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  Bündner Alppersonalrichtlöhne 2019
Erscheinungsdatum
Dezember 2018

Die Richtlöhne der Bündner haben sich mittlerweile schweizweit als Richtschnur etabliert, ausgehandelt werden sie vom Bündner ÄlplerInnenverein BÄV und dem Bündner Bauernverband BBV. Auf das Jahr 2019 bleibt das Meiste beim Alten, der Fokus liegt neu auf dem Taglohn, die Angaben zu Pauschallöhnen wurden gestrichen. Wie immer sind alle Angaben ohne Gewähr und in der Praxis sieht vieles anders aus als in der Tabelle.
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Schnellklicks:  
Taglohn
Bemerkungen
FAQs
Links

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Taglohn
(Bruttolohn)
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 Funktion
Richtlohn min. (1) 
Richtlohn min. (2) 
Richtlohn max. (3) 
 Senn/Sennin  
CHF 170.–      
CHF 185.–      
CHF 240.–      
 Zusenn/Zusennin
155.–      
170.–      
225.–      
 Verantwortliche/-r einer Melkalp
155.–      
170.–      
225.–      
 Hirt/-in Milchkühe 
155.–      
170.–      
225.–      
 Hirt/-in Mutterkühe mit Kälbern  
155.–      
170.–      
225.–      
 Hirt/-in Jungvieh, Kleinvieh  
145.–      
160.–      
195.–      
 Aushilfe erwachsen  
120.–      
135.–      
185.–      
 Aushilfe jugendlich  
85.–      
–      
105.–      
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1: Alpneulinge ohne landwirtschaftliche oder ähnliche Ausbildung
2: Alpneulinge mit landwirtschaftlicher oder ähnlicher Ausbildung
3: ÄlplerInnen mit vier und mehr Sommern Erfahrung

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Bemerkungen

Bruttolöhne Die Richtlöhne sind Bruttolöhne. Freizeit- und Ferienanspruch sind mit dem Richtlohn abgegolten. Ebenfalls die Logis.
 
Zusätzlich zum Lohn Vorbereitung- und Abschlusssarbeiten wie wie Zäunen, Putzen zählen zur Arbeitszeit und sind gemäss Tabelle «Taglohn» zusätzlich zu entschädigen. Im Anstellungsvertrag sollte festgelegt werden, wieviele Tage dafür nötig sind.
Treueprämien, überdurchschnittliche Mulchen, gut verlaufene Abkalbungen (z.B. 50.– bis 100.– pro Abkalbung) u.ä. sind in den Richtlöhnen nicht berücksichtigt. Werden sie ausbezahlt, müssen sie zum Bruttolohn hinzugerechnet werden und erhalten die entsprechenden Abzüge.
 
Abzüge Die Arbeitgeber dürfen die gesetzlichen Abzüge vornehmen (AHV, Arbeitslosenversicherung, Nichtberufsunfall, Krankentaggeld, Pensionskasse. Zusätzlich bei AusländerInnen: Quellensteuer ( je nach Kanton, Familienverhältnissen und Lohnhöhe varierend) und, falls benötigt, die Kosten der Krankenkassenversicherung.
Sollte das Alppersonal nicht voll ausgelastet sein (z.B. zusätzliches Erledigen von Arbeiten auf dem Heimbetrieb) können Abzüge bei den Richtlöhnen vorgenommen werden.
 
Logis/Unterkunft Die Unterkunft ist im Richtlohnansatz enthalten. Sie wird dem Älpler, der Älplerin mit dem gemäss AHV-Ansätzen festgelegtem Betrag von CHF 11.50 pro Tag vom Bruttolohn abgezogen, egal wie schäbig oder modern die Unterkunft ist.
 
Kost/Verpflegung Für die Verpflegung sind grundsätzlich die ÄlplerInnen verantwortlich. Produzierte Milchprodukte sollten vom Alppersonal während der Alpzeit gratis konsumiert werden können. Sorgt der Arbeitgeber für die volle Verköstigung des Personals, wird gemäss AHV-Ansätzen der Betrag von CHF 21.50.– pro Tag vom Bruttolohn abgezogen. Dieser Betrag gilt als Naturallohn, ist AHV-pflichtig – die entsprechenden Abzüge werden vorgenommen.
 
Hütealpen Hirt/Innen von Jungviehalpen/Mutterkuhalpen orientieren sich nach den Löhnen der Tabelle «Taglohn». Der dortige Betrag ist für eine Herde von 100 – 130 Tieren errechnet. Sind es bedeutend mehr, kann ein Zuschlag von höchstens 30% gemacht werden.
Hirt/Innen auf Mutterkuhalpen mit Abkalbungen können nach einer Erfolgsprämie fragen, sofern das Kalb Ende Alp gesund ist. Die Richtlöhne empfehlen CHF 50.– bis 100.– pro Abkalbung.
 
Schaf- und Ziegenalpen Die Hirt/Innen orientieren gemäss den Löhnen der Tabelle «Taglohn». Der dortige Betrag ist für eine Herde von 600 – 800 Schafen oder 50 – 70 Milchziegen (inkl. Milchverarbeitung) gedacht. Sind es bedeutend mehr, kann ein Zuschlag von höchstens 30% gemacht werden. Das Nutzungssystem bei der Schafalpung bezüglich der verschiedenen Sömmerungsbeiträge und der Aufwand für Herdenschutz soll speziell berücksichtigt werden.
 
Direktvermarktung und Spezialitäten Die Direktvermarktung von Alpprodukten oder die Herstellung von Spezialitäten (Weichkäse, Fruchtjoghurt u.ä., die dem Alpbewirtschafter Mehrwert bringen) sind mit den Richtlöhnen nicht abgegolten. Die Entlöhnung sollte vor der Alp vertraglich geregelt werden.
 
Taglohn versus Pauschallohn Der Taglohn ist fairer als der Pauschallohn, aber in Graubünden traditionell wenig verbreitet. Bei Lohnverhandlungen sollte vom Taglohn ausgegangen werden und der Pauschallohn zur Überprüfung dienen. Auch bei einer Anstellung per Pauschallohn sollte das Alpteam die einzelnen Löhne unter sich vertraglich festlegen.
 
Referenzen Wer im Winter/Frühling nicht nach den letztjährigen ÄlplerInnen fragt und dort Erkundigungen zur Alp und den Alpmeistern einholt, darf im Sommer über auftauchende Ungerechtigkeiten nicht jammern. Dies gilt jedoch ebenso für die Alpmeister, auch sie sollten Referenzen vom Alppersonal verlangen.

 

Aufteilung der Sozialleistungen
zwischen Arbeitgeber AG und Arbeitnehmer AN in % vom AHV-Lohn:

   Total Prämie  Anteil AG  Anteil AN
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 AHV/IV/EO  10.250 %  5.125 %  5.125 %
 Arbeitslosenversicherung ALV  2.20 %  1.1 %  1.1 %
 Familienzulage  2.00 %  2.00 %  
 Berufsunfall  3.276 %  3.276 %  
 Nichtberufsunfall  1,641 %    1.641 %
 Krankentaggeld  nach Versicherungsart*  halbe Prämie  halbe Prämie
 BVG/Pensionskasse**  siehe FAQ Pensionskasse  halbe Prämie  halbe Prämie
 Krankenpflege  nach Versicherungsart    ganze Prämie***
 Quellensteuer  je nach Kanton    ganze Steuer

 *Krankentaggeld-Variante ab 31. Tag: je 0,475% für AG und AN | Variante ab 3. Tag: je 1,225%
 **Pensionskasse nur bei Anstellungen über drei Monate.
 ***In den Kantonen GL, SH, TI, VD, VS übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Prämie,
        im Kanton AI die ganze Prämie.

Quelle: Bündner Bauer, Ausgabe 47, November 2018

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Häufig gestellte Fragen

> Wie hoch ist der Naturallohn?

Der Naturallohn von 990 Franken pro Monat (33.– pro Tag) setzt sich zusammen aus:
Logis/Unterkunft: CHF 345.– pro Monat (11.50 pro Tag) und
Kost/Verpflegung: Morgenessen: 105.–; Mittagessen: 300.–; Abendessen: 240.– (gesamthaft 21.50 pro Tag)
Die Logis ist im Richtlohn (Bruttolohn) enthalten. Daher wird vom Bruttolohn für die Logis CHF 11.50 pro Tag abgezogen und zwar egal, wie schäbig oder modern die Unterkunft auch ist. Die Kost ist im Richtlohn nicht enthalten, da die Bündner von Selbstverköstigung durch das Personal ausgehen. Stellt der Arbeitgeber das Essen, wird von obigem Richtlohn CHF 21.50 abgezogen – der Arbeitgeber zahlt somit immer noch nach Richtlohnansatz. Die Kost (Naturallohn) ist AHV-pflichtig – die entsprechenden Abzüge werden vorgenommen.


> Reisekosten für ausländische Arbeitnehmende

Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gehen die Reisekosten zu Lasten des Arbeitnehmenden, dies auch dann, wenn innerhalb der Probezeit das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird.
Reisekosten für Anstellungsgespräche sollten vorgängig besprochen und gegebenenfalls schriftlich vereinbart werden. Laut einem Bundesgerichtsurteil von 2005 ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet für die Reisekosten aufzukommen.


> Sind die Richtlöhne für die ganze Schweiz verbindlich? <

Richtlöhne sind Richtschnüre und nicht verbindlich, weder für den Kanton Graubünden noch für die Schweiz. Regional gibt es grosse Unterschiede bei der tatsächlichen Lohnhöhe. Bei Anstellungsgesprächen sind sie aber ein guter Ausgangspunkt fürs Feilschen. Die anfallende Arbeit und der finanzielle Output sind von Alp zu Alp dermassen verschieden, dass man keine allgemeingültigen Lösungen finden wird.
Die ÄlplerInnen sollten sich bei Lohnforderungen an den Richtlöhnen orientieren und sich nicht gegenseitig unterbieten. Die Arbeitgeber sollten grundsätzlich einen Lohn bezahlen, für den sie selber auch arbeiten würden und sich an den Richtlöhnen orientieren.


> Wieviel muss ich für diesen Lohn arbeiten?

Im ersten Alpmonat sollten 14 Stunden, später 11 Stunden nach Möglichkeit nicht überschritten werden, meint der Bündner Bauernverband dazu. Überstundenarbeit kann nach Treu und Glauben zugemutet werden, sofern das Alppersonal dies zu leisten vermag.


> Muss der Lohn schriftlich festgehalten werden?

Ja. Man sollte sich einen Normalarbeitsvertrag beschaffen (siehe unten bei den Links). Ob man ihn direkt ausfüllt oder nur als Checkliste für einen eigenen Vertrag zur Hand nimmt, ist weniger wichtig. Bei Streitigkeiten ist man froh um einen Vertrag, herrscht «Friede Freude Eierkuchen» schadet er auch nicht


> Bin ich pensionskassenpflichtig?

Arbeitet man länger als 3 Monate, bezieht man mehr als CHF 1762.50 AHV-pflichtigen Lohn pro Monat und ist man älter als 17 Jahre, muss man in die Pensionskasse einzahlen (auch AusländerInnen). Das Geld wird vom AHV-pflichtigen Bruttolohn abgezogen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Arbeitnehmer einer Pensionskasse anzuschliessen. Der Pensionskassenbeitrag ist abhängig vom Alter, Geschlecht und der Lohnhöhe. Der Beitrag wird zur Hälfte vom Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bezahlt.
Vor der Alp sollte im Vertrag geregelt werden, ob die Arbeitstage 90 Tage überschreiten und somit Pensionskasse bezahlt wird – oder eben nicht.


> Wie hoch ist der Mindestlohn für AusländerInnen?

Für AusländerInnen (wie auch SchweizerInnen) gibt es in der Landwirtschaft keine Mindestlöhne, sondern branchen- und ortsübliche Löhne. Für AusländerInnenfragen siehe auch Staatssekretariat für Migration SEM.


> Brauchen AusländerInnen eine Arbeitsbewilligung?

Für EU-27/EFTA-Staaten gilt: Für Alpstellen bis zu drei Monaten braucht man weder Arbeits- noch Aufenthaltsbewilligung. Der Arbeitseinsatz ist jedoch meldepflichtig (Anmeldung beim kantonalen Arbeitsamt oder über die Gemeinde oder übers Staatssekretariat für Migration SEM bis 8 Tage vor Arbeitsbeginn. Für längere Arbeitsverhältnisse kommt folgendes Verfahren zur Anwendung: Das ausgefüllte Formular «Gesuch Ausländerbewilligung EU/EFTA (A1)» muss mitsamt Kopie vom Pass oder der ID bei der Gemeindekanzlei abgegeben werden und man muss sich bei der Einwohnerkontrolle anmelden. Die Gesuchsformulare sind auf den Websites der Kantone erhältlich, die Adressen findet man hier: www.sem.admin.ch/sem/de/
Zu den EU-27/EFTA-Staaten gehören: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Republik Tschechien, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.
 
AusländerInnen aus Drittstaaten brauchen schwer erhältliche Ausnahmebewilligungen oder können für höchstens vier Monate pro Kalenderjahr ein Praktikum machen, sofern der Job über einen Berufsverband oder eine gemeinnützige Institution vermittelt wird. Es braucht aber die Bewilligung durch den Kanton und das Staatssekretariat für Migration.


> Welche Preise gelten für Alpkäse und Alpbutter im Direktverkauf?

Es gibt keine festen Preise. Die Richtpreise für Bündner Alpkäse sind zu finden unter: www.gr.ch/DE
Die Richtpreise für Berner Alp- und Hobelkäse finden sich unter: www.casalp.ch/ueber-uns/richtpreise.html
 

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weiterführende Links

Alprichtlöhne mit ausführlichem Bericht und Lohnabrechnungsbeispiel gemäss Anstellungsverträge für HirtInnen und SennInnen samt Lohnabrechnungstool im Excel-Format zum herunterladen beim Plantahof: www.gr.ch/DE/
 
Arbeitsvertrag, Preisangaben Alpkäse und alpthematische Infos vor allem für das Berner Oberland bei der CASALP: www.casalp.ch/fuer-produzenten/dokumenteformulare.html

Vorlage Alpvertrag, Arbeitsvertrag Formular, Pflichtenheft, Merkblatt Richtlöhne für die Berner Regiom beim Berner Bauernverband: www.bernerbauern.ch (ganz unten auf der Seite)
 
Richtlöhne für landw. Angestellte, auch auf französisch, bei der ABLA: www.abla.ch/Downloads
 
Quellensteuerberechnungen: www.comparis.ch/steuern/quellensteuerrechner/quellensteuervergleich.aspx
 

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