Herbizid auf den Alpen

Die zwei Agrarinitiativen «Trinkwasser» und «Pestizid» bringen das bäurische Blut zum kochen. Soviel Angriff auf das Recht, alles so machen zu dürfen wie schon immer, das verträgt der Schweizer Bauernverband nicht. So hagelt und gewittert der oberste Ritter aller Bauernfamilien, der Markus, gegen Umweltverbände, Initianten und den Bundesrat (siehe Interview in der Grüne). Alles, aber auch gar alles, ist schlecht an der Trinkwasser- und Pestizid-Initiative. So schlecht, dass man es selber gar nicht glauben kann. Und wirklich, man glaubt es ihm nicht. Zu heftig verteidigt er die eigenen Pfründe. Auch der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband SAV hackt sein Beil in dieselbe Kerbe (siehe Medienmitteilung vom 20. April). Aber zumindest dieses Problem wäre gelöst, würde eine der Initiativen angenommen:

Herbizid auf den Alpen.

Zum Thema ist soeben ein schmales Büchlein erschienen. «Trittst im Alpengift daher» gibt es digital und kostenlos unter diesem Link: www.pestizidmythen.ch/#alpengift. Dort kann ebenfalls eine Druckausgabe für 15 Franken bestellt werden.

«Trittst im Alpengift daher» ist ein 52-seitiges Booklet über Herbizideinsätze auf unseren Alpen. Herausgeberin ist die Bio-Stiftung Schweiz. Der Autor Peter Jaeggi sowie zehn prominente Schweizer Cartoonschaffende lenken den Blick auf das giftige Tun, das sich fast unbemerkt auf mancher Schweizer Alp abspielt. Herbizide werden auf Alpweiden gegen unerwünschte Pflanzen eingesetzt. Unnötig, denn es geht auch ohne Gift, wie diese Recherche zeigt. Im Vorwort schreibt Mathias Forster, Geschäftsführer und Stiftungsratsmitglied der Bio-Stiftung Schweiz, zur Pestizid-Problematik: «Die Schuld einfach Bäuerinnen und Bauern zuzuschieben greift zu kurz. Wir haben uns als Gesellschaft in den letzten rund hundert Jahren in diesen Schlamassel hinein geritten und wir können den Ausstieg nur gemeinsam schaffen.» (Pressetext)

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