wer im Glossar Alpwörter vermisst soll sie uns mailen

 

 ÄlplerInnen pflegen eine Sprache, in der neben speziellen Begriffen aus der Welt der Landwirtschaft und der Käserei auch eigenständige Alpwörter vorkommen. Bei Alpneulingen und Aussenstehenden bleiben bloss Stirnrunzeln und Verständigungsprobleme zurück. Zum professionellen Mitreden lohnt es sich deshalb, das Glossar in- und auswendig zu lernen.

 

 
     Glossar
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      Alm
ostalpenländische Bezeichnung für Alp
Alp
höhergelegenes Weidegebiet, das getrennt von den Heimbetrieben während des Sommers genutzt wird
Alpabfahrt, Alpabtrieb, Alpabzug, Alpentladung
Rückkehr der Tiere von der Alp zu ihrem Winteraufenthaltsort mittels Viehtransporten oder zu Fuss; in einigen Regionen der Schweiz traditionell von folkloristischen Anlässen begleitet
Alpechalb
(Alpenkalb) schwd. Bezeichnung für einen ausgelassenen, verspielten Menschen voll überschüssiger Energie
Alpfahrt, Alpaufzug, Alpladung
Transportieren oder Treiben der Tiere auf die Alp; Beginn des Alpsommers und meist hektischer Tag für ÄlplerInnen, Bauern und Tiere
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Das Glossar
ist erschienen in:

Neues Handbuch Alp
zalpverlag 2007

 

Ammenkuh
Kuh an der nebst dem eigenen Kalb noch ein andere Kälber saugen
Angus
(Aberdebb Angus) schwarzfarbene Kuhrasse aus Schottland, kuzbeinig und gebirgsgängig, Gewicht bis 550 kg. Eignet sich wegen der hohen Schlachtausbeute und kleinen Milchleistung vor allem als Mutterkuh. Als besonderheit vererbt sie dominant Hornlosigkeit mit hoher Stirnbeule.
anrüsten
Massieren des Euters vor dem Melken zwecks Ausschüttung des Hormons Oxytocin, welches das Einschiessen der Milch ins Euter veranlasst
Aue
hier Mutterschaf
aufnehmen, hat aufgenommen landw. Ausdruck für ein Tier, das schwanger geworden ist
Aufrahmung
Aufsteigen des Milchfetts beim Lagern von Rohmilch aufgrund des kleineren spezifischen Gewichts der Fettkügelchen gegenüber der Magermilch
ausfüttern
das Pflegen und Verpflegen von Nutztieren in vom Heimbetrieb abgelegenen Ställen, meist vor und/oder der Alpzeit
aushagern
Nährstoffentzug von Alpweidestellen durch übermässiges Beweiden ohne Dünger zuzuführen
ausziehen
im Käserlatein Ausdruck für das Herausfischen der Käsekörner aus dem Kessi mit Hilfe eines Tuches

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  Barmen
1. alte Bezeichnung für Futterkrippe im Stall; 2. Geburtsbett jesu
Baumé
Messeinheit für die Salzkomzentration in einer Flüssigkeit. Wird mittels einer Salzwaage ermittelt
Bazger
Teil des Alpteams, meist ein halbwüchsuger Bueb und trotzdem "Mädchen für alles", veralteter Begriff
belegtes Tier
künstlich oder durch Natursprung besamtes Tier
Bergamasker
1. Bewohner der Alpenregion um Bergamo, Norditalien. 2. graue, langhaarige Hirtenhunde mit grosser Hirtentradition
Besamer
ausgebildete Fachkraft, der den weiblichen Nutztieren mittels einer Spritze aufgetauten Samen des jeweiligen männlichen in die Gebärmutter injiziert (künstliche Besamung). s. auch Natursprung
Bestösser
Besitzer der alpenden Tiere
blaab, blaabe Milch
schwd. Ausdruck für Magermilch. Magermilch schimmert bläulich
Blacke, Blakte
schwd. Bezeichnung für Alpenampfer Rumex alpina
Blähung
nichtbeabsichtigte, durch Bakterien verursachte Gasentwicklung im Käse, die ihn meist ungeniessbar macht
bluemet
schwd. Ausdruck für gelb-weiss strukturierte Oberfläche des einen Tage alten Käses
bluten, abbluten
blutiger Ausfluss aus der Scheide des Rindviehs; innerhalb des Geschlechtszyklus platzen 2-3 Tage nach der Brunst einzelne Blutgefässe in der Gebärmutterregion
Boli
grosse Medizinaltablette, die im Pansen der Wiederkäuer längerdauernde Wirkung (z. Bsp. gegen Würmer) entfaltet
Brecher
Käserührer
Brennen
Nachwärmen des Bruchs im Kessi
Bröch
Mahlzeit bei der Brotbrocken in Milch aufgekocht werden
Bruch
mittels der Harfe zerschnittene Dickete zu Käsekörner; Grösse und Behandlungsart der Körner bestimmen den Wassergehalt und die Teigbeschaffenheit des Käses
Brunst
paarungsbereite Phase im Geschlechtszyklus bei den Tieren
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Coli, Colibakterien
von den SennerInnen gefürchtete Bakterien, die den Milchzucker abbauen und dabei Gase bilden, die den Käse blähen. Die Aktivität der Colibakterien wird durch eine schnelle Milchsäuregärung unterdrückt

 

   
  Dickete
Milch, die mittels Lab zur Gerinnung gebracht wurde
dreiviertelfett
ungefähre Angabe des Fettgehalts im Käse; dreiviertelfetter Käse ist Käse aus teilentrahmter Milch (2,1-2,2% Fett) mit ca. 35% Fettge-halt in der Trockenmasse
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  Einschiessen
Beginn der Milchproduktion im Euter nach dem Anrüsten. s. auch Oxytocin
Emd
siliertes oder getrocknetes Gras, das nach dem Heuschnitt von den Mähwiesen geerntet wurde; wird in der Umgangssprache auch als Begriff für das noch stehende Gras verwendet
Erstmelk
junge Kuh, die nach der Geburt ihres ersten Kalbes Milch gibt
Essig-Essenz
synthetisch hergestellte Flüssigkeit mit hohem Essigsäuregehalt
Etscher
glarnerländische Bezeichnung für den Sauer
Euter
Organ der Kuh, der Ziege, des Schafes und des Pferdes das Milch produziert
Euterflame
Anlage des späteren Euters beim Jungtier
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  Feldstecher
binokulares Galileisches Fernrohr mit künstlich vergrössertem Augenabstand durch doppelte Strahlumlenkung mittels rechtwinkliger Prismen. Wichtiges Arbeitsgerät der HirtInnen.
Flame
Euterflame
Flotzmaul
feuchte Hautpartie zw. Nase und Oberlippe des Rindviehs
Fluss
mit Bindegewebeflüssigkeit angeschwollene und dadurch verhärtete Stellen des Euters zu Anfang der Laktation
Form
Plastikform zum Käse formen
 

 
  Galtkuh
Kuh während der Zeit, in der sie keine Milch gibt
Galtvieh
Rindviecher, die keine Milch geben, weil sie zu jung oder trockengestellt sind
Gebse
Schale mit 15-30 Liter Inhaltsvermögen, in der man die frisch gemolkene Milch zum Aufrahmen lagert; aus Holz oder Antikorodal
Geilstellen
vom Tierkot überdüngte Weidefläche, z.Bsp. Läger
Geiss
weibliche Ziege
Geissbub
Knabe, der eine Ziegenherde hütet
Genossenschaftsalp
Alp, die von einer Genossenschaft (z. B. Bauerngenossenschaft) gepachtet und betriebn wird
Gschiss
schwd. für viel Aufheben um eine Sache machen
Gülle
in Güllenkasten gesammelter Harn und Kot der Tiere; wird zum Düngen der abgefressenen Weiden gebraucht
Gusti
Jungtier beim Rindvieh vor der Kuhwerdung
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  Harfe
Käsereiwerkzeug, mit dem man die Dickete zum Bruch schneidet
Heu
der erste Grasschnitt auf den Mähwiesen, der durch Trocknung konserviert wird
Hirt, Hirtin
hierzulande HüterIn der Herden von Kühen, Galtvieh, Schafen und Ziegen mit angeblich ausgeprägtem Sinn nach Freiheit und Unabhängigkeit
Hirtkuh
Kuh, die den HirtInnen auf Galtviehalpen zur eigenen Milchversorgung mitgegeben wird
Hochleistungskuh
Kuh, die mehr Milch gibt, als gut für sie ist
Hulda
hübscher Name der Kuh, die stellvertretend für alle Alprindviecher durch mehrere Kapitel des Handbuches trampelt
Hüterbub
jugendlicher Gehilfe des Alppersonals, der trotz seiner spezifischen Arbeitsbezeichnung alles machen muss
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  Jagd
Ende des Alpfriedens. Beginn nach Region unterschiedlich, meist Anfangs September
Jährling
Bezeichnung für ein Rindvieh von 1-2 Jahren
Järb
Holzreif (moderner auch aus Kunststoff), in dem die Käsemasse gepresst wird und ihre typische runde Form erhält
Jass
Schweizer Karten-Nationalspiel, das auch bei den ÄlplerInnen beliebt ist
Jungvieh
Gesamtheit der Rindviecher vor ihrer Kuhwerdung
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  Kalb
Rindvieh im Alter bis 1-jährig
kalbern, abkalben
das Gebären einer Kuh oder eines Rindes
Käseharfe
Harfe
Kasein
Milcheiweiss; wichtigster Bestandteil des Käses
Kaseinmarken
auf der Stirnseite der Käse angebrachte oblatähnliche Plaketten aus Kasein, worauf die Herkunft (Betriebsnummer) und das Gütesiegel "Alpkäse" vermerkt sind
Klaue
die eine Hornzehe am Fuss eines Paarhufers
Klauenteer
Heilsalbe mit Holzteer, die eine Härtung des Klauenhorns bewirkt
Koppel
eingezäuntes Weidegebiet
Koppelweide
mit Zäunen unterteilte Weide; die Tiere beweiden im Umtriebsverfahren eine Koppel nach der andern. Koppelweiden werden intensiver genutzt als Standweiden, weil die Tiere gezwungen werden auch unliebsames Futter zu fressen und die Weiden gezielter gedüngt werden.
Kuh
Bezeichnung für ein Rindvieh, das gekalbt hat und Milch gibt
Küher
heute Bezeichnung für den Melker und Hirt auf einer Kuhalp; früher im Bernbiet heimischer Betreuer einer Viehherde und Milchverarbeiter, der, anstatt zu heuen, z'Alp ging
Kultur
gezüchtete Milchsäurebakterien, die der Milch beigegeben werden, um die Käseproduktion sicherer zu machen und einen typischen Geschmack zu erzielen
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  Lab
nimmt den Kaseinteilchen in der Milch ihre negative Ladung, was zu ihrer Verkettung führt und die Milch zum Gerinnen bringt (Dickete); besteht hauptsächlich aus dem Enzym Chymosin, das ursprünglich aus Kälbermägen gewonnen wurde und heute vermehrt gentechnisch hergestellt wird
Lacta-Essig
Essig aus Milchsäure
Lactose
Milchzucker
Läger
von den Tieren für das Ruhen bevorzugte, flache Stelle auf der Weide, wo durch die Häufung der Exkremente hauptsächlich düngerliebende Pflanzen wachsen
Laktation
Dauer, während der ein Nutztier Milch produziert; bei Kühen, Ziegen und Schafen normalerweise ca. 10 Monate lang
leeres Tier
landw. Bezeichnung eines weiblichen Nutztiers, das nicht schwanger ist, es jedoch sein sollte
Leptospirose
infektiöse Erkrankung der Sau durch Leptospirenarten. Die Bakterien sind im Schweinekot vorhanden und können auf der Weide vom Rindvieh aufgenommen werden, was bei diesem einen Abort auslösen kann.
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  Maiensäss
auch Vorsäss. Höhenstufe zwischen Heimbetrieb und Alp, die im Frühsommer und Herbst (d.h. vor und nach der Alp) mit dem Vieh beweidet und während der Alpzeit gemäht wird. Maiensässe dienen zum Ausfüttern der Nutztiere, werden aber zusehends von ferienbetreibenden Menschen belegt.
Mauser
ein- bis zweimal jährliches Wechseln des Federgewandes bei den Vögeln. Hühner tragen während dieser Zeit ein stark gerupftes Federkleid und legen keine Eier. Die Mauser dauert ca. 4 Wochen.
Melker, Melkerin
entnimmt dem Milchtier von Hand oder mit der Maschine die Milch
Melkfett
mineralölhaltiges, sterilisiertes Fett, das vor allem beim Handmelken zum Fetten der Zitzen gebraucht wird
Mese, Mäse
Bezeichnung für ein Rindvieh von 1-2 Jahren
Milch
Drüsensekret und kostbare Nährflüssigkeit der Säugetiere; neben der Fleischerzeugung wichtigster Grund der Milchtierhaltung
Milchmessen
regelmässiges Wägen der gemolkenen Milch einer Kuh; 1. um anhand der Milchmenge die Mulchen unter den Bauern zu verteilen; 2. um die Milchleistung und Milchzusammensetzung der Kuh offiziell zu messen und zu protokollieren
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  Milchsäure
organische Säure, die durch vorhandene oder zugesetzte Bakterien beim Abbau des Milchzuckers gebildet wird und entscheidend zur Haltbarmachung der meisten Milchprodukte beiträgt
Milchsäurebakterien
Gruppe von Bakterien, die den Milchzucker zu Milchsäure abbauen
Milchsäuregärung
gewünschte Gärung im Käse, die eine konservierende Wirkung hat
Milchstein
Kalk- und Milcheiweissablagerung an den Melk- und Käsereigeräten; kann ohne ein saures Reinigungsmittel nicht entfernt werden
Model
Holznegativform mit der man der anfallenden Butter genaue Masse und schöne Verzierungen geben kann
Molke
hochdeutsche Bezeichnung für Sirte
Muh!
ausgeschriebene Lautäusserung eines Rindviehs, die der Differenziertheit des Tiervokabulars nicht gerecht wird
Mulchen
die Gesamtheit der auf der Alp hergestellten Milchprodukte wie Käse, Ziger, Rahm und Butter
Mungg
schwd. Ausdruck für Murmeltier
Mutterkuh
artgerechte Variante der Kuhhaltung, da die Mutterkuh im Gegensatz zur Milchkuh ihr Kalb säugen kann
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  Natursprung
Besamung des Nutztieres durch den männlichen Vertreter der eigenen Rasse
Nutztier
Tier, das vom Menschen domestiziert wurde, um ihn zu ernähren oder wirtschaftlichen Vorteil zu bringen; hier vor allem Rindvieh, Schaf, Ziege, Schwein
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  Ochse
kastrierter Stier
Oxytocin
Hormon, welches im Hypothalamus durch Berührungsreize am Euter gebildet wird. Es bewirkt "das Einschiessen der Milch durch Kontraktion der Myoepithelzellen der Drüsenalveolen und durch Öffnung der Sphinkter in den Milchgängen" (Klaus Löffler: Anatomie und Physiologie der Haustiere, Ulmer, Stuttgart 1983). Bei der Geburtsvorbereitung löst Oxytocin die Wehen aus.
 

 
  Pachtalp
von einem Bauern auf einige Jahre hinaus gemietete Alp
pH-Wert
Messeinheit für Säurungsstärke; über 7 pH: alkalisch; unter 7 pH: sauer
Pipeline-Alpen
Kuhalpen, auf denen die Milch nicht verarbeitet wird, sondern durch ein Rohr in eine Talmolkerei oder -käserei fliesst
Plastikform
gelöchertes Kunststoffrohrstück mit oder ohne Boden, in dem die Käse ihre runde Form erhalten; moderne Version des Järbs
Privatalp
Alp, die Eigentum eines einzelnen Bauern ist
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  QS-Alp
Qualitätssicherung bei der Milchverarbeitung auf der Alp gemäss EU-Normen
 

 
  Räf
Rückentraggestell mit dem man sperrige und schwere Lasten gut über der eigenen Körperachse plazieren kann und darum leichter trägt
Rind
zu den Horntieren gehörender Paarhufer; Wiederkäuer; die Bezeichnung "Rind" wird hier meist für ein tragendes Rindvieh von 2-3 Jahren verwendet
Rindvieh
Gesamtbezeichnung für alle Altersklassen der Rindergattung wie z.Bsp. Kalb, Mese, Rind, Kuh
ringer
schwd. Ausdruck für bequemer, einfacher
Rüfe, Risi, Rues, Schlipf
schwd. mundart. Bezeichnung für Mure, Murgang. Durch starken Regenfall oder grosse Schneeschmelze verursachter Erd- oder Steinrutsch. Auf vielen Alpen Hindernis auf Fahr- und Viehwegen, die alljährlich wieder hergestellt werden müssen.
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  Salzbadwaage
Messinstrument zur Ermittlung der Salzkonzentration in einer Flüssigkeit, auf der Alp des Salzbades
Sammeln
Zusammentreiben einer verstreuten Nutztierherde auf der Weide oder dem Stafel
Säss
Alphütte; auf Kuhalpen mit Sennerei und Stall; bei Stafelwirtschaft wer-den je nach Höhenstufe Unter-, Mittel- und Obersäss unterschieden
Sauer
mit Milchsäurebakterien versetzte Sirte, die zur Zigerherstellung verwendet wird
Sauerstande
Holzfass zur Zubereitung und Aufbewahrung des Sauers
Schalmtest
zeigt über eine chemische Reaktion den Zellgehalt der Milch an, was auf eine evtl. Euterentzündung deuten kann
Schärm
schwd. Dialektausdruck für Vieh-Unterstand oder Stall
Schluck
eingedickte Milch
Schotte
grünliche Flüssigkeit, die nach dem Zigern im Käsekessi zurückbleibt; enthält fast keine Eiweisse
schuene
landw. Mundartausdruck für das Pflegen und Schneiden der Klauen
Senn
Käser auf der Alp; wird von den Bauern meist als Chef des Alpteams angesehen
Sennalp
Kuhalp, auf denen die Milch verkäst oder verzigert wird
Sennerei
Käseküche
Sennerin/Sennin
Käserin auf der Alp, wird von den Bauern im Gegensatz zum Sennen, nicht immer als Chefin des Alpteams angesehen; "Sennin" ist die feministische Form von "Sennerin" und scheint sich allgemein durchzusetzen
Sirte
gelbliche Flüssigkeit, die nach dem Ausziehen des Käses im Kessi zurückbleibt; enthält die Eiweisse Albumin und Globulin
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  Sömmerung
schönste Zeit für das alpende Vieh
Sömmerungsbeitrag
Subvention an Alpbestösser und Alpbesitzer für das Alpen von bestimmten Nutztieren; ausbezahlt nach Tierkategorie, Alter und Anzahl
StadtälplerInnen
meist neuzeitliches Alppersonal, das den Winter über in den Städten zu Hause ist
Stafel
einer der Höhenabschnitte mit Alphütte(n) und Weide(n) bei der Stafelwirtschaft
Stafelwirtschaft
Unterteilung der Alp in verschiedene Höhenstufen, die aus Weidegebieten mit den zugehörigen Alpgebäuden bestehen; z.Bsp: Unter-, Mittel- und Obersäss
Standweide
grossangelegte Weide; im Gegensatz zur Koppelweide wird die Standweide über längere Zeit beweidet, da das Gras ständig nachwachsen kann
Staphylokokken
Bakterien, die bei Euterentzündungen in der Milch vorkommen und beim Überhandnehmen den Käse ungeniessbar machen
Steinfrau
weibliche Form der im ganzen Alpenraum verbreiteten Steinmänner oder "Hirten", die, oft vom Alppersonal gebaut, als Orientierungspunkte und Wegmarken dienen und den Viehherden eine wachsame HirtIn vorgaukeln. Die vermutlich erste Steinfrau steht seit 1985 im Hochtal Madris (Graubünden), als Widerstandssymbol gegen den damals geplanten Stausee.
Stellschein, Verkehrsschein
bei Tiertransporten (z.Bsp. auf die Alp) benötigtes Formular; die Kontrolle über das "verstellen" von Nutztieren soll Seuchenverschleppung verhindern
stierig
Bezeichnung für ein brünstiges Rindvieh
Stoss
Futterbedarf eines Tieres während 100 Tagen Alpdauer; wird meist in Grossvieheinheiten angegeben z. Bsp. "Kuhstoss", ferner auch "Mesenstoss"
Strebel
beim Käseausziehen übriggebliebener Rest Käsekörner im Kessi, der se-parat herausgezogen wird; wird zum Teil vom Alppersonal als Eigentum be-trachtet
Sukzession
das allmähliche Übergehen einer Pflanzengesellschaft in eine andere. Hier ist vor allem das Überwachsen der Alpweide durch Zwergsträucher gemeint (Vergandung).
Suuffi
heisser Ziger mit Schotte
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Tatsch
traditionelles Gericht in Graubünden, das einer gestörten Omelette entspricht: Tatsch wird nach Rezept zwingend in Butter gebraten
Tause/Tanse
milchwirtschaftlicher Fachausdruck für eine mit Deckel verschliessbare Milchkanne
trächtig/tragend
Bezeichnung für ein Nutztier, das schwanger ist
Tränkebecke
Wasserschale mit Ventil, damit nur Wasser nachfliesst, wenn ein Tier trinken will; wird vor allem in Anbindeställen installiert
Transporter
Landwirtschaftsfahrzeug, das man mit verschieden Aufsätzen bestücken kann: z.Bsp. mit Ladebrücke, Güllenfass, Graslader; wird vor allem im Berggebiet eingesetzt
Trejen
horizontale Weglein im steilen Gelände, die sich bei mehrjährigem Beweiden durch den Tritt der Tiere bilden
trockenstellen
durch den Viehhalter ausgelöster Stop der Milchproduktion beim laktierenden Tier, um es in den letzten zwei Monaten der Trächtigkeit zu schonen
Trokar
spitzes Werkzeug zum Stechen geblähter Wiederkäuer

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  Umtrieb
das zwei oder mehrmalige Beweiden einer Koppel beim Koppelweidesystem
 

 
  verwerfen
Bezeichnung für frühzeitiges Verlieren der Leibesfrucht (Abort) beim Nutztier
Viehhabe
Gesamtheit der Nutztiere eines Bauern oder einer Alp
Viertel
Milchdrüsenkomplex des Euters einer Kuh; die vier Viertel sind als Organe voneinander vollständig getrennt; in der landw. Umgangssprache bedeutet "einen Viertel haben", dass die Kuh eine Euterentzündung hat
Volle
Milchtrichter aus Holz; erfüllt heute die Funktion eines Megaphons beim Betrufen, da aus hygienischen Gründen für das Milchfiltern Chromstahl und Antikorodal verwendet werden
vollfett
ungefähre Angabe des Fettgehalts im Käse; vollfetter Käse ist Käse aus teilentrahmter Milch (2,9-3,1% Fett) mit ca. 45% Fettgehalt in der Trockenmasse
Vormelkbecher
tassenähnlicher Behälter, in den vor dem Melken von Hand ein paar Spritzer Milch aus jeder Zitze des Euters gemolken werden, um die Milch optisch auf mögliche Fehler (Fetzen, Flocken usw.) zu untersuchen
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  Weidezins
Betrag, den der Bauer dem Alpbesitzer für den Futterverzehr seiner Tiere bezahlt
wiederkauen
Eigenart von Ziege, Schaf und Rindvieh vorverdaute Nahrung nochmals im Maul zu kauen und einzuspeicheln, das was wir beim Menschen Kaugummi kauen nennen
wüchsig
schwd. Ausdruck für "schnell oder reichhaltig wachsendes Gras"
 

 
  Zeitkuh
tragendes Rind
Zentrifuge
Maschine zur Trennung der Vollmilch in Magermilch und Rahm
Zini
Reinigungspulver für das Kupferkessi
Zitze
flaschenhalsartiger Fortsatz (Brustwarze) des Euters bei Kuh, Schaf und Ziege; ist für die Entnahme der Milch durch das Jungtier, Hand- oder MaschinenmelkerInnen von grosser Bedeutung
Zitzentaucher
mit Desinfektionsmittel gefüllter Becher, in den man die Zitzen nach dem Melken taucht. Damit soll verhindert werden, dass Bakterien durch den geöffneten Zitzenkanal ins Euter gelangen und dort eine Entzündung auslösen
Zusenn, Zusennin
HandreicherIn des Sennen/der Sennin
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