Helferlinge für den Alpkäseverkauf

Noch zuviel Alpkäse im Keller? Die Gestelle ächzen und das Ammoniak will an die frische Luft? Ja, ja, ja, aber wohin mit all dem Käse? Die nahen Freunde haben den Kühlschrank bereits voll und wenden sich sowieso Frühlingsrollen zu. Was tun?

Als zusätzlichen Absatzkanal beim Verkauf von Alpkäse können Internetseiten und Apps helfen. Wir haben eine kleine, nicht abschliessende Übersicht erstellt.

Internetseiten mit Holfladencharakter

Klar, man kann sich für den Alpkäseverkauf eine eigene Internetseite mit Online-Shop basteln oder basteln lassen. Doch ersteres ist aufwändig und zweiteres teuer. Allein für den Alpkäseverkauf lohnt sich das nicht.
Will man trotzdem mit seinem Käse ins Netz, dann können Hofläden-Internetseiten eine gute Wahl ohne Qual sein.

Mucca.ch
Internetseite mit Hofladencharakter und Shop. Zur Aufschaltung übergibt man einen kurzen Betriebsbeschrieb und sechs Bilder plus sein Angebot an Produkten, das genügt. Die Kosten sind abhängig vom Umsatz. Es wird eine Aufschaltgebühr von 90 Franken verlangt und bei der Basic-Version 7 Franken pro Monat. Beim Verkauf fallen knapp 10% vom Verkaufspreis an Transaktionsgebühren an. Der Verkaufs-Ablauf von Bestellung bis Versand wird in den FAQs gut erklärt.
Hinter Mucca.ch steht eine tattüchtige Bauerntochter Lara Steiner und keine Organisation – sehr sympathisch.

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vomhof.ch
Internetseite mit Betriebsprofilen zur Kontaktaufnahme. Die Anmeldung verlangt nach einem Betriebsbeschrieb mit Produkteangaben und einigen Bildern. Das ganze ist kostenlos. Einen Shop für den Direktverkauf wie bei mucca.ch gibt es nicht.
vomhof gehört dem Schweizer Bauernverband – wird somit von den Schweizer Bäuerinnen und Bauern bezahlt.

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hoflädeli.ch
Internetseite mit Betriebsprofilen zur Kontaktaufnahme. Das Basic-Angebot ist gratis, die Pro-Version kostet 29 Franken pro Monat. Einen Shop für den Direktverkauf wie bei mucca.ch gibt es nicht. Programmiert wird hoflädeli.ch vom IT-Unternehmen ColorCode GmbH in Englisberg. hoflädeli.ch sammelt auch Hofprofile aus anderen Quellen im Internet – unsympathisch.

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knospehof.ch
Internetseite mit Betriebsprofilen zur Kontaktaufnahme. Nur für Bio-Betriebe (Knospe oder Demeter lizenziert, auch in Umstellung). Die Anmeldung verlangt nach einem Betriebsbeschrieb mit Produkteangaben. Das ganze ist kostenlos. Einen Shop für den Direktverkauf wie bei mucca.ch gibt es nicht. Hinter der Website steht die Branchenorganisation Bio Suisse.

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myfarm.ch
Internetseite für Ferienangebote auf dem Bauernhof mit zusätzlichem Verkaufsfenster für Hofprodukte. Verlangt eine jährliche Mitgliedschaft von 400.–. Einen Shop für den Direktverkauf wie bei mucca.ch gibt es nicht. Hinter der Website steht die Branchenorganisation Agrotourismus Schweiz.

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bernerbauernhof.ch
Entspricht der Aufmachung von myfarm.ch, ist aber für AnbieterInnen aus dem Kanton Bern reserviert. Der Fokus liegt mehr auf dem Produkteverkauf als bei den Ferienangeboten. Die Kosten werden nicht kommuniziert und wir haben nicht nachgefragt, das müsst ihr bei Interesse selber tun. Hinter der Website steht die Bauernorganisation Berner Bauern.

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gantrisch.ch
Regionale Plattformen für Produkteverkauf gibt es einige, hier als Beispiel der Naturpark Gantrisch. Da dies Labelorganisationen sind, wissen die Mitglieder meist, ob darüber Produkteverkauf möglich ist und zu welchen Bedingungen.

Apps

Drei Apps sind uns für die Schweiz bekannt, «hofladen365» hat einen integrierten Shop zur Bestellung für  KundInnen, «franzz» verknüpft KundInnen mit dem Hofladen, «hoflädeli24» verknüpft KundInnen mit einem Hofautomaten.

hofladen365.ch
App mit Kontakten zu Bauernbetrieben und integriertem Shop sowie Push-Nachricht bei neuen Produkten. Die Erfassung des Hofs und seinen Produkten kostet zirka 160 Franken, die Grundpauschale pro Jahr kostet mind. 45 Franken. Momentan sind vor allem Anbieter im Raum Graubünden versammelt.
Programmiert wurde hofladen365.ch vom IT-Unternehmen deltaworks in Breil/Brigels.

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franzz.ch
App mit Kontakten zu Hofläden und Auflistung ihrer Produkte. Beinhaltet keinen Shop. Die Aufschaltung geht einfach per Smartphone oder PC. Bis zu 15 Produkten kostet das Abo 10 Franken pro Monat. Momentan sind vor allem Anbieter im Raum Solothurn bis Bern versammelt, zwei in der Nähe von Zürich.
Hinter franzz.ch stehen drei junge Männer mit Herzblut für regionale Vermarktung – sympathisch.

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hoflaedeli24.ch
App mit Kontakt zum Standort von Hofautomaten und Push-Nachricht bei neuen Produkten. Allein für Alpkäse zu aufwendig, zudem auf den Kanton Zürich begrenzt. Hohe Anschaffungskosten für den Automaten.
Hinter hoflaedeli24.ch steht der Zürcher Bauernverband.

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Am Rande: Ob und welcher Dienst am geeignetsten ist, um seinen Alpkäse zu verkaufen, können wir nicht beurteilen. Dort wo mehr Hofprodukte gelistet sind, werden sich mehr KundInnen versammeln – allerdings ist dann auch die Konkurrenz grösser. Das Risiko besteht, dass einige Anbieter wieder verschwinden, weil die Zahl an Betrieben zu gering bleibt – dann hat man halt relativ wenig Geld falsch investiert.

 

Ich will nur Käse kaufen, nicht verkaufen

Kauf so direkt wie möglich. Im Sommer spaziere mit geräumigen Rucksack auf die Alp. Weisst du nicht wohin, dann hilft dir folgender Link: Alpbetriebe mit Milchverarbeitung. Im Herbst geh an den Alpkäsemarkt. Ganzjährig scroll nach oben und verbinde dich mit den DirektvermarkterInnen oder besuch den nahen Käseladen.
Tja, und falls du es nicht lassen kannst, tipp dich ins Netz ein, google oder surf zu den Alpkäseorganisationen und Käse-Shops:

Welche Apps und Internetseiten haben wir vergessen aufzuführen? Meldet euch, wenn ihr nicht Coop oder Migros und Co. heisst: mail@zalp.ch

 

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