximum Mit Minimum sind ÄlplerInnen mit wenig Alperfahrung gemeint, mit Maximum solche mit vier und mehr Sommern Erfahrung.
 
Hütealpen Hirt/Innen von Jungviehalpen orientieren sich nach den Löhnen der Tabelle 1 «Taglohn». Der dortige Betrag ist für eine Herde von 100 – 130 Tieren errechnet. Sind es bedeutend mehr, kann ein Zuschlag von höchstens 30% gemacht werden.
 
Schaf- und Ziegenalpen Diese Hirt/Innen orientieren sich ebenfalls nach den Löhnen der Tabelle 1 «Taglohn». Der dortige Betrag ist für eine Herde von 600 – 800 Schafen oder 50 – 70 Milchziegen (inkl. Milchverarbeitung) gedacht. Sind es bedeutend mehr, kann ein Zuschlag von höchstens 30% gemacht werden. Das Nutzungssystem bei der Schafalpung bezüglich der verschiedenen Sömmerungsbeiträge und der Aufwand für Herdenschutz soll speziell berücksichtigt werden.
 
Zuschläge Zuschläge können bei arbeitsaufwendigen Verhältnissen (mehrstaffelige Alpbetriebe, zweimaliges Käsen pro Tag u.ä.) zur Anwendung kommen.
 
Direktvermarktung und Spezialitäten Die Direktvermarktung von Alpprodukten oder die Herstellung von Spezialitäten (Weichkäse, Fruchtjoghurt u.ä., die dem Alpbewirtschafter Mehrwert bringen) sind mit den Richtlöhnen nicht abgegolten. Die Entlöhnung sollte vor der Alp vertraglich geregelt werden.
 
Spezielles Ebenso werden Treueprämien, überdurchschnittliche Mulchen u.ä. in den Richtlöhnen nicht berücksichtigt.
 
Abzüge Sollte das Alppersonal nicht voll ausgelastet sein (z.B. zusätzliches Erledigen von Arbeiten auf dem Heimbetrieb) können Abzüge bei den Richtlöhnen vorgenommen werden.

Referenzen Wer im Winter/Frühling nicht nach den letztjährigen ÄlplerInnen fragt und dort Erkundigungen zur Alp und den Alpmeistern einholt, darf im Sommer über auftauchende Ungerechtigkeiten nicht jammern. Dies gilt jedoch ebenso für die Alpmeister, auch sie sollten Referenzen vom Alppersonal verlangen.

Quelle: Bündner Bauer, Ausgabe 48, Nov. 2012

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Häufig gestellte Fragen (für Antworten auf die Frage klicken...)
> Wie hoch ist der Naturallohn?
Der Naturallohn von 990 Franken pro Monat (33.– pro Tag) setzt sich zusammen aus:
Logis/Unterkunft: CHF 345.– pro Monat; Morgenessen: 105.–; Mittagessen: 300.–; Abendessen: 240.–
Das heisst: Bei der Lohnabrechnung gemäss Bündner Richtlöhnen müssen für den AHV-pflichtigen Lohn 345 Franken pro Monat für die Unterkunft dazugerechnet werden, auch wenn die Alphütte keiner wirklichen Logis entspricht. Bei den Richtlöhnen gemäss Schweizerischem Baurnverband ist der Naturallohn vollumfänglich eingerechnet.
Bei der Quellensteuer ist der Logisbatzen von 345.– immer Teil des Lohns. Das heisst er kommt zum Lohn dazu und muss versteuert werden.
Wenn die ÄlplerInnen ihr Essen selber bezahlen kommt der Kostbatzen von 645 Franken beim AHV-pflichtigen Lohn natürlich nicht dazu.
 

> Reisekosten für ausländische Arbeitnehmende

Bei Arbeitnehmenden, die in ihrem Heimatland rekrutiert werden, übernimmt der Arbeitgebende die Reisekosten von dessen Wohnort bis zum Arbeitsort. Die Auszahlung erfolgt erst, wenn der Arbeitnehmende die Hälfte der vereinbarten Vertragsdauer absolviert hat. Wenn der Arbeitnehmende die Stelle nicht antritt, während der Probezeit oder vertragswidrig verlässt, erfolgt keine Kostenübernahme. Im letzteren Fall kann der Arbeitgebende bereits bezahlte Reisekosten mit dem Lohn verrechnen. Die Einreisekosten sind geschuldet, wenn der Arbeitgebende dem Arbeitnehmenden während der Probezeit kündigt. Die Kosten der Rückreise gehen zu Lasten des Arbeitnehmenden. Sie gehen jedoch zu Lasten des Arbeitgebenden, wenn das Arbeitsverhältnis vorzeitig aufgelöst wird, aus Gründen, die der Arbeitgebende zu vertreten hat, und wenn der Arbeitnehmende in der Schweiz keine andere Stelle antreten kann. Siehe auch: Merkblatt_und_Richtloehne_2011 oder www.abla.ch
 
> Sind die Richtlöhne für die ganze Schweiz verbindlich?

Richtlöhne sind Richtschnüre und nicht verbindlich, weder für den Kanton Graubünden noch für die Schweiz. Bei Anstellungsgesprächen sind sie aber ein guter Anhaltspunkt. Die anfallende Arbeit und der finanzielle Output sind von Alp zu Alp dermassen verschieden, dass man keine allgemeingültigen Lösungen finden wird. Die ÄlplerInnen sollten sich bei Lohnforderungen an den Richtlöhnen orientieren und sich nicht gegenseitig unterbieten.
Regional gibt es Unterschiede bei der tatsächlichen Lohnhöhe. Für kleinere Alpen und Privatalpen gelten eher die Richtlöhne vom Schweizerischen Bauernverband, als die bündnerischen.
 

> Wieviel muss ich für diesen Lohn arbeiten?
Im ersten Alpmonat sollten 14 Stunden, später 11 Stunden nach Möglichkeit nicht überschritten werden, meint der Bündner Bauernverband dazu. Überstundenarbeit kann nach Treu und Glauben zugemutet werden, sofern das Alppersonal dies zu leisten vermag.
 
> Muss der Lohn schriftlich festgehalten werden?
Ja. Man sollte sich einen Normalarbeitsvertrag beschaffen (siehe unten bei den Links). Ob man ihn direkt ausfüllt oder nur als Checkliste für einen eigenen Vertrag zur Hand nimmt, ist weniger wichtig. Bei Streitigkeiten ist man froh um einen Vertrag, herrscht «Friede Freude Eierkuchen» schadet er auch nicht.
 
> Muss ich Pensionskasse bezahlen?
Arbeitet man länger als 3 Monate, bezieht man mehr als CHF 1755.– (Stand 2013) AHV-pflichtigen Lohn pro Monat und ist man älter als 17 Jahre, muss man in die Pensionskasse einzahlen (auch AusländerInnen). Das Geld wird vom AHV-pflichtigen Lohn abgezogen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Arbeitnehmer einer Pensionskasse anzuschliessen. Der Pensionskassenbeitrag ist abhängig vom Alter, Geschlecht und der Lohnhöhe. Der Beitrag wird zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bezahlt.
Vor der Alp sollte im Vertrag geregelt werden, ob die Arbeitstage 90 Tage überschreiten und somit Pensionskasse bezahlt wird - oder eben nicht.

 
> Wie hoch ist der Mindestlohn für AusländerInnen?
Für ÄlplerInnen aus den EU-25 und EFTA-Staaten (und auch der Schweiz) gelten keine Mindestlöhne, sondern branchen- und ortsübliche Löhne (also die Alp-Richtlöhne). Der Mindestlohn für AusländerInnen aus den neuen EU-Ländern Bulgarien und Rumänien beträgt CHF 3'170.– (Stand 2012, Schweizer Bauernverband). Darin eingerechnet sind 990 Franken für Unterkunft und Verpflegung. Gelangt dieser bei voller Verköstigung durch den Alpmeister in Abzug, resultiert ein Bruttobarlohn von CHF 2150.- (AusländerInnenfragen siehe auch Bundesamt für Migration)
 
> Brauchen AusländerInnen eine Arbeitsbewilligung?
Für EU-25/EFTA-Staaten gilt: Für Alpstellen bis zu drei Monaten braucht man weder Arbeits- noch Aufenthaltsbewilligung. Der Arbeitseinsatz ist jedoch meldepflichtig (Anmeldung beim kantonalen Arbeitsamt oder über die Gemeinde oder www.auslaender.ch. Für längere Arbeitsverhältnisse ist eine Kurzaufenthaltsbewilligung (L) beim kantonalen Arbeitsamt zu beantragen, siehe auch Meldeschema. Es besteht weder Inländervorrang noch Lohnkontrolle, Teilzeitanstellung ist möglich.
Für Bulgarien und Rumänien gilt: Unabhängig von der Anstelldauer ist einen Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung nötig. Hier gilt Inländervorrang (Alpstelle inserieren, sowie Meldung bei der regionalen Arbeitsvermittlung machen). Zudem muss der Mindestlohn von CHF 3'170.– eingehalten werden. Weitere Informationen zur Ausländer-Anstellung bieten www.agroimpuls.ch und www.auslaender.ch
> Welche Preise gelten für Alpkäse und Alpbutter im Direktverkauf?
Es gibt keine festen Preise. Die Alp- und Milchwirtschaftskommission des Bündner Bauernverbandes empfiehlt für den Direktverkauf bis Weihnachten CHF 19.–/Kilo, danach 22.–/Kilo für Alpkäse und generell CHF 19.–/Kilo für Alpbutter (sofern einwandfreie Produkte). Für den Wiederverkauf empfiehlt der Verband einen Preis von CHF 14.50/Kilo.
Im Tessin sind die Preise beim Alpkäse 6 bis 12 Franken höher.
Die Casalp, Sortenorganisation für Berner Alp- und Hobelkäse, empfiehlt Alpkäse (ab 4.5 Mt.) am Stück nicht unter CHF 21.–/Kilo und Hobelkäse (18 Mt.) nicht unter CHF 31.50 direkt zu verkaufen. Beim Verkauf an den Handel und die Gastronomie sollen für ersteren Käse CHF 18.– und für zweiteren CHF 27.– gelten.
 
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weiterführende Links Bündner Bauernverband (im Bereich Agro-Treuhand -> Formulare): http://www.buendnerbauernverband.ch/Downloads.105.0.html
Alprichtlöhne mit ausführlichem Bericht und Lohnabrechnungsbeispiel gemäss Bündner Bauer, Anstellungsverträge für HirtInnen und SennInnen, Normalarbeitsvertrag, Lohnrichtlinien für familienfremde ArbeitnehmerInnen und Versicherungsinfos zum herunterladen.
 
Arbeitsvertrag und Lohnabrechnung für Alppersonal, direkt als PDF-Datei zum ausfüllen: Arbeitsvertrag_Alppersonal_2013.pdf von der Agro Treuhand Berner Oberland zur Verfügung gestellt.
 
Kantonale Arbeitsverträge, Richtlöhne, Quellensteuerinformationen, vor allem für ausländische Arbeiternehmer bei Agrimpuls: www.agrimpuls.ch
 
Richtlöhne für landw. Angestellte, auch auf französisch von der ABLA: www.abla.ch
 
CASALP Preisangaben Alpkäse und alpthematische Infos: www.casalp.ch
 
Quellensteuerberechnungen: http://www.comparis.ch/steuern/quellensteuerrechner/default.aspx
 
Lohnrichtlinie für familienfremde Arbeitnehmende in der Schweizer Landwirtschaft (SBV)
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