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Neulinge im Doppelpack

bearbeitet Januar 2013 in Alpneulinge

Hallo zusammen,
meine Freundin und ich haben gehört, dass es für deutsche Staatsbürger finanziell durchaus attraktive Jobs auf der Alp geben soll.

Jetzt sind wir beide gerade in einer Situation, in der wir hier zu Hause nicht weiterkommen, sozusagen feststecken.
Wir hätten beide große Lust einfach "raus" zu kommen, mal etwas ganz anderes zu machen, neue Perspektiven kennenzulernen.
Uns ist beiden durchaus bewusst, dass es sich bei den meisten Stellen um Knochenarbeit handelt, dass die Menschen mit den man zu tun bekommt nicht die kommunikativsten Personen sein werden und man nicht zuletzt an seine eigenen geistigen wie körperlichen Grenzen stößt, so in der Einsamkeit einer Alp.

Die Vorstellungen klaffen also ganz schön auseinander, super bezahlter Geheimtipp oder schlechte Bezahlung und Arbeit, Arbeit, Arbeit?
Wer kann uns behilflich sein mit Erzählungen aus eigener Erfahrung, Vorschlägen mit welchen Aufgaben man beginnen sollte, so ganz ohne Erfahrungen, oder anderweitig hilfreichen Tipps?

Wir sind also ganz bestimmt keine verweichlichten Stadtpflanzen ohne Bezug zur Natur und Tier aber was dann unterm Strich dabei herauskommt ist einfach doch ausschlaggebend!

Danke für eure Hilfe!! :-)

Eva und Ruby
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Kommentare

  • bearbeitet Januar 2013
    hallo eva, zu deinem anliegen
    der finanzielle aspekt an einem alpsommer dürfte der allerletzte sein, um als neuling auf die alp zu gehen. abgesehen davon, dass meiner meinung nach menschen ohne fachliche fertigkeiten in allen anderen sparten des lebens für weiterbildung bezahlen und nicht bezahlt werden ...menschen, die das erste mal zu uns auf die alp (75 kühe) kommen und keine erfahrung mit bringen, kosten uns viel zeit und enorme energie, weil man sie immer im auge haben muss, damit nichts gravierendes schiefgeht.(z.b. mit antibiotika behandelte kühe in die käsemilch gemolken werden-was zu einem verlust der gesamten tagesmilch führen würde-bei uns macht das ca.2500 sfr) trotzdem sind wir immer wieder bereit hochmotivierte leute in den alpsommer zu integrieren, um auch das handwerk weiterzugeben. auf drei qualifizierte älpler verträgt es einen neuling. nach etwa 4 wochen hat die alp langsam etwas davon...daher kann ich nicht nachvollziehen, wenn viele davon ausgehen, dass sie ohne ausbildung einen sogenannten "richtlohn" erhalten können. zumal langjährige 1a leute fast nie wirklich richtlöhne bekommen. mein tipp: vergiss das geld! taste dich an die arbeit ran, indem du bei einem bauern einfach mal fragst, ob du melken gehen darfst. dann geh mal vor allem früh am morgen, dann siehst du nähmlich schon, ob dir das liegt so um 4 uhr aufzustehen..und dann probier eine praktikanntenzeit auf einem biohof einzufädeln für 2-3 monate.zum routiniert mit vieh umzugehen. anschliessend kannst du dich darum bemühen eine anfängerstelle als hilfe in einem- wohlgemerkt -erfahrenem- team zu bekommen. und wenn du glück hast, bekommst du ausser kost und logie auch ein kleines taschengeld. im ersten sommer kannst du auch nicht erwarten, dass dir gleich alles beigebracht wird. am besten, du bist nicht zu fixiert und lässt dich einfach mal auf die arbeit ein. allein das wird dich entweder nach vorne katapultieren in deinem dasein oder du haust nach 10 tagen wieder ab, weils dir zu streng ist. das mit den unkommunikativen älplern ist ein ziemliches klischee-es bleibt im sommer nur oft einfach keine zeit für lange diskussionen, weil der tag so voll ist, dass man jede minute, die man verliert am tag mit abzug von der ersehnten nachtruhe bezahlt. aber wie du siehst hab ich dir jetzt ja reichlich zeit gewidmet. und was bei dir unterm strich rauskommt, wenn du dich einfach mal drauflosbewegst, ist ganz sicher nicht das, was du erwartet hast. die probleme, die vor der alp da waren,sind danach dieselben,aber vielleicht löst du sie mit einem anderen blickwinkel. viel glück auf deinem weg wünscht eine sennerin, die vor32 jahren das erste mal auf der alp war, nachdem sie schon 5 jahre landwirtschaftliche ausbildung hinter sich hatte. damals zu zweit 3500 sfr für einen ganzen sommer erhalten!!
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  • Eva und Ruby
    aelplerin hat euch schon sehr viel geschrieben.ich würde gerne anfügen das ich seit fast 15jahren betriebshilfe mache und im sommer ab und an auch auf alpen aushelfe die einen ausfall/wegfall des personals haben.wen ihr in ein team geht dann solltet Ihr die leute kennen lernen und schauen ob die symphatie mal da ist.wie auch schauen wo und wie es da geht.die fragen stellen bevor es zu spät ist.und der lohn sollte gar nicht im vordergrund stehen da es dann nicht ratsam ist so eine stelle anzunemen.
    wenn ich auf einem betrieb arbeite stehe ich zwischen 3 und 4 uhr auf und komme 23 oder 0 uhr ins bett da der haushalt und so weiter ja auch gemacht werden müssen.um die erfahrung/eignung abzuklären oder so würde ich auf einem hof mithelfen aber vollzeit.
    wenn der wille da ist kann man einiges schaffen das ist so.
    und die komunikation der schweizer ist normalerweise sehr gut. bin auch einer.
    aber wie aelplerin auch geschrieben hat gibt es viel arbeit und mann sollte auch etwas ahnng haben davon.wen mir jemand hilft und ich dann mehr zeit verbringe um dieser person erkläre wie was geht abe ich es sicher schneller gemacht wenn ich es selber mache. wenn ihr zwei möchtet könnt ihr gerne mal hier in den berneroberländer alpen mit mir etwas in der Landwirtschaft erfahrungen sameln oder mit mir zusammen auf alpen aushelfen gehen.ist ein gut gemeinter ratschlag.
    wünsche euch viel glück
    einen gruss aus dem berner oberland
  • Liebe Eva und Ruby
    Ich kann euch gut verstehen, letztes Jahr hat mich ebenfalls die Idee gepackt, einen Sommer auf die Alp zu gehen und ich habe damit begonnen, Alpstellen zu suchen.
    Jedoch habe ich von Anfang an nur eine Stelle als Hilfe gesucht (als Bauerntochter kann ich melken, mit Kühen umgehen, kenne mich in der Landwirtschaft aus), ich wollte mich selber nicht überfordern und eine Stelle antreten, die ich auch durchziehen konnte.
    Es war ein unvergesslicher Sommer! Ich lernte neue Sachen, weil ich offen war und nicht allen sagte, was ich schon konnte.
    Ich habe mich entschieden, dieses Jahr wieder auf die Alp zu gehen (der Älplervirus hat vor mir nicht halt gemacht! :) ) und ich habe eine Stelle als Zusennin angenommen.

    Einen Sommer auf der Alp muss wohl überlegt sein, es ist keine leichte Zeit.
    Und falls ihr gehen wollt, mein Tipp: Geht getrennt und nicht zusammen.
    Es soll jeder einmal einen Sommer alleine machen, selber Eindrücke sammeln und neues lernen. Wenn man allein unter fremde Leute geht, ist man zudem viel offner!

    Viel Glück und falls ihr wirklich geht: Einen tollen, unvergesslichen Sommer!
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